Bürger- und Verkehrsverein für die Ostseeinsel Fehmarn zog Bilanz – Angespannte Finanzlage

„Tourismus vor großen Herausforderungen“

Der 1. stellvertretende Vorsitzende des Bürger- und Verkehrsvereins für die Ostseeinsel Fehmarn ist und bleibt Wolfgang Stahnke. Der wurde im Rahmen der gestrigen Jahreshauptversammlung in seinem Amt bestätigt. Zu den ersten Gratulanten zählte 1. Vorsitzender Bernd Friedrichs (r.). Als Schriftführer wurde Timo Jädke wiedergewählt, als neue Kassenprüferin fungiert künftig IFA-Direktorin Waltraud Krapp.

Von Nicole Rochell BURGTIEFE • Die Schließung des Krankenhauses. Die Südstrandplanungen. Die feste Fehmarnbelt-Querung. Das Schulkonzept. Die bevorstehende Schließung der Post.

Und der Verlust „von über 700 Arbeitsplätzen“, wenn die Brücke komme, das Krankenhaus geschlossen bleibe, die Post dicht mache –  kein Bild in fröhlichen Pastelltönen, das Bernd Friedrichs da vom Ist-Zustand und der Zukunft Fehmarns auf die Leinwand brachte. „Der Tourismus steht vor großen Herausforderungen“, so der Vorsitzende des Bürger- und Verkehrsvereins für die Ostseeinsel Fehmarn im Rahmen jüngster Jahreshauptversammlung. Die Politik sei in der Pflicht, die Verwaltung in der Verantwortung, Lösungen aufzuzeigen. Getreu des Sinnspruchs „Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren“, appellierte Friedrichs, es anzugehen.

In Moll gehalten war auch der Jahresbericht, den der in seinem Amt bestätigte 1. stellvertretende Vorsitzende Wolfgang Stahnke anstimmte. „Seit 2002 sind wir ein angemeldeter gewerblicher Betrieb“, so Stahnke, was nicht unerhebliche steuerliche Belastungen zur Folge gehabt habe: „Die Summe der gesamten Steuerlast betrug seit 2002 ca. 18 000 Euro. Unser so genannter ,Juliusturm‘ ist damit vollständig abgebaut, sodass wir keine Reserven mehr haben“, ließ Stahnke wissen. Derzeit seien rund 3 600 Euro nach allen Abzügen noch auf den Konten, ins Altstadtfest werde der Bürger- und Verkehrsverein wohl gerade mal mit 1 000 Euro starten, so Wolfgang Stahnke gestern gegenüber dem FT.

Angesichts der angespannten Finanzlage war er doch stark verschnupft, dass einem Antrag auf finanzielle Unterstützung des Bürger- und Verkehrsvereins (BVV) seitens des Tourismusausschusses gerade einmal mit 2 000 Euro entsprochen worden sei. Wohingegen verschiedene Vereine und Privat-Initiatoren Zuschüsse von ca. 7 000 bis 11 000 Euro zur Unterstützung ihrer Aktivitäten erhalten hätten, so Stahnke am Abend der Jahreshauptversammlung und forderte: „Die Argumente für diese Verteilungspolitik müssen nun endlich einmal öffentlich gemacht werden. Schon seit Jahren wird uns von diversen Mitentscheidungsträgern versprochen, für eine gerechtere Verteilung der zur Verfügung stehenden Mittel zu sorgen.“

• Stahnke: „Will man den BVV aushungern ?“

Wolfgang Stahnke war sauer. „Sind unsere Veranstaltungen zu unattraktiv, oder will man den Bürger- und Verkehrsverein aushungern, um ihn leichter in eine andere Struktur umwandeln zu wollen ? Wenn unsere Arbeit nicht mehr gewünscht wird, dann soll man uns das direkt sagen, und uns nicht mit fadenscheinigen Argumenten das Wasser abgraben“, ereiferte sich Stahnke.

Und ließ „als erste notwendige Konsequenz“ wissen, „dass wir für das laufende Jahr sämtliche, auch schon zugesagte, finanzielle Unterstützungen für diverse Veranstaltungen außerhalb des Bürger- und Verkehrsvereins streichen.“

Der Zuschuss für eine Wärmebildkamera für die Burger Wehr: gestrichen. Der Zuschuss fürs Rapsblütenfest 2008 – im vergangenen Jahr noch mit 1 000 Euro bezuschusst: gestrichen. Das Erntedankfest 2008: gestrichen. Im vergangenen Jahr wurde das Petersdorfer Erntedankfest mit 500 Euro unterstützt. Weihnachtsbeleuchtung: gestrichen.

• Erstbepflanzung • Kreisel und • Erntedankfest

Zukünftig bestehe die Möglichkeit, diese kostenpflichtig zu leasen, so Stahnke. „Die Beschaffungskosten für ca. 100 beleuchtete Weihnachtssterne beliefen sich auf rund 12 000 Euro“, so Wolfgang Stahnke.

Der 1. stellvertretende Vorsitzende des Bürger- und Verkehrsvereins für die Ostseeinsel Fehmarn hatte in seinem Jahresbericht darauf hingewiesen, dass trotz angespannter Finanzlage im vergangenen Jahr, ein Jahr ohne Altstadtfest, zudem 900 Euro für die Erstbepflanzung des Kreisels am Ortseingang von Burg („zu der Einweihung wurden wir noch nicht einmal eingeladen“) sowie 300 Euro für den Besuch der „Grünen Woche“ (dorthin war das Rapsblütenkönigshaus auf Einladung des Bauernverbandes Schleswig-Holstein aufgebrochen) zur Verfügung gestellt worden seien.

Dem Antrag auf Erhöhung von 2 000 auf 8 000 Euro sei nicht stattgegeben worden, bestätigte Otto Köneke, Vorsitzender des Tourismusausschusses, unter Tagesordnungspunkt „Verschiedenes“ und begründete dies. Es sei sehr wahrscheinlich, dass auch das Altstadtfest 2008 des Bürger- und Verkehrsvereins Gewinn abwerfe, da habe es der Tourismusausschuss nicht als notwendig erachtet, den Bürger- und Verkehrsverein bereits im Vorfeld zu sponsern, so Otto Köneke. Sollte das Fest wettertechnisch wider Erwarten ins Wasser fallen, könne man die getroffene Entscheidung noch einmal überdenken, so Otto Köneke.

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