Thomas Rau schaut auf die EM zurück / Auf Punktejagd in Finnland, China und Niederlande

Tokio fest im Blick

20190917_tt_binh truong_04929.jpg (Photo: 2-PIX Agency / Binh Truong)
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Auf Punktejagd: Thomas Rau peilt die Teilnahme an den Paralympics in Tokio in 2020 an.

Fehmarn – Von Lars Braesch Fehmarns Behindertensportler Thomas Rau gewann bei den Europameisterschaften im Tischtennis in Helsingborg die Bronzemedaille (wir berichteten). Am Mittwoch schilderte Rau dem FT seine Eindrücke von der EM in Südschweden.

„Von Helsingborg selbst haben wir nicht viel gesehen. Nur auf der Fahrt vom Hotel zur Halle“, so Rau. Die Nationalmannschaft sei am Sonnabend angereist und habe über eine Stunde auf die Zimmer warten müssen. Andere Nationen hätten über fünf Stunden warten müssen. Abends folgte noch ein Training in der Trainingshalle. „Offizieller Anreisetag wäre am Sonntag gewesen, das wäre allerdings viel zu spät gewesen“, erklärte Rau.

Vor seinem zweiten Gruppenspiel gegen den Franzosen Bastien Grundeler, ein direkter Konkurrent im Kampf um das Ticket für die Paralympics in Tokio im kommenden Jahr, betrieb der Fehmaraner noch ein bisschen Videostudium mit einer Partie gegen Grundeler aus dem Jahr 2011. Damals habe er nicht so gut ausgesehen. In Helsingborg schlug Rau viel mit der Vorhand auf, was den Weltranglistenzehnten ein bisschen aus dem Konzept brachte. Rau siegte am Ende mit 3:1. In der Wettkampfklasse 6 wird der Insulaner derzeit auf Platz elf der Weltrangliste geführt. Als Gruppenerster zog Rau ins Achtelfinale ein. Dort traf der Fehmaraner auf den jungen Italiener Matteo Parenzan. „Parenzan hat zuletzt ein paar gute Ergebnisse abgeliefert“, schilderte Rau weiter. Es war das erste Aufeinandertreffen. „Im vierten Satz fing Parenzan plötzlich an, zu diskutieren und zu provozieren, nachdem ein Ball für mich nicht auf der Platte war. Mich hat diese Aktion nicht aus dem Takt gebracht“, blickte Rau auf das Match in der Helsingborg-Arena zurück. Mit 3:1 war der Einzug ins Viertelfinale perfekt. Dort konnte er erstmalig den Briten Paul Karabardak bezwingen (3:1). „Karabardak hat lange in der Wettkampfklasse 7 gespielt“, sagte Rau über seinen Viertelfinalgegner. Je höher die Wettkampfklasse ist, desto niedriger ist der Grad der Behinderung. Dann kam das Halbfinale gegen den aktuellen Paralympics-Sieger Peter Rosenmeier (Dänemark). Beide Tischtennisspieler lieferten sich in 39 Minuten ein hochklassiges Match über fünf Sätze, was Rau am Ende knapp mit 2:3 verlor. „Er hat gut gespielt, ich habe gut gespielt. In den entscheidenden Situationen war er besser“, so Rau.

Im Teamwettbewerb war an der Seite von Jochen Wollmert in der Wettkampfklasse 7 eine Medaille im Bereich des Möglichen. Im Viertelfinale war gegen die Slowakei in der Besetzung Miroslav Jambo und Tomas Valach Endstadion. „Jambo hat den Topspin von Jochen geblockt, sodass er sich die Sätze drei und vier holte. Das Doppel haben wir deutlich verloren“, gestand Rau ein.

Nach der Europameisterschaft rechnet der Behindertensportler damit, dass er in der Weltrangliste von Platz elf auf Platz neun klettert. Über die Weltrangliste qualifizieren sich die ersten Neun für Tokio. „Ich möchte mich nicht als Neunter und damit Letzter qualifizieren“, gibt sich Rau kämpferisch. Deshalb geht es nun für den Fehmaraner Schlag auf Schlag. Im Oktober geht es zu einem Turnier nach Lahti (Finnland). Ende Oktober schlägt Rau bei den China Open in Hangzhou auf. Der Chinese Jiaxin Huang liegt rund 40 Punkte vor dem Deutschen. „Ich hoffe, ich schlage Huang in China, dann dürfte ich in Tokio dabei sein“, so Rau. Außerdem geht es Anfang November zu den Dutch Open nach Stadskanaal in den Niederlanden.

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