Stationsleiter Frank Petri: Sprinterfahrer müssen Lenk- und Ruhezeiten einhalten

Sprinter im Visier der Wapo

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Hauptkommissar Frank Petri leitet seit Sommer 2018 die Station der Wasserschutzpolizei in Puttgarden.

Fehmarn -hö- Die Zeit sitzt den meisten Sprinterfahrern immer im Nacken. Es ist fast schon ein alltägliches Bild, wenn die Klein-Lkw über die Straßen donnern. Im Rahmen eines Schwerpunktprogramms haben die Beamten der Wasserschutzpolizeistation in Puttgarden im letzten Jahr ihr Augenmerk besonders auf diese Sprinter gerichtet und sich den Lenk- und Ruhezeiten gewidmet.

Über einen Zeitraum von zwölf Monaten sind im Bereich des Fährbanhnhofs Puttgarden 272 Fahrzeuge kontrolliert worden. Der überwiegende Teil mit 54 Prozent stammte aus Polen. 15 Prozent kamen aus Rumänien, sieben Prozent aus Deutschland, die restlichen 24 Prozent aus verschiedenen weiteren Ländern.

Aus Sicht von Revierleiter Frank Petri (56) erbrachten die stichprobenartig durchgeführten Kontrollen ein „erschreckendes Ergebnis“, denn es wurde eine Beanstandungsquote von 26 Prozent registriert.

Vielen Fahrern von Fahrzeugen mit einem zulässigen Gesamtgewicht von 2,8 bis 3,5 Tonnen („Sprinter-Klasse“) sei oft gar nicht bewusst, dass auch sie Lenk- und Ruhezeiten einhalten und diese zudem dokumentieren müssten, so Petri. „Das Problem liegt aber nicht nur bei den Fahrern, sondern häufig auch bei den Unternehmern“, berichtet der 56-jährige Hauptkommissar. Oft wechselten die Fahrer, denn fast jeder – nicht nur Berufskraftfahrer – sei dazu berechtigt, Fahrzeuge der „Sprinter-Klasse“ zu führen. „Vom Studenten bis zum Rentner“, formuliert Petri etwas salopp.

Das Besondere: Ein Sonntagsfahrverbot für Sprinter, die häufig schon mit einer Schlafkabine auf den Dach ausgerüstet sind, gibt es nicht. So können diese Sprinter täglich unterwegs sein. Aber auch für sie gilt eben, dass der Fahrer nach 4,5 Stunden eine 45-minütige Pause einzulegen hat und danach erneut 4,5 Stunden hinterm Lenkrad sitzen darf, ehe er seine mehrstündige Ruhezeit antreten muss.

Nach Abschluss des Schwerpunktprogramms können die Beamten der Wasserschutzpolizei aber auch ein positives Fazit ziehen. Denn in der Kenntnis, dass in Puttgarden bei Kontrollen, auch wenn sie nur stichprobenartig durchgeführt werden, verstärkt auf die Lenk- und Ruhezeiten geachtet wird, ist die Zahl der Beanstandungen in der zweiten Jahreshälfte spürbar zurückgegangen. „Ein Lerneffekt ist durchaus erkennbar“, so Petri gegenüber dem FT.

Die stichprobenartigen Kontrollen würden auch in diesem Jahr fortgeführt, kündigte der Stationsleiter an. Und wie schon 2018 würde zudem auf die Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen bei Gefahrguttransporten geachtet, wobei es in dieser Hinsicht im letzten Jahr keine besonderen Auffälligkeiten gegeben hätte, stellte Frank Petri heraus.

Das Schwerpunktprogramm für 2019 ist auch schon benannt. So will die Wasserschutzpolizei in der Vor-, Haupt- und Nachsaison verstärkt ein Auge auf die Wassersportler werfen. Hauptkommissar Frank Petri erwartet „eine spannende Saison“.

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