NABU hofft auf große Teilnehmerzahl bei der bundesweiten Mitmachaktion vom 5. bis 7. Januar

Die Stunde der Wintervögel

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Typisch Wallnau: Der Singschwan ist ein bekannter Wintergast auf Fehmarn.

FEHMARN -mb- Die gefiederten Gäste am Futterhäuschen zählen – so oder so ähnlich könnte es in wenigen Tagen aussehen, wenn von Freitag bis Sonntag (5. bis 7. Januar) in der gesamten Bundesrepublik die Mitmachaktion „Stunde der Wintervögel“ in die nächste Runde geht. Auch das Team des Naturschutzbundes Deutschland (NABU) in Wallnau hofft auf rege Beteiligung an der Aktion, die in diesem Jahr bereits zum achten Mal stattfindet.

Nachdem im vergangenen Winter ungewöhnlich wenige Vögel in Gärten und Parks bei der „Stunde der Wintervögel“ gesichtet worden waren, deuten erste Beobachtungen darauf hin, dass in diesem Jahr wieder mehr gefiederte Gäste an die Futterhäuschen kommen. Um hierzu umfassende Daten zu gewinnen, braucht es eine rege Teilnahme quer durch die Republik.

Im Durchschnitt 17 Prozent weniger Vögel beobachteten die rund 120000 Teilnehmer im Winter 2017 im Vergleich zu den Vorjahren. Pro Garten ließen sich im Schnitt nur rund 34 Vögel und acht verschiedene Arten blicken – in den Jahren zuvor, lag der Schnitt bei etwa 41 Vögeln aus neun Arten, heißt es vonseiten des NABU. „Das hatte wahrscheinlich mit dem Nahrungsangebot zu tun“, sagt NABU-Vogelschutzexperte Marius Adrion und vermutet zudem: „Es könnte sein, dass es in Polen, dem Baltikum und Russland im vergangenen Winter so viel zu fressen gab, dass Vögel, die sonst zu uns kommen, dort überwintert haben.“ In diesem Jahr deute sich an, dass wieder mehr Vögel aus Nordosteuropa in Deutschland überwintern. „Möglicherweise tragen die Bäume dort in diesem Jahr weniger Samen“, so Adrion.

Die „Stunde der Wintervögel“ ist Deutschlands größte wissenschaftliche Mitmachaktion. Der NABU und sein bayerischer Partner, der Landesbund für Vogelschutz (LBV), rufen Naturfreunde auf, eine Stunde lang die Vögel am Futterhäuschen, im Garten, auf dem Balkon oder im Park zu zählen und dem NABU zu melden.

Die Wintervogelzählung funktioniert ganz einfach: Von einem ruhigen Beobachtungsplätzchen aus wird von jeder Art die höchste Anzahl notiert, die im Laufe einer Stunde gleichzeitig zu beobachten ist. Weitere Infos zur Aktion gibt es unter www.stundederwintervoegel.de, dort können auch die Beobachtungen bis zum 16. Januar (Dienstag) gemeldet werden. Zudem ist für telefonische Meldungen am 6. und 7. Januar jeweils von 10 bis 18 Uhr die kostenlose Rufnummer 08001157115 geschaltet.

Insgesamt gingen im letzten Jahr Meldungen aus 82000 Gärten und Parks mit über 2,8 Millionen gezählten Vögeln ein. Der Haussperling ergatterte damals den Spitzenplatz, die Amsel schaffte es erstmals auf Platz zwei. Auf den Plätzen drei bis fünf folgten Kohlmeise, Feldsperling und Blaumeise.

Im Rahmen der „Schulstunde der Wintervögel“ vom 8. bis 12. Januar bietet die NABU-Jugendorganisation NAJU auf www.NAJU.de/SdW Zählkarten, ein Poster und ein Wintervogel-Quiz für Kindergruppen und Schulklassen an. Bei fünf Aktionen lernen die Schüler Vögel und ihre Anpassungsstrategien an die kalte Jahreszeit kennen. Die Zählergebnisse der Kinder fließen ebenfalls in die NABU-Auswertung ein.

Übrigens: Wer vom possierlichen Gefieder nicht genug bekommen kann, der hat in diesem Jahr erstmals die Möglichkeit, Wintervögel am Futterhaus live im Internet zu beobachten. Der NABU hat eine Webcam eingerichtet, die das Geschehen unter www.nabu.de/webcam überträgt.

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