Unterstützung durch Polizei / Verwaltung erarbeitet Kontrollplan für Stichproben

Stadt kontrolliert Zugreisende

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Die Polizei im Gespräch mit einer Mitarbeiterin der Deutschen Bahn Regio am Burger Bahnhof.

Fehmarn –mb– In Zeiten der Corona-Krise ist Fehmarn dicht. Eine Kontrollstation vor der Fehmarnsundbrücke, die Wasserstraßen sind auch geschlossen – was bleibt? Genau: die Schiene. Bisher seien Regionalbahnen, die bis nach Burg und Puttgarden fahren, wohl „durchgerutscht“, sagte Bürgermeister Jörg Weber, der sich zusammen mit seinem Fachbereichsleiter Allgemeine Verwaltung, Günther Schröder, am Sonnabend an beiden Bahnhalten einen Eindruck verschaffte – auch der stellvertretende Leiter des Fachbereiches Ordnung und Soziales, Friedrich Rathjen, war am Burger Bahnhof vor Ort.

  • Kreis bat um Amtshilfe
  • Medizinische Kapazitäten reichen nicht aus bei Besucheransturm
  • Stadt stellt Stundenplan für stichprobenartige Kontrollen auf

Denn ab sofort kontrolliert die Stadt mit Unterstützung der Polizei Zugreisende, die vom Festland kommen und auf die Insel möchten. Die Stadt habe beim Kreis angefragt und nun komme die Sache ins Rollen, so der Bürgermeister. Die Bitte um Amtshilfe kam vom Kreis Freitagmittag. Seit Sonnabend stimmen sich Fehmarns Verwaltung sowie Landes- und Bundespolizei gemeinsam ab.

Keine Reisenden in der Regionalbahn: „gut so“

Zunächst blieb es bei Trockenübungen. Die ankommenden 10-Uhr- und 12-Uhr-Regionalbahnen kamen ohne Passagiere nach Fehmarn. „Gut so“, kommentierte Weber, der mittlerweile gebetsmühlenartig immer das eine Missverständnis auszuräumen versucht. „Es ist nicht so, dass wir Gäste und Besucher vom Festland vergraulen wollen. Es geht während der Pandemie einfach nicht, wenn wir unsere medizinischen Kapazitäten nicht einer Überlastung aussetzen wollen“, betonte Weber vehement.

Während die Fahrgastzahlen sehr überschaubar ausfielen – im 12-Uhr-Zug war eine Frau mit Fahrrad unterwegs, die aber in Großenbrode ausstieg –, nutzten die Akteure am Wochenende die Zeit, um Abläufe einzuspielen. „Es hat gut funktioniert“, so Webers Fazit. Der Bürgermeister hatte auch eher die kommenden Feiertage im Blick. „Da wird in den Regionalbahnen sicherlich mehr los sein.“

Bürgermeister Jörg Weber (r.) und Günther Schröder, Leiter Allgemeine Verwaltung, am Sonnabend in Puttgarden.

Ab heute will die Stadtverwaltung eine Art Stundenplan erarbeiten, der die Grundlage für das stichprobenartige Kontrollieren der ankommenden Züge sein soll. „Wir werden zu unterschiedlichen Zeiten kontrollieren und dafür Teams bilden.“ Personal werde man auch aus anderen Fachbereichen zusammenziehen, so Weber. Die Polizei müsse dabei stets in die Kontrollen eingebunden sein – schon in Anbetracht „Uneinsichtiger oder Querulanten“, die in den Zügen sitzen könnten. Bereits in Oldenburg wird die Polizei während des Halts der Regionalbahn Fahrgäste darauf aufmerksam machen, dass die Reisebeschränkungen nach Fehmarn auch für die Schiene gelten.

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