Strandhotel Bene Fehmarn Südstrand
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Hinter den Dünen des Südstrands: Das Strandhotel Bene in Burgtiefe auf Fehmarn feiert heute zehnjähriges Jubiläum.

Strandhotel Bene feiert zehnjähriges Jubiläum: Fehmarns Politik entscheidet über Hotelerweiterung

  • Manuel Büchner
    VonManuel Büchner
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Das Strandhotel Bene in Burgtiefe auf Fehmarn ist eins von zwei Vier-Sterne-Häusern auf Fehmarn. Nach einem holprigen Start ist das Bene längst ein etabliertes Haus. Der Politik liegt ein Antrag auf Erweiterung vor.

  • Strandhotel Bene auf Fehmarn feiert Jubiläum.
  • Zweites Gebäude: Um wettbewerbsfähig zu bleiben, will der Besitzer sein 43-Zimmer-Haus Richtung Osten erweitern.
  • Politik berät über Vorhaben bisher im nicht öffentlichen Fachausschuss.

Fehmarn – Heute vor zehn Jahren eröffnete mit dem Strandhotel Bene das erste Vier-Sterne-Hotel auf Fehmarn. Vorher war der weiße Würfel aus den 70er-Jahren am Südstrand in Burgtiefe als Hotel Intersol bekannt. Im November 2011 übernahm der Unternehmer Werner Beneken, sanierte und modernisierte binnen weniger Monate. Teilweise waren in der Umbauphase 60 Personen gleichzeitig tätig – und das sieben Tage die Woche.

Antrag auf Erweiterung um einen zweiten Bau, östlich des Hotels

Zum Zehnjährigen will das Hotel aber nicht viel Tamtam veranstalten. „Ein stilles Jubiläum“, nennt es die Direktorin Agnieszka Dörfer. Für Gäste gibt es einen Sekt und eine kleine Überraschung aus der Küche. 43 Zimmer hat das Hotel in einer „familiären Atmosphäre“, so Dörfer. Das Jubiläumsjahr könnte nun wieder für einen Meilenstein sorgen. In der politischen Befassung befindet sich der Antrag auf Erweiterung um einen zweiten Bau, östlich des Hotels. „Wir wollen wachsen“, so die gebürtig aus Polen stammende Hotelchefin, die im Alter von 20 Jahren nach Fehmarn kam. Die studierte Germanistin wollte eigentlich Lehrerin werden. Ihre Berufung hat sie aber im Bene gefunden. „Hier fühle im mich wohl. Ich liebe, was ich mache.“

Entweder hochwertig oder gar nicht.

Hotelier Werner Beneken

Dass der Unternehmer Beneken ins Hotelbusiness einstieg, war mehr dem Zufall geschuldet. Er sei mit seinem Bruder Eduard am Strand spazieren gegangen, als der zu ihm gesagt habe, das Hotel sei zu kaufen, erinnert sich der Unternehmer. Der Rest ist Geschichte – die anfangs aber recht holprig verlief. Personalmangel, häufiger Wechsel der Hotelleitung, bis zu Problemen mit den Brandschutzauflagen. Dennoch: Beneken, der bei der Innengestaltung des Hotels selbst Hand anlegte, blieb seinem Motto treu: „entweder hochwertig oder gar nicht“. Viel Herzblut habe er reingesteckt – „jeder Schrank, jedes Bett ist handgefertigt“. Anderes gehe es auch nicht, wenn man erfolgreich sein wolle, denn „unsere Gäste sind mit dieser Qualität in ihrem Umfeld vertraut“.

Bene-Hoteldirektorin Agnieszka Dörfer.

