Auch nach Wegfall der Fernverkehrszüge keine Verdichtung des Regionalverkehrs möglich

Stundentakt bleibt ein Traum

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Die Regionalbahn auf der Strecke Fehmarn - Lübeck verkehrt nur im Zweistundentakt. Daran wird sich auch in absehbarer Zeit nichts ändern.

Fehmarn – Von Andreas Höppner Von einem Stundentakt bei den Regionalzügen zwischen Fehmarn und Lübeck darf weiter nur geträumt werden. Eine Realisierung wohl erst nach Trassen-Neubau möglich.

  • Fehmarn - Lübeck: Ehemaliger SPD-Landtagsabgeordneter wünscht sich Stärkung des Regionalverkehrs
  • Antwort des Ministers Dr. Bernd Buchholz fiel "wenig erfreulich aus"
  • Köln - Fehmarn: Weiterhin IC-Direktverbindungen während der Hauptsaison
Von einem Stundentakt im Schienenpersonennahverkehr zwischen Fehmarn und Lübeck darf weiter nur geträumt werden. Eine Realisierung scheint frühestens nach erfolgtem Neubau der Trasse möglich zu sein. Das geht aus einer Antwort von Wirtschaftsminister Dr. Bernd Buchholz (FDP) an den ehemaligen SPD-Landtagsabgeordneten Gerhard Poppendiecker hervor.

Dieser hatte angeregt, aufgrund der im Dezember 2019 erfolgten Verlagerung des Schienenpersonenfernverkehrs von der Vogelfluglinie auf die Jütlandroute mit einem zusätzlichen Angebot wenigstens den Regionalverkehr zwischen Lübeck und Fehmarn zu stärken. Zumindest so lange, bis der Zugverkehr aufgrund des Neubaus der Trasse in wenigen Jahren ganz eingestellt und stattdessen mit Schnellbussen ein adäquater Schienenersatzverkehr angeboten wird.

DB Fernverkehr: Nachfrage zu schwach

Die Antwort des Ministers, der sich bei der DB Fernverkehr erkundigte, fiel aus der Sicht Poppendieckers wenig erfreulich aus. Demnach sei die Nachfrage im Fernverkehr zu schwach, die Halte in Oldenburg und Puttgarden seien „nur von sehr wenigen Reisenden genutzt“ worden. „Zumal diese Fernverkehrsanbindung angesichts der nicht-elektrifizierten Strecke Lübeck - Fehmarn mit erforderlichem Lokwechsel besonders kostenaufwendig wäre.“

Köln - Fehmarn: Deutsche Bahn bietet IC-Direktverbindungen während Saison

Die DB Fernverkehr biete aber – trotz des aufwendigen Lokwechsels – während der nachfragestärkeren Hauptsaison weiterhin dieIC-Direktverbindung Köln - Fehmarn an, teilt der Minister mit. Zwischen dem 14. Juni und 13. September fahre der IC täglich, zwischen dem 14. September und 1. November freitags bis montags. Ab Fehmarn gebe es mit 8.24 Uhr und 15.08 Uhr täglich zwei Abfahrten.

DB Regio: Keine zusätzlichen Regionalzüge für Lübeck-Fehmarn-Strecke

Eine Verdichtung der zweistündlich verkehrenden Regionalbahnlinie zu einem Stundentakt sei geprüft worden, mit dem „derzeitigen Fahrzeugpark der DB Regio“ aber nicht umsetzbar, teilte Buchholz mit. Die für einen Stundentakt benötigten zusätzlichen Fahrzeuge müssten daher von anderen, deutlich stärker nachgefragten Linien wie Lübeck - Kiel oder Lübeck - Lüneburg abgezogen werden, was aus Sicht der Landesregierung nicht vertretbar wäre, machte der Wirtschaftsminister deutlich. 

Zusätzlich würden aber weiterhin im Sommer die Doppelstockzüge Hamburg - Fehmarn verkehren, die auch eine direkte Verbindung nach Hamburg herstellten.

„Ich hätte gehofft, man hätte im Bereich der Regionalzüge etwas flexibler gehandelt, aber hier fährt die Bahn offensichtlich mit ihrem Fuhrpark am Limit“, bedauert Gerhard Poppendiecker.

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