Leuchtturm in Westermarkelsdorf auf Fehmarn wird durch Neubau ersetzt / Radaranlage für den Fehmarnbelt

Strahlender Wegweiser tritt ab

Ein neuer Leuchtturm entsteht. Ende des Jahres soll der Neubau an der Nordwestspitze Fehmarns laut Wasser- und Schifffahrtsamt fertiggestellt sein. Im Hintergrund ist der alte, denkmalgeschützte Turm zu sehen.
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Ein neuer Leuchtturm entsteht. Ende des Jahres soll der Neubau an der Nordwestspitze Fehmarns laut Wasser- und Schifffahrtsamt fertiggestellt sein. Im Hintergrund ist der alte, denkmalgeschützte Turm zu sehen.

Fehmarn – mb – Fast 50 aktive und inaktive Leuchttürme, der Älteste steht in Travemünde, gibt es zwischen Flensburg und Usedom. Auf Fehmarn, in Marienleuchte, Staberhuk, Strukkamphuk, Flügge und Westermarkelsdorf, stehen fünf Exemplare – das dürfte sich bald ändern, denn in Westermarkelsdorf entsteht gerade ein neuer Turm, direkt neben dem bisherigen Backsteinbauwerk, das unter Denkmalschutz steht.

Während der alte Turm 17,7 Meter in die Höhe ragt, wird der neue 26 Meter messen. „Die Fertigstellung ist bis Mitte Dezember geplant“, teilt Lars Fokuhl, Bautechniker beim Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA) Lübeck, dem FT mit. „Dann wird der Regelbetrieb des Leuchtfeuers vom neuen Leuchtturm aus erfolgen“, so der Fachmann aus der Hansestadt. Das WSA baut, betreibt und unterhält die Leuchttürme.

Nötig wird der Neubau, weil eine zusätzliche Kontrolle während derBauphase der Festen Fehmarnbeltquerung geschaffen werden muss und zwar per rund sieben Meter hoher Radaranlage oberhalb des Leuchtfeuers. „Dafür ist der alte Turm nicht mehr geeignet“, weiß Fokuhl. Er spricht von den bekannten jährlich rund 40000 Schiffsbewegungen durch den Fehmarnbelt. Die Vorhabenträger des Ostseetunnels planen während der Bauzeit mit weiteren 40000 Schiffsbewegungen im Jahr. Dazu kommen über 35000 Fährüberfahrten zwischen Puttgarden und Rødby.

Normalerweise reicht das Schiffs-Identifizierungssystem (kurz AIS) aus, um per Transponder über zwei reservierte UKW-Frequenzen unter anderem dynamische Daten zur Position und Geschwindigkeit zu senden. Verpflichtend ist es allerdings nur für den kommerziellen Schiffsverkehr, unter anderem Sportboote müssen somit kein AIS an Bord haben. „Bei Engpässen, wie beispielsweise in der Kieler Bucht, kommt die zusätzliche Radarkontrolle zum Einsatz“, so Fokuhl. Zukünftig auch von Westermarkelsdorf aus für den Fehmarnbelt.

Wirkliche Leuchtturm-Romantik, wie sie nebenan beim 1881 errichteten, achteckigen Turm aus Backsteinmauerwerk mit einer Galerie mühelos entsteht, will beim Neubau nicht so recht aufkommen. Etwas hübscher wird der Bau aber noch, der sich bisher nur als weiße Säule präsentiert, wenn das Leuchtfeuer aufgebaut ist und der Turm ganz ursprünglich als visuelles Schifffahrtszeichen zur sicheren Navigation seinen Dienst aufnimmt.

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