WUW-Workshop zu den Inselwegen am Mittwoch (21. November) sorgt für gemischte Stimmen im Vorfeld

Die Suche nach dem richtigen Weg

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Achtung, es wird holprig: Altbekannter Begleiter am Straßenrand für Autofahrer auf der Strecke von Wulfen nach Burg.

FEHMARN - mb - Fehmarn ist die zweitgrößte Flächenstadt in Schleswig-Holstein und steht bekanntlich mit einem im Verhältnis zur Einwohnerzahl sehr großen Gemeindestraßennetz zusehends vor großen finanziellen Herausforderungen. Die Stadt hat ein Straßenkataster in Auftrag gegeben und will zeitnah ein Kernwegenetz erarbeiten – also Straßen auflisten, die unbedingt erhalten werden müssen. Einen Beitrag zur Debatte verspricht sich die WUW-Fraktion von einem Workshop am Mittwoch (21. November) um 19 Uhr im Gasthof Meetz in Bannesdorf, zu dem alle Bürger eingeladen sind, umfassend zu partizipieren und sich zu informieren.

Etwas irritiert über die WUW-Veranstaltung zeigte sich Werner Ehlers im Hauptausschuss. „Ich finde es gut, dass ihr das macht, aber wir haben doch eine AG Inselwegenetz wieder lebendig gemacht, die getagt und Aufgaben in die Fraktionen gegeben hat.“ Bis Weihnachten wolle man sich Gedanken machen und im Januar wieder zusammenkommen. Entsprechend „unglücklich“ sei es, dass mit Lars Laußat aus dem Bauamt ein Mitarbeiter der Verwaltung an dieser Art Parallelveranstaltung offiziell teilnehme. „Ich werde sicherlich selbst teilnehmen, nur wie zielführend ist es am Ende für unsere Arbeit?“, fragte sich der CDU-Fraktionsvorsitzende.

„Wir halten es für sinnvoll, Fragen direkt vor Ort beantworten zu können. Auch zu anderen Veranstaltungen haben wir in der Vergangenheit Fachleute geschickt“, kommentierte Bürgermeister Jörg Weber (SPD), auf dessen Wunsch alle Fraktionen eingeladen wurden. Auch der Hauptausschussvorsitzende Lars Hviid (FWV) konnte dem Workshop Positives Abgewinnen: „Es ist vielleicht gar nicht verkehrt, wenn wir dadurch Antworten für eine gewisse Hierarchie der anstehenden Aufgaben bekommen.“ Dennoch werde es schwierig, eine entsprechende Struktur in die Veranstaltung zu bekommen. „Herr Laußat kann sicherlich eingreifen, wenn abenteuerlichste Vorschläge zur Sprache kommen, die keine Chance auf Realisierung haben“, fügte Weber hinzu.

Einen wichtigen Beitrag erhofft sich selbstverständlich die WUW vom Workshop. „Die Einbindung der Bürger, die Ideen und Vorschläge auf diese Weise an uns herantragen können, bringt uns weiter“, ist sich Hans-Peter Thomsen sicher.

Weniger euphorisch ist hingegen der SPD-Fraktionsvorsitzende Heinz Jürgen Fendt gegenüber dem FT. Für ihn stehe und falle die Entscheidungsfähigkeit der Politik mit dem Straßenkastaster im Frühjahr 2019 und der Ausarbeitung des Kernwegenetzes durch die Fraktionen. „Wenn die WUW glaubt, auf diesem Wege Lösungen zu finden, dann sollen sie das ruhig versuchen. Wenn was dabei rumkommt, dann umso besser. Ich halte das Vorhaben aber nicht für zielführend, da das Thema sehr komplex ist.“

Der Fraktionschef der Freien Wählervereinigung Fehmarn, Andreas Hansen, sagt: „Ich bin dabei.“ Um sich Impulse zu holen, sei die Veranstaltung sinnvoll, Entscheidungen müssten aber in der AG erarbeitet werden, denn ein Querschnitt der Menschen aus den Ortsteilen, im Sinne der Gleichbehandlung, werde wohl nicht anwesend sein, so Hansen, der hofft, dass viele Fehmaraner der Einladung folgen.

Christiane Stodt-Kirchholtes, Fraktionsvorsitzende der Grünen, hält die Herangehensweise für zu stark auf den motorisierten Verkehr ausgerichtet. Zudem befasse sich die AG mit dem Thema. „Wir wollen lieber unsere eigenen Standpunkte in einem Mobilitätskonzept für alle Verkehrsteilnehmer auf Fehmarn demnächst präsentieren.“

FDP-Stadtvertreter Peter Meyer sieht die Veranstaltung ebenfalls kritisch. „Es gibt die AG, in der sich alle Fraktionen mit dem Straßennetz der Insel auseinandersetzen.“

Vor welchen Herausforderungen Fehmarn in Sachen Straßen mittelfristig steht, zeigt ein Blick auf die 66 erfassten Schadstellen, die der Inselbauhof bis August 2019 ausbessern möchte. 1,71 Millionen Euro hätten vor der Konsolidierung zur Verfügung gestanden – jetzt seien es 750000 Euro, rechnet Bauhofchef Timo Jädke vor, denn nur bei den Asphaltierungsmaßnahmen könne man sparen. Dinge wie die Unterhaltung von Banketten (250000 Euro) seien hingegen nicht verhandelbar. „Wir werden in diesem Monat streichen und uns dann mit einem Ingenieurbüro zusammensetzen.“

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