Haff und Huk Nordfehmarn kann für weitere sechs Jahre Naturschutzgebiet betreuen

„Transparenz schafft Vertrauen“

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Gute Arbeit fördert gute Laune: Hartmut Steffen, Mathias Krause und Carsten Mackeprang (v.l.) blicken mit großem Optimusmus in die Zukunft.

Fehmarn – Es ist das jüngste und mit rund 750 Hektar auch das größte Naturschutzgebiet (NSG) der Insel: die nördliche Seeniederung Fehmarn. Der Naturschutzverein Haff und Huk Nordfehmarn, der das große Areal für das Land Schleswig-Holstein in den drei Anfangsjahren betreut hat, kann nun für sich einen großen Erfolg in Anspruch nehmen: Der Vertrag wurde bis Ende 2025 um weitere sechs Jahre verlängert.

Der Vereinsvorstand um Mathias Krause, Hartmut Steffen, Margot Marquardt, Dr. Silke Struve-Blanck und Carsten Mackeprang blickt nicht ohne eine Portion Stolz auf das in den letzten drei Jahren Erreichte zurück, weiß aber auch, dass es neben Erfolgen immer wieder Rückschläge gibt und die Suche nach verbesserten Lebensbedingungen für Flora und Fauna im NSG eine Daueraufgabe ist und bleibt.

Häufig hat es der Naturschutz schwer, sich im Spannungsfeld gesellschaftlicher Interessen zu behaupten. Haff und Huk Nordfehmarn sieht sich jedoch einer breiten Akzeptanz der Bevölkerung gegenüber. „Transparenz schafft Vertrauen“, macht 1. Vorsitzender Mathias Krause deutlich, dass Offenheit in alle Richtungen eine gute Basis für erfolgreiche Arbeit darstellt. Er ist zudem überzeugt davon, dass mit Verboten oftmals das genaue Gegenteil von Akzeptanz für den Naturschutz erreicht wird.

So ist das NSG nicht eingezäunt, lediglich das mit einer schwarzen Waldohr- eule auf gelbem Grund versehene Hinweisschild zeigt die Grenzen des NSG an und markiert temporäre Betretungsverbotszonen. Große Hinweistafeln mit Schaubildern und Erläuterungen, aufgestellt an markanten Punkten, nehmen den Besucher mit auf eine Info-Reise durch das NSG.

Neben der Errichtung des Aussichtsturms an der Markelsdorfer Huk zählen für den 2. Vorsitzenden Hartmut Steffen die beiden Brutflöße, ausgebracht auf dem Fastensee und dem Binnensee an der Markelsdorfer Huk, zu den großen Erfolgen. Sie seien von den Flussseeschwalben – dem Seevogel des Jahres 2020 – sehr gut angenommen worden. In deren Nähe hätten sich durch „den Kolonieeffekt“ erstmals auch wieder Zwergseeschwalben mit fünf Brutpaaren angesiedelt, so Carsten Mackeprang.

Große Beachtung für Brutfloß-Projekt

Und Krause erinnerte gegenüber dem FT noch einmal an das in Kooperation mit der Inselschule durchgeführte Webcam-Projekt, das Bilder vom Geschehen auf den Brutflößen in die Schule und auch zum Tourismus-Service Fehmarn übermittelte. Das Projekt habe auch überregional große Beachtung gefunden, machte Krause deutlich.

„Wir überlegen natürlich weiter, wie wir die Attraktivität für Besucher noch steigern können“, geht es für den 1. Vorsitzenden auch darum, die Menschen, die in das NSG kommen, nicht nur zu informieren, sondern das NSG auch erlebbar zu machen und sie für das Thema Naturschutz zu sensibilisieren. An den regelmäßigen Führungen mit unterschiedlichen Themenschwerpunkten wolle man festhalten, ebenso an Gruppenführungen auf Anfrage, die besonders beliebt seien.

Bei aller Freude über die Erfolge der Naturschutzarbeit müssten aber auch Rückschläge eingesteckt werden. So berichtet Carsten Mackeprang davon, dass man sich von der Ausbringung des Regiosaatgutes auf einer zwei Hektar großen Fläche weitaus mehr versprochen hatte. „Seltene Pflanzen und Kräuter sind nur vereinzelt aufgetreten.“ Und recht schnell sei die Fläche durch Gras überwuchert worden.

Auf jeden Fall wollen die Mitstreiter von Haff und Huk weitere Anstrengungen unternehmen, Flächen für Wiesenvögel zur Verfügung zu stellen. Doch einfach sei es nicht, geeigneten Lebensraum für Bodenbrüter wie den Kiebitz zu schaffen. „Es waren zuletzt genug Kiebitze da, aber der Bruterfolg war gering“, machte Krause deutlich. „Das dürfte auch in Zukunft ein Problem bleiben“, ist Carsten Mackeprang überzeugt, denn „die Gestaltungsmöglichkeiten sind begrenzt, die Natur ist uns überlegen“.

Beim Schutz der Fledermäuse möchte man laut Hartmut Steffen in den nächsten Jahren ebenfalls weiter vorankommen. Diesbezüglich verweist Mathias Krause auf eine gute Zusammenarbeit mit den Experten vom Segeberger Kalkbergfelsen. „Es sind bei uns im Naturschutzgebiet sieben Fledermausarten nachgewiesen worden, das hat man so nicht erwartet“, berichtet der Vereinschef.

Punsch und Kröpel zum Jahresende

Zum Jahresende freut sich der Vereinsvorstand auf einen noch ausstehenden Termin ganz besonders: Es ist der Punsch-und-Kröpel-Nachmittag am Aussichtsturm, der am Montag (30. Dezember) um 14 Uhr stattfindet und bereits zum vierten Mal ausgerichtet wird. Es sei zum einen ein Dank an alle Mitglieder – aktuell gibt es 102 und vier Verbände – und Unterstützer, es seien aber auch alle Interessierten eingeladen, die sich über die Arbeit des Naturschutzvereins Haff und Huk Nordfehmarn informieren möchten.

Punsch und Kröpel am Aussichtssturm gibt es am Montag (30. Dezember) bereits zum vierten Mal.

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