Greenpeace-Aktivisten versenken Granitfelsen vor Westküste Fehmarns

Tonnenschwerer Protest

Protest for marine protection at Fehmarn BeltProtest für Meeresschutz am Fehmarnbelt
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Die Aktivisten von Greenpeace versenkten von Bord des Aktionsschiffes „Beluga II“ vor der Westküste Fehmarns Felsen mit einem Gewicht von bis zu einer Tonne.

Fehmarn –ra– Greenpeace-Aktivisten haben am Dienstag Felsbrocken im Fehmarnbelt versenkt. Wie die Umweltschutzorganisation mitteilte, wurden die bis zu einer Tonne schweren Granitsteine von Bord des Schiffes „Beluga II“ geworfen, „um das Schutzgebiet vor weiteren Schäden durch die Grundschleppnetzfischerei zu schützen“. Weiterhin richte sich der Protest „gegen das fortgesetzte Verzögern des dringend notwendigen Meeresschutzes durch das Bundesfischereiministerium“, so Greenpeace.

  • Greenpeace will Gebiet vor Grundschleppnetzfischerei schützen
  • Bundesregierung hatte Schutz im Februar 2019 angekündigt
  • Meeresschutz besteht laut Greenpeace nur auf dem Papier 

„Obwohl der Fehmarnbelt ausgewiesenes Schutzgebiet ist, durchpflügen Fischer mit Genehmigung von Ministerin Julia Klöckner den Meeresgrund mit schweren Schleppnetzen und zerstören so das Ökosystem. Nord- und Ostsee sind in einem miserablen Zustand“, sagt Greenpeace-Meeresbiologe Thilo Maack und ergänzt: „Die bedrohten Lebensräume dort müssen besser geschützt werden, damit Fischbestände sich erholen können. Fischereiministerin Klöckner muss diese Schutzgebiete konsequent von zerstörerischer Fischerei befreien.“

Die Bundesregierung hatte im Februar 2019 ankündigt, die Grundschleppnetzfischerei in Teilen des Schutzgebietes Fehmarnbelt und weiteren Natura 2000-Zonen der Ostsee verbieten zu wollen. „Das Bundesamt für Naturschutz und das staatliche Thünen-Institutfür Ostseefischerei hatten dafür bereits einen Plan vorgelegt. Seitdem ist jedoch nichts passiert. Natura2000-Regionen wie der Fehmarnbelt oder der Adlergrund vor Rügen sind zum Teil hohem Fischereidruck durch Grundschleppnetz- und Stellnetzfischer ausgesetzt. Die geringen Erlöse der Fischer in den Schutzgebieten stehen in keinem Verhältnis zum hohen ökologischen Wert dieser Lebensräume“, so Maack. Ministerin Klöckner müsse jetzt schnell einschreiten, „um den vielleicht endgültigen Verlust wertvoller Ökosysteme zu verhindern“.

Greenpeace weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass die Regierung bereits im Jahr 2007 fast die Hälfte der deutschen Nord- und Ostsee als Schutzzonen ausgewiesen hat. Dieser Meeresschutz bestehe allerdings „nur auf dem Papier“.

„Die Meere leiden: In der westlichen Ostsee sind besonders die Dorsch- und Heringsbestände eingebrochen, Schweinswale der zentralen Ostsee sind akut gefährdet. Zudem geht ihr die Luft aus. Sogenannte Todeszonen ohne Sauerstoff, in denen weder Fische noch andere Meeresbewohner überleben können, nehmen zu. Intakte Schutzgebiete wirken wie eine Atempause für die Meere“, heißt es von Greenpeace.

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