WBV will weiter mit Bauamt und Stadtwerken zusammenarbeiten

Synergien nutzen

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Wassermeister Ulrich Prange.

FEHMARN -mb- Das Geld fällt auch beim Wasserbeschaffungsverband (WBV) Fehmarn nicht vom Himmel. Die bereits im Haushalt 2018 angesetzten Maßnahmen wie in Gahlendorf (Kosten: 120000 Euro), in Gollendorf (140000 Euro) und im Niendorfer Weg (70000 Euro), die als „vorsorgliche Erneuerung von Versorgungsleitungen“ gelten, weil Stadt und Stadtwerke Straßen und Kanäle sanieren, drücken auf den WBV-Haushalt (wir berichteten). Die zweite Ausschreibung für Gollendorf (200000 Euro) zeigt, dass auch die anderen Ansätze voraussichtlich nicht ausreichen werden. „Uns fliegen die Kosten um die Ohren“, kommentierte ein nachdenklicher Verbandsvorsteher Werner Ehlers (CDU).

WBV-Geschäftsführer Gerd Utech, der aus gesundheitlichen Gründen durch Wassermeister Ulrich Prange vertreten wurde, bat daher in der Sitzungsvorlage, die Versammlung möge eine Entscheidung fällen, wie die Zusammenarbeit in Zukunft aussehen solle. „Der WBV kommt immer in Zugzwang, mitzumachen, ohne wirklich akuten Bedarf zu haben“, schreibt Utech in der Vorlage.

Bisher, so Bauamtsmitarbeiter Lars Laußat, der an der Sitzung teilnahm, gehe man Maßnahmen gemeinsam an. „Ein Ingenieurbüro wird von der Stadt, dem Wasserbeschaffungsverband und den Stadtwerken beauftragt, die Planungen aufeinander abzustimmen und dann auch in einem Verfahren auszuschreiben – mit dem Ziel, Synergien zu nutzen.“ Das sei sicherlich komplexer, aber am Ende finanziell günstiger, als wenn jeder seine Maßnahme alleine durchführe, so Laußat. „Wir würden es begrüßen, wenn diese Regelung beibehalten wird“, machte der Ingenieur deutlich, zumal das Bauamt nicht die Annahme teile, der WBV müsse bei einem Alleingang in Sachsen Sanierung seiner Leitungen kein Geld für die Oberflächenherstellung in die Hand nehmen. „Wird der WBV alleine tätig, müssen der Aushub, die Baustellensicherung und die fachgerechte Herstellung der Oberfläche eigenständig erfolgen.“

Prange erklärte Utechs Ansinnen: „Wir kommen jetzt in Ortschaften, in denen wir in den letzten 20 Jahren kaum Probleme hatten, was nicht heißt, dass sich dies in den nächsten fünf Jahren nicht ändert.“ Für den Moment soll dies jedoch heißen: „Von unserer Seite besteht eigentlich kein zwingender Handlungsbedarf, diese Leitungen zu sanieren“, brachte es der Wassermeister auf den Punkt.

Wie schwierig eine sinnvolle Abwägung ist, verdeutlichte Prange gleich selbst: „Gollendorf machen wir natürlich mit, weil es, auf gut Deutsch gesagt, schwachsinnig ist, wenn die Straße erneuert wird, die Leitungen nicht zu machen, und die Straße dann in wenigen Jahren wieder aufzureißen.“ Nicht zuletzt müsse man Bedenken, dass ein Großteil der Leitungen 50 Jahre oder älter seien. „Man muss sie schon erneuern.“

Lars Hviid (FWV): „Synergieeffekte sollten wir nutzen, auch wenn in den nächsten Jahre konstant höhere Kosten anfallen werden.“ Einstimmig entschied die Versammlung, die bisherige Praxis beizubehalten. Aber Vorhaben immer „im Einzelfall abzuwägen“, so Christiane Stodt-Kirchholtes (Grüne) und „nur die Maßnahmen, die notwendig sind, anzustoßen“, ergänzte Dirk Frohberg (FWV).

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