Fehmarnbelttunnel Baustelle Fehmarn Puttgarden
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Projektleiter Matthias Laubenstein (r.) bespricht mit Femern A/S-Sprecherin Denise Juchem und dem neuen Bürgerbeauftragten für das Projekt, Holger Marohn, die nächsten Schritte auf der Tunnelbaustelle.

Aktivitäten nehmen zu

Tunnelbaustelle auf Fehmarn: Das sind die Pläne bis Anfang 2024

  • Manuel Büchner
    VonManuel Büchner
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Was sind die nächsten Vorhaben auf der Baustelle zum Bau der Festen Fehmarnbeltquerung auf Fehmarn? Femern A/S-Projektleiter Matthias Laubenstein gibt einen Überblick.

  • Baukonsortien FLC und FBC übernehmen Baustelle bei Puttgarden und Marienleuchte.
  • Sechs Kilometer Zaun sollen Baustelle auf Fehmarn umschließen.
  • Erste Tunnelelemente sollen Anfang 2024 abgesenkt werden.

Fehmarn – Belttunnelplaner, -bauer und -betreiber Femern A/S geht den nächsten Schritt für den Beginn des Bauvorhabens auf deutscher Seite bei Puttgarden und Marienleuchte. Gestern (1. Oktober) erfolgte die Abnahme der durch Grothe Bau aus Lübeck erfolgten Baustellenvorbereitung. „Wir haben die Baustelle an die beiden Baukonsortien FLC und FBC übergeben“, erklärte Matthias Laubenstein, Projektleiter für Portale, Rampen und Anbindungen bei Femern A/S, am Freitag vor Ort.

Übergabe der Baustelle an die Baukonsortien

FLC (Femern Link Contractors) ist wie auf der dänischen Seite für die Arbeiten an Land zuständig – also Überführungsbauwerke, Portal und Rampenanlagen. FBC (Fehmarn Belt Contractors) hingegen für die Arbeiten im maritimen Bereich wie den Arbeitshafen, die Erschließungsdämme und auch die Bodenlager.

Umspannwerk geht Ende des Monats in Betrieb

Noch Ende des Monats soll das in Höhe der Nordwestspitze des Windparks Presen erstellte Umspannwerk in Betrieb gehen. Es dient nach der Fertigstellung des Tunnels als Back-up-Stromversorgung, die regulär von den Dänen übernommen wird. Für den Betrieb habe man aus Burg ein sieben Kilometer langes Kabel zur Transformatorstation legen müssen, so der Ingenieur. Vor Ort wird die Spannung von 30 auf 20 kV reduziert. Ein zweites 2,5 Kilometer langes Kabel führt in den Norden zum temporären Umspannwerk, wo auf zehn kV reduziert wird für die Versorgung der Baustelle.

Ebenfalls noch im Oktober wird ein Graben des Wasserbeschaffungsverbandes Fehmarn, der zur Entwässerung der Felder dient, aus dem Baufeld an die zukünftige Schienentrasse gelegt.

Fläche für seeseitigen Aushub vorbereitet

Ebenso wird in diesem Monat im Norden auf einer Fläche Oberboden abgetragen, damit dort der seeseitige Aushub gelagert werden kann, der für den Bau der Erddämme über die Eisenbahntrasse genutzt wird, Der Oberboden wiederum, der als Schutzgut gilt, wird auf zwei Meter hohen Halden gelagert und begrünt. Ist der Aushub von den Flächen verschwunden, kommt der Oberboden wieder zurück.

Sechs Kilometer Zaun für die Baustelle

Ab Mitte November wird das Baugelände mit einer sechs Kilometer langen Einzäunung gesichert sein. Bis Ende des Jahres wird mit dem Bau einer drei Kilometer langen und sieben Meter breiten Baustellenstraße begonnen. Gestartet wird mit der Umlegung aller Versorgungsleiten für Marienleuchte.

Bis Sommer 2022 entsteht erstes permanentes Bauwerk

Im ersten Quartal bis zum Sommer 2022, so Laubenstein, werde zudem als erstes permanentes Bauwerk die Überführung für die Autobahn über den Marienleuchter Weg hergestellt. Bis zum Sommer sollen im Norden auch alle Baubüros entstehen, ebenso die Betonmischanlage. Außerdem wird die B207 an die K49 angeschlossen, um Puttgarden vom Baustellenverkehr zu befreien.

Femern A/S ist der Vorhabenträger für den Tunnel nach Dänemark. Im Hintergrund sollen die Baustellenbüros aufgestellt werden.

Bis Ende des kommenden Jahres wird auch Marienleuchte so angebunden, dass es nicht vom Baustellenverkehr beeinträchtigt wird, bevor ab 2023 die Hauptbautätigkeiten beginnen – der Bau des Tunnels in offener Bauweise: Portalgebäude, Rampen für Schiene und Straße sowie den Tunneleingangsbereich. Das neue Hafenbecken mit 500 Meter langen Umschließungsdämmen wird errichtet. Der Bereich zwischen den Dämmen wird vom Wasser befreit für die sieben Meter tiefe Baugrube zur Absenkung der ersten Tunnelelemente Anfang 2024. 

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