Rückbau, Streichung, Neubau: 13 Anlieger rundum Wulfen wollen Umdenken in der Politik

Straßenpläne sorgen für Ärger

+
Im Gespräch mit Bürgermeister Jörg Weber waren am Freitagabend Volker und Malte Riechey sowie der Vorstand vom Golf Club Fehmarn.

Fehmarn – Von Manuel Büchner Die touristisch starke Entwicklung Wulfens und rundherum steht bereits seit Jahren nicht mehr im Einklang mit der desolaten Infrastruktur, die in den Inselsüden führt. So stehen auf der einen Seite der erfolgreiche Ausbau vieler Bauernhöfe zu Ferienhöfen, die Schaffung von Ferienwohnungen in Blieschendorf, Avendorf und Wulfen, die Entwicklung des Reitsports und des Surfspots Wulfen sowie der Golfpark und zwei Fünf-Sterne-Campingplätze, jedoch auf der anderen Seite ein katastrophaler Zustand der Straßen. „Wir schätzen, dass jährlich allein zum Golfplatz 75000 Personen fahren“, nannte der Präsident vom Golf Club Fehmarn, Kay-Michael Scholz, in einem Gespräch mit Bürgermeister Jörg Weber (SPD) am Freitag ein Beispiel für das hohe Verkehrsaufkommens in den Süden.

Lange hatten die Anlieger die Füße stillgehalten, seit dem Bauausschuss am 16. Mai, als das Kfz-Kernwegenetz (wir berichteten) beraten wurde, ist es damit vorbei. So soll die Strecke Avendorf-Wulfen, die nicht nur Dorfverbindungsstraße ist, sondern auch Zubringer zur B 207 und eine wichtige Rolle für die Freiwillige Feuerwehr Süderort spielt, auf eine Breite von 3,55 Meter zurückgestuft werden. Die Strecke Wulfen-Burg, aufgrund des Zustandes auf Tempo 30 begrenzt und mit Leitpfosten in den Banketten eingeschränkt, ist die zentrale Anbindung vom Süden in die Inselmetropole. Sie soll komplett gestrichen werden zugunsten einer Neubaustrecke quer über die Felder von Blieschendorf nach Wulfen.

Rückbau, Streichung, Neubau – für viele Anlieger geht die Entwicklung in die vollkommen falsche Richtung, sodass sie jetzt gemeinsame Sache machen. Ein Positionspapier, verfasst von 13 Landeigentümern und Anliegern, wurde an die Politik und Bürgermeister Weber versandt. Federführend schlugen Volker und Malte Riechey vom betroffenen Camping- und Ferienpark Wulfener Hals dem Bürgermeister im Gespräch einen Kompromiss vor, der auch Kosten sparen würde. So könne Avendorf-Wulfen anhand der bestehenden Flurstücksgrenzen (knapp zwölf Meter Breite) ausgebaut werden. Für weitere Einsparungen auf der Strecke Wulfen-Burg könne der Ausbau bis zur geplanten ringförmigen Umgehungsstraße erfolgen, wodurch ein Kilometer bis zum Burger Kreisel gespart werde.

Deutlich machte Riechey, dass nach Absprache keiner der Landbesitzer bereit wäre, Land für die Neubaustrecke Wulfen-Blieschendorf zu veräußern. Sowieso ein unverständlicher Schritt, so Riechey, schließlich sei der Ausbau Avendorf-Wulfen auf 5,50 Meter im Dezember 2017 beschlossen worden. Dass die dafür benötigten 3900 Quadratmeter Land noch nicht erworben werden konnten, liege an den drohenden Ausbaubeiträgen. „Verständlicherweise hält sich die Bereitschaft, Land abzugeben in Grenzen, wenn man hinterher für den Ausbau bezahlen muss“, so Riechey, der auch mit deutlicher Kritik an der Streckenstreichung Wulfen-Burg nicht hinter dem Berg hielt. „Der Ausbau auf 5,50 Meter wurde mit 2,4 Millionen im Haushalt beschlossen. Jetzt ist das Projekt gestoppt.“

Die 13 Unterzeichner sind die Eigentümer, die es für den Streckenausbau Wulfen-Burg für den Grundstückserwerb braucht. „Fallen die Straßenausbaubeiträge, wird keiner beim Verkauf mauern“, erklärte Riechey, der mit den Unterzeichnern auf eine weitere Befassung im Bauausschuss am Donnerstag (13. Juni) hofft. Der Bürgermeister versprach, dass Gespräch unter dem Tagesordnungspunkt Mitteilungen im Ausschuss zur Sprache zu bringen. Nichtsdestotrotz: „Entscheiden tut grundsätzlich die Politik. Die Verwaltung setzt um“, so Weber.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Regeln fürs Kommentieren: Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.