Wechsel an der Spitze: Andreas Wiese hört auf / Timo Barkow Nachfolger

Stühlerücken beim FCD

+
Der neue Vorstand des FC Dänschendorf: 1. Vorsitzender Timo Barkow (l.) und 2. Vorsitzender Marco Grage sowie 1. Beisitzer Hans-Jürgen Offenborn (stehend, v.l.), 3. Beisitzerin Simone Becker, Kassenwartin Doreen Tondera und Schriftführer Wolfgang Zobel

FEHMARN – Von Manuel Büchner Andreas Wiese hatte es bereits vor zwei Jahren angekündigt – am Freitag war es so weit: Der 1. Vorsitzende des FC Dänschendorf von 1958 zieht sich nach 18 Jahren Vorstandsarbeit, davon sieben an der Spitze, zurück. Am Ende war es kein Komplettumbruch, aber zumindest Stühlerücken im Vorstand war auf der Jahreshauptversammlung im Haus des Gastes angesagt.

Nicht einfach sei die Suche nach einem Nachfolger an der Spitze des Vereins gewesen. „Ich habe jemanden gefunden, der die Courage hat, den FC Dänschendorf zu führen“, sagte ein sichtlich gerührter Andreas Wiese. Mit der Empfehlung des Vorstandes wurde Timo Barkow von der Versammlung einstimmig gewählt. Der 32-Jährige ist seit 2006 Mitglied, war von 2010 bis 2018 bereits Beisitzer und bis Freitagabend noch 2. Vorsitzender für ein Jahr. „Eigentlich wollte ich im Verein nur ein bisschen Fußball spielen“, scherzte Barkow und erzählte in seiner offenen und direkten Art, wie es auch für ihn schwierig gewesen sei, einen Stellvertreter zu finden. „Eigentlich hatte ich jemanden, aber der ist vier Stunden vor der Sitzung abgesprungen.“ Ein Anruf bei Marco Grage, und nach fünf Minuten sei alles wieder im Lot gewesen. Grage wurde dann auch einstimmig als 2. Vorsitzender gewählt. Es läuft natürlich nicht immer so glücklich: Der Posten des 2. Beisitzers bleibt vorerst vakant.

Kassenwartin bleibt derweil Doreen Tondera, Schriftführer wird Wolfgang Zobel, zuvor 2. Beisitzer. Den Posten des 1. Beisitzers übernimmt Hans-Jürgen Offenborn.

Wiese blickte – zuvor noch in Amt und Würden – auf 2018 zurück und ließ nach seinem Rückzug auch die vergangenen Jahre kurz Revue passieren. So sprach der ehemalige Vorsitzende unter anderem vom Bau der Flutlichtanlage, der Erarbeitung der neuen Satzung, dem Ballfangzaun an der Nordseite, etlichen Renovierungsarbeiten und von der vor Kurzem neu eingebauten Heizungsanlage.

Die Zahl der Mitglieder ist mit derzeit 206 (207: 1. Januar 2018) fast gleich geblieben. Davon sind 96 in den acht Sparten des Vereins aktiv. Als alarmierend bezeichnete Wiese die Altersstruktur. Nur neun Mitglieder sind 18 oder jünger. „Die Kinder sind da. Wir müssen attraktive Angebote schaffen, auch wenn es schwierig ist.“ Der Dänschendorfer Jörg Josef Wohlmann sprach von 50 Kindern im Dorf.

An einem Beispiel aus der jüngsten Vergangenheit schilderte Wiese die Schwierigkeiten, qualifizierte Kräfte für Kinder und Jugendliche zu bekommen. „Heutzutage ist das alles komplizierter. Das Pensum der Lehrgänge will fast keiner auf sich nehmen.“ Bereits im letzten Jahr hatten zwei Mütter den Vorschlag an Wiese herangetragen, eine Kinderballspielgruppe zu gründen. Auch eine Pädagogin hätten die Frauen aufgetrieben, jedoch habe der Landessportverband ihre Qualifizierung nicht anerkannt. „Wiederum hat die Frau aufgrund ihrer Qualifikation auch eine konkrete Vorstellung hinsichtlich der Vergütung. Zuschüsse kriegen wir nicht.“ Eine Finanzierung über den Mitgliederbeitrag – für Kinder nimmt der Verein 24 Euro im Jahr – müsste über einen Zusatzsatzbeitrag erfolgen. Zuletzt seien die Gespräche stagniert, führte Wiese etwas ratlos weiter aus, sagte aber deutlich: „Wir müssen eine Lösung finden, wie wir bezahlbaren Kindersport anbieten können.“

Sieben der 14 Jubilare waren anwesend

Während nur über gute Nachwuchsarbeit die Zukunft des Vereins gesichert werden kann, wurden wiederum wenig später sieben langjährige Mitglieder für ihre Verbundenheit zum FCD geehrt: Für zehn Jahre Vereinszugehörigkeit Simone Becker und Dennis Barkow und für 25 Jahre Treue Sylvia Grell. 40 Jahre im Verein sind Jürgen Detlef, Rosemarie Westensee und Ute Wiepert-Haltermann. Für geschlagene 60 Jahre trat das Gründungsmitlied Hans Westensee nach vorne, der bereits im November geehrt wurde. Nicht anwesend waren am Freitag: Rene Bausch, Werner Schramm, Günter Willer (jeweils zehn Jahre), Ralf Becker, Thomas Braun, Helga Hagen und Claus Kruse jun. (jeweils 40 Jahre).

Den Abschluss einer Jahreshauptversammlung leiteten auch beim FCD Grußworte ein. So erhob sich unter anderem der 1. Stadtrat Heinz Jürgen Fendt (SPD) von seinem Stuhl, dankte den Ehrenamtlern und hob die Bedeutung der Vereinsarbeit hervor. „Sport bringt Gesundheit und dient der Integration.“ Der FCD könne auf die Stadt zählen, für gute Rahmenbedingungen zu sorgen. Ein entsprechender Vertrag über die Nutzung der Sportstätte im Dorf, gültig bis 2042, der aller Voraussicht nach im Finanzausschuss abgesegnet werde, belege dies beispielhaft.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Regeln fürs Kommentieren: Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.