Die große Wende für das Hotel brachte die damals jüngste Hotelchefin Deutschlands, Lea Haltermann. „Sie hat das Hotel zu dem gemacht, was es heute ist“, betont Dörfer, die im Bene Karriere gemacht hat. Angefangen im Service vor fünfeinhalb Jahren, später die Leitung des Frühstücksbereiches übernommen, dann die Veranstaltungsleitung innegehabt und schließlich von der Stellvertreterin zur Hoteldirektorin – ohne Einarbeitung zum Beginn der Coronapandemie. „Ich musste mich reinfuchsen“, so Dörfer, wobei die Pandemie mit den Lockdowns herausfordernder gewesen seien. „Es war traurig, nicht zu wissen, wie es weitergeht.“

Mittlerweile Schnee von gestern: „Es läuft richtig gut, wir sind ausgebucht“, ist Dörfer stolz auf das Erreichte. Auch Restaurant und Frühstück laufen gut. Angebote, die auch bei den Einheimischen beliebt sind.  

Erweiterung ist eine Frage der Wettbewerbsfähigkeit an der Schleswig-Holsteinischen Ostseeküste

Eine Erfolgsgeschichte für sich: die acht Saunazimmer. „Sie sind im Prinzip das ganze Jahr über ausgebucht“, sagt die Hoteldirektorin. Es ist also nicht verwunderlich, dass im geplanten Neubau in jedem der bis zu 30 Wellnesszimmer (Größe: 30 und 40 m2) eine Sauna (sechs m2) eingebaut werden soll.

Höhe des zweiten Gebäudes an das Haupthaus angepasst

Der Bau, genannt Wellnessturm, soll eine Grundfläche von rund 400 m2 haben und mit circa 16 Metern so hoch werden wie der bisherige Hotelbau. „Unser Vorhaben muss sich in das Gesamtbild einfügen“, betont Beneken. Da könne es nicht um Gewinnmaximierung gehen, sondern nur um die gesellschaftliche Verpflichtung, etwas zu bauen, das an den Ort passe, so der Vorhabenträger.

Wollen wir weiterhin in einer hohen Liga mitspielen, müssen wir attraktiver und hochwertiger werden.

Hotelier Werner Beneken

Die Notwendigkeit, zu bauen, ist für den Unternehmer eine Frage der Wettbewerbsfähigkeit. „Die Hotellandschaft an der Ostseeküste hat sich enorm verbessert. Wollen wir weiterhin in einer hohen Liga mitspielen, müssen wir attraktiver und hochwertiger werden.“ Gleichzeitig geht es für den Inhaber einer Unternehmensgruppe auch um die kritische Größe des Hotels im Sinne eines wirtschaftlichen Betriebs, die bei 90 bis 100 Betten angesiedelt ist. „Da liegen wir, müssten aber eigentlich größer sein.“ 

Idee einer Erweiterung nicht neu

Die Idee, sich zu vergrößern, besteht laut Hotelier bereits von Anfang an, konkreter sei es vor etwa fünf Jahren geworden. Seit knapp sieben Jahren, betreibt Beneken nach eigener Aussage das Hotel sehr erfolgreich. „Es ist eine feste Größe auf Fehmarn“, weiß der Unternehmer und hofft nun auf die Politik.

Beneken: Wenn gebaut werden darf, geht‘s los

Unter Ausschluss der Öffentlichkeit wurde im jüngsten Bau- und Umweltausschuss Benekens Vorhaben vorgestellt – ebenso das geplante Apartmenthotel von Vorhabenträger Tim Thelosen. Beide Unternehmer planen mit einem Grundstück der Stadt – an der Stelle, wo sich das WC-Gebäude befindet. Bürgermeister Jörg Weber: „Die Fraktionen beraten sich intern, im nächsten Fachausschuss kommt es wieder auf die Tagesordnung im nicht öffentlichen Teil, bevor dann zu einem späteren Zeitpunkt über beide Projekte öffentlich beraten und abgestimmt wird.“ Einen Aufstellungsbeschluss für einen Bebauungsplan gibt es demnach wohl erst frühestens im Juni. Beneken lässt keine Zweifel aufkommen: „Wenn der B-Plan steht und die Baugenehmigung da ist, fangen wir an zu bauen.“

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