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Die Stadt Fehmarn möchte ukrainische Flüchtlinge aufnehmen.

Stadt Fehmarn möchte ukrainische Flüchtlinge aufnehmen: Wohnraum und Dolmetscher gesucht

  • Nicole Rochell
    VonNicole Rochell
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Im Zuge des Kriegs in der Ukraine möchte die Stadt Fehmarn als Bündnispartner der Aktion „Sicherer Hafen“ Flüchtlinge aufnehmen.

  • Hauptstadt Kiew gerade einmal 1700 Kilometer von Fehmarn.
  • Bürgermeister Jörg Weber sieht die Bilder aus der Ukraine mit Schrecken.
  • Wohnraum-Angebote oder Dolmetscher bei der Stadt Fehmarn melden unter 04371 506668 oder 04371 506627.

Fehmarn Krieg auf der Welt ist immer irgendwo. Eine traurige Realität. „Doch jetzt reden wir von Krieg in Europa.“ Und aus „irgendwo“ wird plötzlich „ganz nah“. Gerade einmal 1700 Kilometer ist Kiew von Fehmarn entfernt.

Der Verrückte handelt nicht normal, der bringt die ganze Welt ins Wanken.

Fehmarns Bürgermeister Jörg Weber

„Der Verrückte handelt nicht normal, der bringt die ganze Welt ins Wanken“, so Fehmarns Bürgermeister Jörg Weber, der sich seit Putins Einmarsch in die Ukraine nicht selten Gedanken über diesen russischen Angriffskrieg und all seine Folgen macht. 

Weber, der selbst Kinder und Enkelkinder hat, sieht die Bilder in den Medien mit Schrecken: Frauen und Kinder auf der Flucht, in Kellern und U-Bahn-Schächten, die nicht wissen, ob ihre Männer, ihre Väter noch lebten. Und er fragt sich, wie Europa und die Welt für die Generation seiner Kinder und Enkelkinder aussehen werde, „wenn solche Verrückten in der Welt hantieren“, denkt Weber dabei nicht zuletzt auch an Despoten wie Recep Tayyip Erdoğan, Viktor Orbán, Kim Jong Un oder Donald Trump seinerzeit. 

Ich hoffe, dass das eigene Volk Putin sagt: So geht es nicht weiter.

Fehmarns Bürgermeister Jörg Weber

Die Gedanken von Jörg Weber gehen auch zu Fehmarns Partnerstadt Neringa in Litauen, rund 1100 Kilometer von der Ukraine entfernt. Die Hoffnung, dass dieser Irrsinn ende, setzt Weber auch in die Menschen vor Ort. Dass sie weiterhin auf die Straße gehen gegen diesen Krieg. „Ich hoffe, dass das eigene Volk Putin sagt: So geht es nicht weiter“, wünscht sich Fehmarns Bürgermeister. Währenddessen dürfe der Druck aus dem Westen nicht nachlassen, so Weber, der harsche Kritik an Altkanzler Gerhard Schröder übt, dem der Instinkt für richtig und falsch völlig verloren gegangen zu sein scheine. Weber hätte sich gewünscht, dass Schröder sich zu seiner Freundschaft zu Putin und seinen Lobby-Mandaten für staatliche russische Energiekonzerne lossagt.

Bürgermeister Jörg Weber sagt für Fehmarn Hilfe und Unterstützung für Flüchtlinge aus der Ukraine zu. Die Stadt habe sich gegenüber dem Land zur Aufnahme von Flüchtlingen bereit erklärt. „Kurzfristig können in einer städtischen Unterkunft bis zu zehn Personen aufgenommen werden; die Stadt ist bemüht, demnächst noch weitere freie Plätze zu schaffen“, so Fehmarns Bürgermeister. Auch diverse Privatinitiativen sind bekannt, ließ Weber wissen, der erste Maßnahmen der Unterstützung auch im jüngsten Hauptausschuss mitgeteilt hatte. So hätten sich Fehmaraner aus Bojendorf und Landkirchen bereit erklärt, Ferienwohnungen und Zimmer für Flüchtlinge bereitzustellen. „Dort können weitere 14 Personen eine sichere Bleibe finden. Hierfür sage ich ganz herzlichen Dank“, so Weber zu den privaten Angeboten, die gern Nachahmer finden dürften.

Am Mittwoch hatte die Stadt an einer Videokonferenz des Bündnisses der Städte „Sicherer Hafen“ teilgenommen, um sich mit den anderen Bündnisstädten hinsichtlich der Flüchtlingssituation im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine auszutauschen.

Zehn Flüchtlinge aus dem Sudan und Eritrea 2021 aufgenommen

Nachdem die Stadt im vergangenen Jahr zehn Flüchtlinge aus dem Sudan und aus Eritrea im Rahmen des „Landesaufnahmeprogramms 500“ aufgenommen habe, komme der Erklärung als „Sicherer Hafen“, zu der sich die Stadt bekanntlich am 25. März 2021 erklärt hatte, durch die Aufnahme von Ukraine-Flüchtlingen eine ganz neue Bedeutung und Herausforderung zu, der sich die Stadt gerne stelle, so Weber. Wer selbst Wohnraum anbieten oder sich als Dolmetscher zur Verfügung stellen möchte, wird gebeten, sich bei der Stadt Fehmarn (04371506668 oder 506627) zu melden.

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