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Stauwochenende auf Fehmarn: Kommunalpolitik hat „dicken Hals“

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Von: Andreas Höppner

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Fehmarn Stau Wochenende Pfingsten
Pfingsten droht der nächste Megastau. © Andreas Höppner

Die Kommunalpolitik hat nach dem Stauwochenende auf Fehmarn einen dicken Hals.

Fehmarn – Das Stauwochenende schlägt auf Fehmarn hohe Wellen. Die Fehmarnsundbrücke mit der fatalen 10-km/h-Beschränkung am inselseitigen Fahrbahnübergang wirkte wie ein Flaschenhals, der den gesamten Rückreiseverkehr von der B 207 und den Zubringerstraßen aufnehmen musste. Ein Dauerstau bis weit in die Abendstunden hinein war die Folge.

Wir werden auf jeden Fall tätig werden.

Heinz Jürgen Fendt (SPD), stellvertretender Bürgermeister

Stadtverwaltung und Kommunalpolitik wollen das nicht mehr hinnehmen und kündigen massiven Protest bei der für die Sanierungsarbeiten zuständigen Deutschen Bahn sowie der Landesregierung an. „Wir werden auf jeden Fall tätig werden“, teilt der stellvertretende Bürgermeister Heinz Jürgen Fendt (SPD) mit, der bis Montag urlaubsbedingt die Amtsgeschäfte Jörg Webers innehatte. Nach Bildung der neuen Landesregierung müsse man in Verhandlungen mit dem neu besetzten Verkehrsministerium treten, fordert Fendt. Diese Szenarien, wie sie jetzt „eingetreten sind, sind alle aufgezeigt worden“, doch seien sie von der Landesregierung als nicht relevant zurückgewiesen worden, moniert der Stellvertreter Webers. Wenn etwas passiert wäre, „hätten wir hier schlechte Karten gehabt“, erinnert Fendt beispielsweise an mögliche dringende Krankentransporte aufs Festland.

Werner Ehlers fordert Kontaktaufnahme mit Landes- und Bundespolitikern

Auch in Reihen der CDU „haben alle einen dicken Hals“, wie Fraktionschef Werner Ehlers die Seelenlage der Christdemokraten beschreibt. Am Montagabend sollte das Stauwochenende auch auf der Fraktionssitzung zum Thema gemacht werden. Er sei zwar kein Fachmann, so Ehlers, doch wenn es „technisch anders gemacht werden kann“, dann müsse die Situation auf der Brücke umgehend entschärft werden. Die von der Bahn angekündigte Veränderung, die ab 13. Juni eine Heraufsetzung auf eine Höchstgeschwindigkeit von 20 km/h ermöglicht (wir berichteten), sieht Ehlers nicht als entscheidenden Durchbruch für eine Entschärfung. Auf jeden Fall müsse eine Kontaktaufnahme mit den hiesigen Landes- und Bundespolitikern erfolgen, so Ehlers. 

So geht das nicht weiter, das ist der Hammer.

Hans-Peter Thomsen (FDP-WUW)

„So geht das nicht weiter, das ist der Hammer“, ist für Hans-Peter Thomsen (FDP-WUW) das Fass schon am ersten großen Urlaubswochenende übergelaufen. Er habe sich vorgenommen, Kontakt mit dem Bürgermeister aufzunehmen, damit dieser sich mit der Bahn in Verbindung setzt, damit „die Bahn die Schwelle rausnimmt“, so Thomsen. Auf der Fraktionssitzung am Montagabend sollte der Megastau ebenfalls zum Thema gemacht werden.

Das geht nur übers Land.

Gunnar Mehnert, stellvertretender Fraktionsvorsitzender von F³

„Das geht nur übers Land“, sieht Gunnar Mehnert, stellvertretender Fraktionsvorsitzender von F³, nur eine Chance auf Besserung, wenn Landtagsabgeordnete wie Peer Knöfler (CDU) sich der Sache annehmen und über die Staatskanzlei gehen würden. Sich direkt an die Deutsche Bahn zu wenden, sei sinnlos.

Dirk Frohberg sieht Einwirkungsmöglichkeiten begrenzt

Dirk Frohberg, Fraktionschef der Freien Wählervereinigung Fehmarn (FWV), hält die Einwirkunsgmöglichkeiten der Kommunalpolitik auf die Entscheidungsträger für begrenzt. Man könne höchstens noch einmal an die Stadtverwaltung herantreten, damit diese sich mit den Vorhabenträgern in Verbindung setzt.

Marco Eberle will Thematik im Hauptausschuss nochmal ansprechen

Auch Fehmarns Grüne sehen dringend Handlungsbedarf. Fraktionssprecher Marco Eberle hat zudem Hoffnung, dass ein Verkehrsministerium einer neuen schwarz-grünen Landesregierung den Problemen dieser Region wesentlich offener gegenübersteht als das bisherige unter FDP-Regie. Auch im Hauptausschuss wolle er die Thematik noch einmal ansprechen. So treibe ihn die Sorge um, dass Schwangere nicht rechtzeitig zur Entbindung in die Klinik aufs Festland kommen.

Doch erst einmal kommt in wenigen Tagen das Pfingstwochenende, an dem sich das Szenario vom Sonntag wiederholen könnte.

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