Surfmuseum 2.0 ist auf einem guten Weg / Konzept wird erarbeitet, Anträge werden gestellt

Traum nimmt konkrete Formen an

+
Arbeitstagung. Eine von vielen. Dabei dreht sich alles ums Surfmuseum. Maria Raab, Pressewartin, Jens Weischer, der die Businesspläne erstellt, Sascha Sanner, Kassenwart im Surfmuseumsverein, sowie Manfred und Jürgen Charchulla (v.l.) schmieden Pläne für ein Surfmuseum 2.0.

Fehmarn –nic/ga– Wer Träume verwirklichen will, muss Träume haben. Mit dem Plural haben Manfred und Jürgen Charchulla in diesem Fall jedoch nichts am Hut. Die Surftwins, die zumeist stressresistent und gut gelaunt durchs Leben gehen, dürften wohl jede gute Fee, die drei freie Wünsche zu verschenken hat, in die Arbeitslosigkeit treiben. Die legendären Surftwins, die sich als Pioniere um den Surfsport verdient und ihn salonfähig gemacht haben, haben nur einen einzigen Traum: die Neuauflage eines Museums auf Fehmarn – ein Surfmuseum 2.0.

Der erste Anlauf endete bekanntlich 2011, als der Grenzhandelsriese Fleggaard am Ortseingang von Burg Erweiterungspläne hegte und sich das Surfmuseum und die dort ebenfalls untergebrachte Modelleisenbahn dem boomenden Grenzhandel hatten geschlagen geben müssen.

Seit Mai 2007 hatten Manfred und Jürgen Charchulla sowie helfende Museums-Sympathisanten diesen, ihren Traum gelebt: Ihr Surfmuseum. Ein Zuhause für rund 1500 Exponate, zusammengetragen im Laufe mehrerer Jahrzehnte. Stumme Zeitzeugen einer Sportart und eines dazugehörigen Lifestyles, und redselig zugleich, erzählen sie doch die Geschichte des Surfens und des Kitens.

Im Rahmen jüngster Jahreshauptversammlung des Surfmuseumsvereins International nahmen die Traumbilder konkrete Formen an. Es soll ein lebendiges Museum werden, darin sind sich alle, die an der Realisierung des Surfmuseum-Traums arbeiten, einig. Kein reines Charchulla-Museum – auch wenn die Zwillinge seit jeher als die Väter des Surfmuseums gehandelt werden –, sondern ein Wind- und Kitesurf-Museum, das über die Grenzen Fehmarns, Schleswig-Holsteins und Deutschlands hinaus international bekannt ist. Im Eingangsbereich eine Tube, eine hohle Welle, leicht durchsichtig von den Materialien her, in den Farben des Meeres. Entsprechendes Rauschen, das aus Lautsprechern kommt, soll den Eindruck verstärken, eine Welle zu reiten. Ein Ladenbereich mit Cafeteria sowie ein Event- raum für Filmvorführungen, wie sie Manfred und Jürgen Charchulla für den Tourismus-Service Fehmarn jetzt schon im achten Jahr anbieten und dazu Musik machen, aber auch für Veranstaltungen mit großen Stars der Szene wie Robby Naish, Björn Dunkerbeck oder Bernd Flessner, sind in den Museumsplänen vorgesehen. Neben den Meilensteinen der Surfgeschichte, die historische Boards, Segel und Zubehör zeigt, sollen auch Führungen und Video-Vorträge angeboten werden. Material-Workshops und Seminare für Museumsgäste finden sich auf der Konzeptliste. Das Surfmuseum könnte auch für Schulen interessant sein; Wetterkunde und physikalische Gesetze sollen thematisiert werden, im Museum könnte gezeigt werden, wie ein Brett gebaut wird oder wie Segel entstehen. Wassersport und Naturschutz nehmen dabei einen hohen Stellenwert ein.

Mehrere Räume sollen Artefakte der Gründerzeit und Kuriositäten zeigen, wie den legendären Fehmarn-Achter, mit denen die Charchullas und sechs weitere Surfer im August 2010 den Belt überquerten. Es soll einen „Walk of Fame“ geben, wo sich die Surf-Promis verewigen könnten. Immer wieder soll die Ausstellung verändert, neu belebt werden. Sie soll schließlich nicht nur einmal und dann nicht wieder besucht werden, sind sich Manfred und Jürgen Charchulla einig.

Mit diesem Konzept geht der Surfmuseumsverein Fehmarn International derzeit hausieren; auf der Suche nach geeigneten Räumen für das nach wie vor noch immer weltweit einzige und einzigartige Museum, das die Geschichte des Windsurfens erzählt.

Mit einem Surfmuseum könnte der Standort Fehmarn als Wassersportinsel geprägt und gefestigt werden, sieht es auch Sascha Sanner, rechte Hand der Charchullas und Kassenwart im Surfmuseumsverein.

Eine Machbarkeitsstudie für ihr Vorhaben wurde erstellt, auf der Suche nach Fördermöglichkeiten Kontakt zur Entwicklungsgesellschaft Ostholstein (EGOH) in Oldenburg aufgenommen. Derzeit ist der Vorstand um die Vorsitzenden Manfred und Jürgen Charchulla damit befasst, das gesamte Konzept zu erstellen.

Mit Jan-Georg Rickert aus Gahlendorf ist ein potenzieller Sponsor gefunden, der den Traum vom Surfmuseum auf Fehmarn monetär unterstützend vorantreiben will.

Auf der Suche nach weiteren Fördermöglichkeiten habe der Surfmuseumsverein auch erste Kontakte zum Landesministerium in Kiel geknüpft. Für den laufenden Betrieb würde es zwar keine ständigen Fördermittel geben, aber Zuschüsse für einmalige Projektabschnitte könnten möglich sein, sei Sanner bei einem Telefonat vor wenigen Tagen in Aussicht gestellt worden. Sascha Sanner ist seit jahrzehnten an der Seite der Charchullas und im Verein tätig und weiß, dass ein eigenes Surfmuseum die Krönung des Lebens- traums der Surfzwillinge wäre. Sie bei der Verwirklichung zu begleiten und zu unterstützen, „macht mich froh und stolz“.

Am Sonnabend fand das letzte Konzert der Charchulla Steeltwins in diesem Jahr statt. Am 31. Oktober (Donnerstag) wird in der Wassersportschule am Binnensee Halloween und Saisonabschluss gefeiert. Bis Sonnabend danach ist noch geöffnet, dann ist Winterpause.

Im Januar wird dann der 162. Geburtstag der Surf- twins in Panama gefeiert. Eine Woche vor Ostern sind die Charchullas wieder zurück und starten in die dann neue Saison.

In ihrer Abwesenheit wird das Thema Surfmuseum jedoch nicht ruhen: Die Vereinsmitglieder Dr. Andrea Susanne Opielka und Jens Weischer treiben das Konzept und Anträge weiter voran.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Regeln fürs Kommentieren: Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.