Baustelleneinrichtung Puttgarden Fehmarnbelttunnel
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Matthias Laubenstein, Projektleiter von Femern A/S (l.), und Bauleiter Steffen Habigsberg (Grothe Bau) an der temporären Baustraße, die in diesen Tagen errichtet wird.

Ziel: Mit Arbeitshafen im Sommer starten

Tunnelbaustelle auf Fehmarn: Die ersten Bagger rollen

  • Andreas Höppner
    vonAndreas Höppner
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Die Vorbereitungen für die Baustelle zum Bau der Festen Fehmarnbeltquerung auf deutscher Seite werden bereits sichtbar. So hat das Lübecker Unternehmen Grothe Bau mit den vorbereitenden Maßnahmen für die Baustelleneinrichtung begonnen.

  • Erschließungsarbeiten für die Baustelle auf Fehmarn bis Anfang Juli.
  • Anlegung einer 300 Meter langen und sieben Meter breiten Baustraße gestartet.
  • Ende 2023, Anfang 2024 soll das erste Tunnelelement auf dänischer Seite abgesenkt werden.

Fehmarn – Seit Juni 2020 wird bei Rødbyhavn ein 50 Hektar großer Arbeitshafen errichtet, dem eine zentrale Bedeutung für den Bau des Fehmarnbelttunnels zukommt. Über ihn werden die in der Tunnelfabrik gefertigten Elemente für den Absenktunnel in den Fehmarnbelt gezogen und abgesenkt. Auch auf Fehmarn wird ein Arbeitshafen benötigt, der mit einem Umfang von rund neun Hektar wesentlich kleiner ausfällt. Zielsetzung von Tunnelbauer und -betreiber Femern A/S ist es, mit dem Bau des Arbeitshafens im Juli 2021 zu starten.

Erschließung der Baustelle auf Fehmarn bis Juli

Doch die ersten Bagger rollen bereits. So hat das Lübecker Unternehmen Grothe Bau mit den vorbereitenden Maßnahmen für die Baustelleneinrichtung begonnen. Matthias Laubenstein, zuständiger Projektleiter bei Femern A/S, berichtet, dass für diese Erschließungsarbeiten ein Zeitraum bis zum 3. Juli vorgesehen sei. 

Baustelleneinrichtung mit zwölf bis 14 Mitarbeitern

In dieser Woche ist nun damit begonnen worden, eine 300 Meter lange und sieben Meter breite Baustraße anzulegen. „Die ist bis Ende der Woche fertig“, machte Grothe-Bauleiter Steffen Habigsberg am Dienstag (20. April) bei einem Ortstermin deutlich. Aufwendiger wird da schon der Bau der Ver- und Entsorgungsleitungen für die zukünftige Tunnelbaustelle. Neben Schmutzwasser- und Trinkwasserleitungen müssen Stromleitungen sowie Leerrohre für Daten- und Steuerungskabel verlegt werden. Aktuell sei Grothe Bau mit sechs bis acht Mitarbeitern sowie zusätzlich sechs Kräften von Subunternehmen vor Ort, so Habigsberg.

Für Baustellenversorgung und Baustellenentsorgung wird eine Pumpstation für Schmutzwasser errichtet

Das Gelände östlich der bestehenden Bahnlinie wird sich in den kommenden Wochen und Monaten jedoch noch deutlich verändern und die Baustelle immer mehr Kontur annehmen. So wird SH Netz in Höhe der Nordwestspitze des Windparks Presen, wo zwei Windkraftanlagen abgebaut werden müssen, ein stationäres Umspannwerk errichten und zusätzlich im Bereich der Baustelle ein temporäres für die Stromversorgung auf der Baustelle. Laut Laubenstein muss für die Baustellenversorgung und Baustellenentsorgung eine Pumpstation für Schmutzwasser errichtet werden, die dann mit der bestehenden Pumpstation des Zwechverbandes Ostholstein (ZVO) wegen der Drücke kommuniziere.

Die temporäre Baustraße wird in wassergebundener Bauweise errichtet.

Die Anbindung von Marienleuchte bleibt immer bestehen.

Matthias Laubenstein, Projektleiter Femern A/S

In den dann folgenden Wochen sollen die Bauarbeiten dann richtig Fahrt aufnehmen. Als eine der ersten Maßnahmen sei der Bau einer von der K49 abgehenden asphaltierten Baustellenstraße geplant, sodass kein Baustellenverkehr mehr durch Puttgarden fließen müsse. „Die Anbindung von Marienleuchte bleibt immer bestehen“, gewährleistet durch zwei Brückenbauwerke, die errichtet werden. Mit dem ersten Bauwerk solle im Herbst gestartet werden. Mit der Fertigstellung der Brücken werde im Sommer 2022 beziehungsweise im Sommer 2023 gerechnet.

Bereits in diesem Juli soll auf der Baustelle auf Fehmarn damit begonnen werden, den Oberboden abzutragen, um die Baustelle einrichten zu können. Unter anderem seien Büroräume, Materiallagerstätten und auch ein Betonwerk zu errichten.

Bis Ende 2022 Bau eines Testelements

Apropos Beton: Auf dänischer Seite, wo auf einer Fläche von 200 Fußballfeldern die Tunnelelementefabrik errichtet wird, soll in einer ersten Phase bis Ende 2022 die Betonqualität getestet und ein erstes Tunneltestelement gebaut werden, bevor die Serienproduktion der Tunnelteile beginnt. „Ende 2023, Anfang 2024 soll das erste Element abgesenkt werden“, skizziert Matthias Laubenstein den vorgesehenen Zeitplan. 

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