ABA sieht Gefahren für Innenstadt / Tenor der Versammlung: Nicht warten, bis es zu spät ist

Aus der Stärke heraus handeln

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Der Vereinsname ist Mission: Noch sei Burg gut aufgestellt, doch Gefahren und Herausforderungen lauern überall, war auf der ABA-Versammlung zu vernehmen.

FEHMARN – Von Manuel Büchner Zehn Jahre gibt es den Verein Attraktive Burger Altstadt (ABA) nun bereits schon. Grund genug, bei der Jahreshauptversammlung am Mittwochabend auf die bisherigen Aktivitäten des Vereins zurückzublicken. Das übernahm der 2. Vorsitzende Claus-Michael Rathjen, während der 1. Vorsitzende Jan Peter Ehlers durch den Abend moderierte.

Rathjen nahm im Vorstandsbericht kein Blatt vor den Mund, wies auf aktuelle Probleme und Gefahren für die Innenstadt hin, deren Erhalt „nur aus einer wirtschaftlichen Stärke heraus erhalten werden kann“. Dazu gehören laut ABA die noch nicht umgesetzte Verkehrsleitplanung, die unglückselige Diskussion um die Ansiedlung eines Drogeriemarktes im Gewerbegebiet Burg-West und die fehlenden ParkplatzhinweisSchilder an den Einfallstraßen. Auch das Parkhaus-Konzept für den Parkplatz Ost müsse als Lösungsansatz mehr Beachtung finden. Das sei zudem ein Standort für die Burger Wehr im Erdgeschoss. Ortswehrführer Dirk Westphal dazu: „Wir freuen uns, dass sie unsere Diskussion um ein neues Feuerwehrhaus aufgegriffen haben.“ Auch die Burger Wehr favorisiere als Standort den Parkplatz Ost.

Letztlich gab Rathjen zu bedenken, dass die Burger Innenstadt nicht mehr so stark sei, wie sie gerne dargestellt werde. „Wir möchten nicht, dass uns das Schicksal verwaister Stadtzentren ereilt.“

Zwei Referenten hatte sich die ABA in die Burg-Klause eingeladen, die Rathjens Fazit durchaus konterkarierten. Ohne Frage habe der Einzelhandel eine ganz entscheidende Funktion für Fehmarn, betonte zunächst Julia Lemke vom Beratungsunternehmen CIMA. Lemke war dabei, als 2016 das Einzelhandelskonzept für Fehmarn erstellt wurde. Daraus sei unter anderem hervorgegangen, dass der Nahversorgungsstandort Burg-West als Ergänzung und nicht als Konkurrenz zur Innenstadt zu sehen sei. Rathjen hatte dies wenige Minuten zuvor ein wenig anders formuliert, als er davon sprach, dass Handelszentren am Stadtrand nicht ergänzend wirken, sondern die Innenstadt ersetzen würden.

Nur kleinere Stellschrauben gab Lemke der ABA mit auf den Weg: Digitale Sichtbarkeit stärken („Jeder Betrieb sollte online auffindbar sein.“), Verlässlichkeit stärken („Gleichen Sie ihre Öffnungszeiten an.“) und Entrümpelung starten („Reduzieren Sie die Aufsteller und bereinigen Sie die Wegflächen.“).

Bernd Horst von der IHK Lübeck zeichnete die größeren Entwicklungslinien, so zum Beispiel die Folgen aus dem Landesentwicklungsplan, die Bäderverordnung ab 2023, Sicherheitskonzepte oder die Gefahr durch Outlet-Center. Alles in allem bescheinigten die Redner der Burger Altstadt jedoch gute Noten. „Unser Eindruck: Bei ihnen sieht es gut aus“, so Lemke.

Ein anderes Bild zeichnete Dieter Deike, Prokurist und Marketing-Chef beim Kaufhaus Stolz. „Es geht uns besser als anderen Orten, aber wenn es uns erst richtig schlecht geht, ist nichts mehr zu retten“, startete Deike sein flammendes Plädoyer für die Innenstadt. Er kritisierte, dass es eine notwendige Ernsthaftigkeit in den Gesprächen immer erst dann geben würde, wenn die Not bereits groß sei. Viel Zustimmung von den 26 Mitgliedern und auch den Gästen. „Er trifft den Kern“, meldete sich Reimer Jens sen. zu Wort und plädierte zugleich für eine moderatere Parkplatzgebührenordnung. Er und Dierk Brüller wünschten sich zudem, dass die Politik mehr auf die Expertise der ABA bei der Entwicklung der Innenstadt zurückgreifen möge.

Nicht zuletzt bat der 2. Vorsitzende darum, die Anliegen der ABA nach außen zu tragen und für diese zu werben. „Werden sie selbst aktiv, gerne durch Mitarbeit in unseren Arbeitskreisen. Bei aller Ernsthaftigkeit der Themen – wir sind ein lustiger Haufen.“

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