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Ole Sporleder wurde von Karin Neumann auf der Sundbrücke in Empfang genommen.

Extremsportler Ole Sporleder legte Strecke von Hamburg nach Puttgarden in 17 Stunden zurück

Tretroller-Protest gegen Tunnelbau

Hamburg/Fehmarn –ga/nic– 17 Stunden und fünf Minuten war er unterwegs, hat insgesamt 207 Kilometer zurückgelegt. Mit einem Tretroller. Das blaue Kreuz, Zeichen des Protestes gegen die geplante Fehmarnbeltquerung, fuhr mit.

  • Protest zum Ausdruck bringen
  • Am Dienstag verkündet das Bundesverwaltungsgericht sein Urteil zum geplanten Belttunnel
  • Protesttour verlangte Extremsportler alles ab

Extremsportler Ole Sporleder hatte kurz vor dem für den morgigen Dienstag angekündigten Belttunnel-Urteil des Bundesverwaltungsgerichts in Leipzig noch einmal seinen Protest gegen das Projekt zum Ausdruck bringen und auf der Strecke auf den geplanten Tunnelbau und die damit verbundenen Gefahren aufmerksam machen wollen. Für seinen sportlichen Tunnel-Protest am Sonnabend hieß es: früh raus aus den Federn. Um 4 Uhr rollerte der 51-Jährige bereits die ersten Meter durch Hamburg-Niendorf, Start seiner Tour, die ihn eigentlich bereits nach etwa zwölf bis 14 Stunden, so hatte er‘s geplant, an sein Ziel, Puttgarden, bringen sollte. Gern hätte er – deshalb auch der frühe Start – noch bei Tageslicht die Fehmarnsundbrücke erreichen wollen. Daraus wurde nichts. Ole Sporleder benötigte für die Strecke, die ihn über Lübeck, die Badeorte an der Lübecker Bucht, weiter über Neustadt, Grömitz, Heiligenhafen und Großenbrode bis nach Fehmarn führte, gute 15 Stunden. Um 19.15 Uhr wurde Ole Sporleder von Beltretter-Sprecherin Karin Neumann empfangen. Sichtlich erschöpft, aber doch froh, sein gestecktes Ziel erreicht zu haben, berichtete der Extremsportler über seine Protesttour, die ihm mehr abverlangte, als er eigentlich erwartet hatte. Nasser Asphalt und durch Blätter rutschige Straßenverhältnisse zwangen ihn dazu, seine geplante Durchschnittsgeschwindigkeit zu reduzieren. Im Dunkeln war er gestartet, die letzten zwei Stunden vor Erreichen der Sundbrücke kehrte die Dunkelheit zurück, was nicht zuletzt für Orientierungsschwierigkeiten auf der Strecke sorgte. Aufgrund der körperlich hohen Anstrengung sah sich Ole Sporleder veranlasst, mehrere und längere Pausen einzulegen. „Viele engagieren sich gegen den drohenden Tunnelbau – jeder auf seine Weise. Ich habe großen Respekt vor Oles Einsatz und seiner Leistung. Außerdem ist das Timing kurz vor dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts perfekt“, so Karin Neumann. „Ich habe das Gefühl, etwas tun zu müssen, um dieses gigantische Projekt noch zu verhindern beziehungsweise zumindest auf dieses unsinnige Vorhaben aufmerksam zu machen“, sagte Ole Sporleder. Der Extremsportler organisiert seit 2013 jeweils einmal im Frühjahr einen Ultralauf mit Freunden rund um die Insel Fehmarn mit einer Gesamtstrecke von jeweils 75 Kilometern. Mit diesem sportlichen Vorhaben möchte er einerseits seinem Vater, der vor neun Jahren verstarb, gedenken und andererseits gegen die geplante Fehmarnbeltquerung protestieren. Sporleder läuft seit 34 Jahren und ist in der Zeit bereits Hunderte Marathonund Ultramarathon-Strecken gelaufen. Eine solche Tretroller-Fahrt aber ist für ihn eine absolute Premiere gewesen. Ole Sporleder nach Ankunft auf der Sundbrücke: „Ich spüre meine Beine schon sehr. Morgen wird es wohl einen kräftigen Muskelkater geben. Eine Herausforderung waren unterwegs aber vor allem glatte Wege und rutschiges Laub.“ Für die Insel Fehmarn und gegen den Bau des längsten Absenktunnels der Welt setzt sich Sporleder ein, weil er sich um die Insel, Ostsee, Umwelt und Urlaubsregion sorgt. Auf Fehmarn verbrachte er nach eigenen Angaben schon als Kind wunderbare Ferien mit seinen Eltern. Seit der Zeit besteht die Liebe zur Ostseeinsel. „Ich erinnere mich noch an Zeiten, als sich in den Sommermonaten kilometerlange Staus vor dem Fährbahnhof bildeten. Damals entstand die Idee der Fehmarnbeltquerung. Das Problem: Dieses Verkehrsaufkommen gibt es nicht mehr. Der Tunnelbau mit seinen immensen Risiken für unsere Ostsee, Riffe, Schweinswale und auch den Steuerzahler macht heute überhaupt keinen Sinn mehr. Er gehört ad acta gelegt.“ Nach dem Zusammentreffen mit Karin Neumann und Mirko Kaminski von den Beltrettern auf der Fehmarnsundbrücke setzte der Extremsportler seine Fahrt bis Puttgarden fort, um von dort aus die Heimreise nach Hamburg anzutreten: mit dem Zug.

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