Schadhafte Dämmung des Heizungssystems / Gesundheitsgefährdung nicht ausgeschlossen

St.-Nikolai-Kirche bleibt bis auf Weiteres geschlossen

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Die imposante St.-Nikolai-Kirche in Burg muss aufgrund einer schadhaften Dämmung des Heizungssystems voraussichtlich für mehrere Wochen geschlossen bleiben

FEHMARN -hö- Die St.-Nikolai-Kirche in Burg ist ab sofort geschlossen. Bereits am Sonntag hat der Sonntagsgottesdienst nicht in der Kirche, sondern im Gemeindehaus stattfinden müssen. Kirchengemeinderat und Kirchenkreis haben sich zu der Maßnahme entschlossen, da nicht ausgeschlossen werden kann, dass über die Warmluftkanäle der Heizungsanlage gesundheitsgefährdende Partikel einer schadhaften Dämmung die Luft in der Kirche belasten.

Ob und in welchem Umfang Fasern der Mineralwolle ins Kircheninnere gelangen, darüber sollen nach Auskunft von Marco Heinen, Pressesprecher des Kirchenkreises Ostholstein, Messungen einer Fachfirma Aufschluss geben. „Mit Ergebnissen ist nicht vor Freitag zu rechnen“, so Heinen am Sonntagnachmittag gegenüber dem FT.

Dämmmaterial ist gesundheitsgefährdend

Mitglieder des Bauausschusses des Kirchengemeinderats hatten kürzlich bei einer Besichtigung des Heizungssystems die Schadhaftigkeit der Dämmung an den Zuleitungswegen der Heizungsanlage zum Innenraum der Kirche festgestellt. Laut Heinen handelt es sich dabei „um einen handelsüblichen Mineraldämmstoff, wie er noch Ende der 1990er-Jahre vielfach verwendet wurde, der in dieser Form aber inzwischen als gesundheitsgefährdend eingestuft wird“.

Kirchenkreis und Kirchengemeinderat bedauern die umgehende Schließung der St.-Nikolai-Kirche, bitten aber um Verständnis für den Schritt, der in Fürsorge für die Mitarbeiter und die Gemeindeglieder erfolgt sei. Die Schließung der Kirche hat natürlich direkte Auswirkungen auf das Gemeindeleben in der Kirchengemeinde. In der Pressemitteilung des Kirchenkreises heißt es: „Der Kirchengemeinderat und der Kirchenkreis Ostholstein sind sich dessen bewusst, dass die kurzfristige Sperrung mit Blick auf Gottesdienste, Hochzeiten, Beerdigungen und Konzerte sehr unerfreulich ist.“

Chorkonzert verschoben auf 21. April 2018

Der Schließung zum Opfer fällt auch das für Freitag (13. Oktober) vorgesehene Chorkonzert zum Reformationsjubiläum. Wie Kirchenkreismusikdirektor Johannes Schlage mitteilt, wird das Konzert voraussichtlich am 21. April 2018 nachgeholt und rechtzeitig angekündigt. Eintrittskarten behalten ihre Gültigkeit, können aber auch im Kirchenbüro, Breite Straße 47, während der Öffnungszeiten zurückgegeben werden. Der Kirchengemeinderat will nun mit den Nachbargemeinden „praktikable Lösungen für alternative Veranstaltungsorte“ finden.

Genaue Aussagen zur Dauer der Schließung könnten laut Heinen aber erst nach erfolgter Auswertung der Messreihe erfolgen. Er geht davon aus, dass die St.-Nikolai-Kirche mindestens für einige Wochen geschlossen bleibt. Läuft es gut, könnte sie im November oder Dezember wieder genutzt werden, im ungünstigsten Fall aber auch erst im nächsten Jahr.

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