Abschied vom Eurocity auf der Vogelfluglinie / „Der Letzte macht das Licht aus“

„Time to say goodbye“

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Deutsche und dänische Eisenbahnfreunde vom „IC3-Club Vogelfluglinie“ verabschiedeten am Sonnabend den letzten Eurocity.

Fehmarn – Von Reinhard Gamon „Time to say good- bye“ von Sarah Brightman und Andrea Bocelli drang aus den Lautsprechern des Radiorecorders, den Eisenbahnfans am Sonnabend zur Verabschiedung des letzten EC-Zugpaares von Kopenhagen nach Hamburg und in umgekehrte Richtung mitgebracht und die Lautstärke ganz weit aufgedreht hatten.

Größtenteils waren die rund einhundert Personen, die sich trotz regnerischen Wetters auf dem Bahnsteig des Fährbahnhofs eingefunden hatten, deutsche und dänische Mitglieder des „IC3-Club Vogelfluglinie“, die es sich nicht nehmen lassen wollten, sich von den sogenannten „Gumminasen“, die künftig von Hamburg über Padborg und den Großen Belt in die dänische Hauptstadt fahren werden, zu verabschieden.

Seit 1993 passierten diese Züge mehrmals am Tag Fehmarn. Mit Start des neuen Winterfahrplanes zum 15. Dezember ist diese Zugverbindung über Puttgarden jetzt Geschichte. Der Grund sind bekanntlich Bauarbeiten am dänischen Schienennetz, die bereits im Hinblick auf die zukünftige Feste Fehmarnbeltquerung durchgeführt werden.

Rechtzeitig vor Einlau- fen des letzten Eurocity Kopenhagen-Hamburg mit der Fahrplanbezeichnung „EC 32“ am Bahnsteig im Fährbahnhof Puttgarden hatten sich zahlreiche Eisenbahnfans am Bahnsteig eingefunden, um bei diesem Ereignis dabei zu sein. Dabei wurden die mitgebrachten Fotoapparate schon einmal auf Bereitschaft gestellt. Der Zug mit der Nummer 5079 war mit deutschen und dänischen Flaggen geschmückt. Am letzten Wagen befand sich ein Plakat mit der Aufschrift „Der Letzte macht das Licht aus“.

Am Bahnsteig in Puttgarden verließen rund 60 dänische Eisenbahnfans des „IC3-Club Vogelfluglinie“ den Eurocity. „Willkommen EC 32 – Letzter Zug“ und „ICE 3“ stand auf ihren Spruchbändern. Auch viele Pressevertreter und Fotografen stiegen aus dem Zug, unter anderem auch ein Fernsehteam aus Kopenhagen, um über die Verabschiedung in Puttgarden zu berichten. Die Bundespolizei war aus Sicherheitsgründen verstärkt vor Ort.

Flagge zeigte auch eine Abordnung der Bürgerini- tiative (BI) Fehmarn-Belt- verkehr mit ihrem Sprecher Hartmut Specht an der Spitze. Mit Plakaten mit der Aufschrift „Fehmarn auf dem Abstell- gleis“, „Fehmarn ist das Tor nach Skandinavien, mit einem Sackbahnhof ohne Fernverkehr“ und „We need you, come back“, machten sie auf die aktuelle Situation aufmerksam. Bekanntlich fordert die BI den Bahnhalt an der Trasse und macht sich dafür seit Jahren stark. Anwesend war auch FDP-Stadtvertreter Peter Meyer.

Gleichzeitig war die Verabschiedung der „Gumminase“ auch ein Abschied für Lokführer Hans Dechow aus Lübeck. Mit Einstellung der Streckenverbindung am Sonnabend endete auch seine Dienstzeit. Er ging nach seiner letzten Fahrt von Puttgarden nach Hamburg in Ruhestand. Eisenbahnfans überreichten ihm ein Abschiedsgeschenk.

Endgültig Schluss mit der Direktverbindung von Hamburg über Puttgarden nach Kopenhagen war, als schließlich der letzte IC3 mit der Zugnummer 5283 kurz vor 19 Uhr am Sonnabend Puttgarden mit lauten Hornsignalen erreichte und nach kurzem Aufenthalt im Bauch des Scandlines-Fährschiffes „Prinsesse Benedikte“ verschwand.

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