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St.-Petri-Kirche auf Fehmarn: Kirchendach soll leuchten

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Von: Andreas Höppner

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Fehmarn St.-Petri-Kirche Hohlpfannen Niclas Dürbrook
Unter den wachsamen Augen der Dachdeckermeister Patricia und Gerhard Wolf platziert Niclas Dürbrook die ersten roten Hohlpfannen © Andreas Höppner

Die ersten Hohlpfannen sind auf der Südseite des Kirchenschiffs der St.-Petri-Kirche in Landkirchen auf Fehmarn verlegt worden.

Fehmarn – Niclas Dürbrook, Kreisvorsitzender der SPD und Landtagskandidat, strahlte bis über beide Ohren, als er in einem symbolischen Akt die ersten Hohlpfannen auf die neue Dachlattung auf der Südseite des Kirchenschiffs der St.-Petri-Kirche legen durfte. Er hatte diesen Job stellvertretend für die an Corona erkrankte SPD-Bundestagsabgeordnete Bettina Hagedorn übernommen.

Zuvor hatte Pastor Bertolt Kark-Carlson in einleitenden Worten der ostholsteinischen Bundestagsabgeordneten und dem Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages seinen Dank ausgesprochen, nach der Zuschussgebung für die Sanierung des Glockenturms 2016 auch bei der Dachsanierung mit Bundesmitteln bedacht worden zu sein. 350000 Euro sind es diesmal. Ohne Beteiligung des Bundes wären viele notwendigen Sanierungen von Kirchen gar nicht möglich, machte auch der zuständige Architekt Torsten Ewers, unter dessen Ägide bereits zahlreiche Projekte dieser Art im östlichen Holstein durchgeführt worden sind, deutlich. Bei der Finanzierung solch kostenintensiver Maßnahmen trage aber auch die Reemtsma-Stiftung keinen unwesentlichen Teil bei, lobte Ewers. Und ebenso der Kirchenkreis Ostholstein.

Kosten wohl eine Million Euro

Nichtsdestotrotz wird die Maßnahme teurer, als ursprünglich angenommen. War zunächst von 700000 Euro ausgegangen worden, beliefen sich vor vier Monaten Schätzungen auf 900000 Euro, jetzt dürften es laut Pastor Kark-Carlson eine Million Euro werden.

Wie so oft treten bei solch großen Maßnahmen zunächst unentdeckt gebliebene Schäden auf, die behoben werden müssen, immense Kostensteigerungen bei Baumaterial tragen ebenso dazu bei, dass das einmal angedachte Budget häufig nicht gehalten werden kann.

Ausgesprochen glücklich ist die Kirchengemeinde darüber, dass die Sanierung des Dachreiters in einem Rutsch mit erledigt werden kann. Bei näherer Begutachtung hatte sich herausgestellt, dass das Holzbauwerk stark einsturzgefährdet war. Die Wetterhenne auf der Spitze des Dachreiters drehte sich ohnehin nicht mehr, sie war festgerostet. Das Gestänge samt Kugel soll aufgearbeitet und wieder funktionsfähig gemacht werden.

Arbeiten werden im Juli abgeschlossen

Der Pastor wie auch der Architekt gehen davon aus, dass die Arbeiten im Juli abgeschlossen werden können. Bis dahin sind auf einer Fläche von rund 1300 Quadratmetern noch etwa 20000 Hohlpfannen zu verlegen und zu verklammern. „Ich freue mich darauf, wenn die roten Dachpfannen die alten dunklen ersetzen“, sodass das Kirchendach weithin sichtbar über die Insel leuchten werde, hielt sich Kark-Carlson in seiner Vorfreude auf baldige Fertigstellung nicht zurück.

Und auch Niclas Dürbrook stimmte mit Verweis auf die offizielle Einweihung und strahlendem Lächeln in die Vorfreude mit ein. Zuletzt hatte es für den SPD-Kreischef bekanntlich wenig zu lachen gegeben, nachdem bekannt geworden war, dass der Schatzmeister der SPD Ostholstein und neu gewählte Eutiner Bürgermeister Christoph Gehl über einen längeren Zeitraum für private Zwecke Geld vom Parteikonto abgehoben hatte (wir berichteten).

Das ist eine bodenlose Frechheit.

CDU-Bundestagsabgeordneter Ingo Gädechens

Fehmarns CDU-Bundestagsabgeordneter Ingo Gädechens, Mitglied des Haushaltsausschusses, zeigte sich am Dienstag gegenüber dem FT schwer irritiert darüber, dass der symbolische Akt ohne ihn stattgefunden hat. Schließlich sei die 50-prozentige Förderung der Maßnahme auf seine Initiative hin gewährt worden, bei der Antragstellung habe Bettina Hagedorn, damals parlamentarische Staatssekretärin im Bundesfinanzministerium, dem Haushaltsausschuss als ordentliches Mitglied gar nicht angehört. Die ganze Geschichte sei purer Wahlkampf. „Das ist eine bodenlose Frechheit“, machte Gädechens seinem Ärger im fernen Berlin Luft. 

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