Regatten des Deutschen Windsurf Cups gibt es 2009 auf Fehmarn wohl nicht zu sehen.

Fehmarn fehlt unter den Tourneeorten

Surf-Cup kommt nicht auf die Insel

FEHMARN (wi) • Nanu, der Deutsche Windsurf Cup gibt seine Tourneestops bekannt und das „Hawaii Deutschlands“, die Insel Fehmarn, ist nicht dabei. Lag es an den zu hohen Naturschutzauflagen am Wulfener Hals oder wollten die Veranstalter einfach zu viel Geld?

Anlässlich der „Boot“ in Düsseldorf präsentierten die Choppy Water GmbH und die Deutsche Windsurfing Vereinigung den Tourplan für den Deutschen Windsurf Cup (DWC) 2009. Insgesamt sechs Veranstaltungen stehen bei der höchsten nationalen Regattaserie in diesem Jahr auf dem Programm. „Von Mai bis August kämpfen die besten deutschen Windsurfer an den schönsten Stränden von Nord- und Ostsee sowie an einem Binnenrevier um wichtige Ranglistenpunkte“, heißt es im Pressetext.

Allein, Fehmarn ist nicht dabei. Die Tourneeorte sind das Steinhuder Meer (1. bis 3. Mai), die Insel Norderney (29. Mai bis 1. Juni), die Insel Rügen (3. bis 5. Juli), die Insel Sylt (22. bis 26. Juli), der Schönberger Strand (8. bis 16. August) und das Ostseebad Boltenhagen (21. bis 23. August).

Matthias Regber von „Choppy Water“ erklärt, warum Fehmarn diesmal keinen Termin bekam. Im vergangenen Jahr war der DWC-Cup auf Fehmarn verbunden mit dem Surffestival, das traditionell an Himmelfahrt auf Fehmarn stattfindet. So sollte es auch diesmal sein. „Doch am Wulfener Hals ist für zwei solch große Events nicht genug Platz, denn auf der Landzunge gibt es auch Naturschutzgebiete. Es brüten dort seltene Wasservögel. Man will strenger auf die Einhaltung der Abstandsregelung achten“, so die Version Regbers.

In der Tat gibt es am Wulfener Hals eine seltene Sturmmöwenkolonie sowie Höckerschwäne, die dort auf engstem Raum nisten. Und es ist auch der vom Aussterben bedrohte Sandregenpfeifer dort zu zu Hause.

• „Unverschämt

• hohe

• Summe“

„Sie verlangen eine unverschämt hohe Summe“, sagt indes der Betreiber des Campingparks Wulfener Hals, Volker Riechey. Andere Gründe seien nicht entscheidend. Er allein könne diese nicht leisten. Dies könne allenfalls gelingen durch eine gemeinschaftliche Aktion über den Etat des Tourismus Service Fehmarn (TSF).

Doch der TSF hat das Geld auch nicht in Hülle und Fülle, kürzte gerade erst wieder den im letzten Jahr eingeführten Sportstrand. Hingegen konnte man den smart-Beachvolleyballcup auf Fehmarn halten, der vom 31. Juli bis zum 2. August 2009 am Südstrand steigt.

Tourismusdirektorin Imke Grotelüschen ist froh, gerade erst das Multivan-Surffestival unter Dach und Fach zu haben. Es ist das Top-Event im Surfsport, das bis zu 20 000 Surfer anzieht sowie Weltklasseboarder aus der ganzen Welt. Der vielfache Weltmeister Björn Dunkerbeck wird wieder versuchen, seinen eigenen Rekord bei der legendären Fehmarn-Umrundung zu verbessern.

Grundsätzlich ist Imke Grotelüschen aber auch gesprächsbereit, was den DWC angeht: „Dazu müsste ich erst einmal alle Infos auf dem Tisch haben.“

Matthias Regber wiederum würde nicht ausschließen, Fehmarn noch nachträglich in den Tourneeplan einzubinden: „Das ist kein Problem, wir waren immer gern auf Fehmarn, denn selbst bei lauen Winden kamen wir hier immer noch zu einigen Wertungen.“

Der DWC steht für erstklassigen Windsurfsport. Ab drei Windstärken starten die 80 besten Surfer Deutschlands. Beim Wave-Freestyle, einer Kombination aus Waveriding und Flachwasser-Freestyle kann ab fünf gestartet werden. In festgesetzter Heatdauer zeigen die Surfer dann spektakuläre Sprünge, faszinierende Wellenritte und extreme Tricks. Im Oktober oder November findet noch ein „Wave Stand-By“ statt, Termin und Ort richten sich nach den besten Windbedingungen.

ft-online/lokales vom 27. Januar 2009

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Regeln fürs Kommentieren: Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.