Papiertüten für Obst und Gemüse und Öko-Kassenbon auf dem Vormarsch

Um(welt)denken bei Edeka

+
Eugen König, Marktleiter bei Edeka Jens in Burg, ist vom Umweltkonzept überzeugt und präsentiert die neuen Papiertüten sowie die Mehrwegnetze, die zu fünft in einem kleinen Beutel daherkommen.

Fehmarn – Von Simone Walper – Die kleinen, dünnen Plastiktüten zum Verpacken von Obst und Gemüse gehören bei Edeka Jens seit Jahresbeginn der Vergangenheit an. Bereits seit 2016 schon gibt es keine großen Plastiktüten mehr, sondern nur noch Papier- oder Mehrwegtaschen, um die Einkäufe nach Hause zu tragen, wenn man seine eigene Einkaufstasche nicht dabeihat.

„Im Laufe der Jahre hat sich einiges bei uns getan“, verrät Eugen König, Marktleiter der Edeka-Filiale am Burger Marktplatz. So träfen sich alle Edeka-Jens-Marktleiter vierteljährlich, um sich auszutauschen und auch darüber zu sprechen, wie man die Umwelt weiter schonen könne.

Das Gesamtkonzept zum Umweltschutz beinhaltet verschiedene Bausteine. Nach der Abschaffung der großen Plastiktüten, durch die bisher eine knappe Dreiviertelmillion Plastiktüten eingespart werden konnte, kam im November 2018 das Mehrweg-Boxen-Konzept an den Frischetheken. Wer heute Wurst oder Käse kauft, kann entweder eine eigene Mehrweg-Box mitbringen und die Ware darin verpacken lassen oder eine Box direkt bei Edeka kaufen, die jedoch zu Hause vor der ersten Benutzung gereinigt werden muss. Es wäre wünschenswert, wenn dieses Angebot noch mehr genutzt würde, lassen die Fachverkäuferinnen wissen. Marktleiter König ergänzt, dass leider hier immer noch viele Plastiktüten über die Theke gingen.

Seit etwa einem Jahr gibt es auch schon die Mehrwegnetze für Obst und Gemüse und jetzt, anstelle der Knotenbeutel, wie die dünnen Plastiktüten auch genannt werden, eben nur noch Papiertüten. „Es ist nicht so einfach, die Kunden davon zu überzeugen, dass das ein wichtiger Schritt ist. Wir haben letztes Jahr mit Papiertüten angefangen und sind krachend gescheitert. Viele haben sich an die Plastik- tütchen gewöhnt“, erklärt König und ergänzt, dass man jetzt im Einvernehmen mit den anderen Marktleitern den Schritt nach vorne gewagt habe und sich hoffentlich auch die Freunde der Plastiktüten mit dem neuen Konzept anfreunden könnten. So würden schließlich pro Jahr rund 600000 Plastikbeutel weniger die Umwelt belasten.

Dank der guten Vorbereitung der Aktion, die im vergangenen September beschlossen worden sei, habe man zur Umstellung nur noch eine halbe Rolle Plastiktütchen übrig gehabt, die fachgerecht entsorgt worden sei, freut sich König und ergänzt: „Wenn es nach uns ginge, würden wir im Markt gar kein Plastik mehr anbieten.“ Aber schließlich entscheide der Kunde, was er kaufe und somit auch, was im Markt angeboten würde. „Wenn alle nur die losen Möhren kaufen, dann fallen die verpackten Möhren aus dem Programm“, erklärt er und ergänzt, dass leider auch weiterhin verpackte Waren, zum Beispiel Eisbergsalat, aus Haltbarkeitsgründen angeboten werden müssten.

Diesbezüglich gebe es von der Edeka-Zentrale noch keine übergreifende Lösung, erläutert Edeka-Jens-Vertriebsleiter Swen Rathjens. Dass das Umweltkonzept weiterverfolgt werde, sei klar. Es gebe auch schon weitere Ideen. Auch der Kassenbon auf Öko-Thermo-Kassenpapier, wie ihn Edeka Guttkuhn seit Kurzem nutzt, sei in der Erprobung.

Den neuen Öko-Kassenbon sieht Andreas Guttkuhn als sinnvoll an. Das Papier sei nicht lackiert und könne daher, im Gegensatz zu den herkömmlichen Bons, ganz normal im Altpapier entsorgt werden. Die Schrift sei angeblich bis zu 30 Jahre lesbar und der Bon vom Finanzamt anerkannt, erklärt der Unternehmer. Jedoch sei die neue Kassenbonpflicht kontraproduktiv, da nun jeder Bon ausgedruckt werden müsste. Skeptisch zeigt er sich auch bei der Komplett- umstellung auf Papiertüten. Die Herstellung dieser sei um einiges aufwendiger und umweltunfreundlicher als die der Knotenbeutel. Abgesehen davon müsse der Mitarbeiter an der Kasse das eingepackte Obst und Gemüse auspacken, um zu sehen, was drin ist. „Das ist besonders im Sommer, wenn der Laden voll ist, schwierig und dauert lange“, übt Guttkuhn Kritik.

Außerdem möchte er es dem mündigen Kunden überlassen, sich Gedanken zu machen und die Form der Verpackung zu wählen. „Meine Kunden können selbst nachdenken und sich entscheiden.“ So hält er neben den Plastik- auch Papiertüten sowie Papp- und Plastikkartons vor. Bei der Suche nach einer vernünftigen und wirklich nachhaltigen Lösung, was die Verpackungen generell betrifft, sieht Guttkuhn den Gesetzgeber in der Pflicht, eine solche zu finden und durchzusetzen. „Am besten wäre es, Obst und Gemüse gar nicht mehr zu verpacken“, wünscht er sich.

Dem pflichtet auch San- dra Töpfer von Edeka Töpfer in Petersdorf bei und erklärt, dass es seit der Übernahme des Edeka-Marktes durch sie und ihren Mann Ende 2018 keine Plastiktüten in der Obst- und Gemüseabteilung gebe. Neben Papiertüten gibt es hier auch die Mehrwegnetze. „Unsere Kunden waren von Anfang an sehr positiv eingestellt und finden es gut, dass wir auf die Plastiktüten verzichten“, ist Sandra Töpfer froh. Auch an der Kasse gibt es bei Töpfers nur noch Papier- und Mehrwegverpackungen. Der Öko-Kassenbon hätte bei ihnen zwar noch nicht Einzug gehalten, jedoch sei es bereits angedacht, auch hier umzustellen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Regeln fürs Kommentieren: Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.