Knappe Mehrheit für SPD/FWV-Antrag: Bahnstation Heiligenhafen-Großenbrode soll unterstützt werden

Stadt sieht von ICE-Halt-Forderung ab

FEHMARN -mb- Wie wird Fehmarn im Zuge der neuen Hinterlandanbindung an die Schiene angebunden sein? Das Thema sorgte bereits in der Einwohnerfragestunde der jüngsten Stadtvertretung für Aufruhr im Sitzungssaal, als sich, wie so oft in den letzten Monaten, Hartmut Specht, Sprecher der Bürgerinitiative Fehmarn-Beltverkehr, von seinem Sitz erhob.

Specht kämpft unermüdlich für einen Bahnhalt an der Trasse und hatte unlängst vorgeschlagen, eine Befragung der Fehmaraner analog der Inselfusion auf eigene Kosten durchzuführen. Dies habe er auch an Bürgervorsteherin Brigitte Brill (SPD) geschrieben, dies in Stadtvertretung einzubringen, aber keine Antwort bekommen. „Für mich ist das kein Antrag. Wir wissen nicht, was das kostet“, so Brill. „Das kann ich nicht nachvollziehen. Das ist nicht demokratisch“, so Specht, der den Antrag von SPD und FWV als „hinterlistig“ bezeichnete, da dieser dem Forderungskatalog widerspreche. „Sie verbergen alles, es findet hinter den Kulissen statt“, so Specht empört. „Das verbitte ich mir“, konterte Brill. Marco Eberle (Grüne) empfahl, eine Bürgerbegehren anzustoßen. „Sie überreichen der Verwaltung die Unterschriften und dann können wir gar nicht anders.“

Der besagte Antrag wurde wenig später vorgestellt. Vier Punkte enthält er: Unstrittig waren die zwei Forderungen – jeweils 21 Jastimmen – nach zweigleisigem Ausbau des Burger Bahnhofes und einem verbesserten Fahrplan (unter anderem keine Ausdünnung an den Randzeiten und Einstundentakt).

Deutlich Gegenwind gab es für die weiteren Absätze wie die Forderung, den Fernhaltepunkt an der Trasse aus dem Forderungskatalog zu streichen und einen ICE-Haltepunkt „Wagrien“ an der neu zu errichtenden Bahnstation Heiligenhafen-Großenbrode zu unterstützen. „Es gibt keine höhere Wahrscheinlichkeit für einen ICE-Halt auf der Grünen Wiese als auf Fehmarn“, betonte Christiane Stodt-Kirchholtes. „Wir sollten für Fehmarn fordern – wenn hier alles tot ist, kann ich auch nach Oldenburg fahren“, sagte Werner Ehlers (CDU), dessen Fraktion dagegen votierte. Bis auf Aileen Ehler (CDU), die sich enthielt, sodass der SPD/FWV-Antrag mit elf zu zehn Stimmen verabschiedet wurde.

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