K 43 Blieschendorf – Burg soll ausgebaut werden – und die Bäume seien ohnehin nicht mehr stabil

Umweltrat gibt Pappelallee auf

Nach jedem Sturm muss die K 43 zwischen Burg und Blieschendorf gesperrt werden. Wie hier beim Sommersturm im Juni. Auch heute könnte es wieder äußerst stürmisch werden.

FEHMARN (wi) • Nicht einmal der Umweltrat der Insel Fehmarn sieht noch Chancen, die Pappelallee zwischen Burg und Blieschendorf (K 43) zu erhalten. Die Bäume sollen endgültig gefällt werden, hieß es am Donnerstagabend in der Sitzung des Gremiums, das mit sechs von zehn Mitgliedern gerade so beschlussfähig war.

Es handele sich um 282 unschuldige Bäume, kritisierte in der Einwohnerfragestunde die Bürgerin Viola Schmidt und löste damit eine heftige Diskussion aus.

Zumindest seien die Bäume eine Gefahrenquelle sagte der 2. Vorsitzende des Umweltrates, Manfred Harländer (CDU), der die Sitzung leitete, und sprach auf die Unfälle an. Bei Sturm sei das herabfallende Geäst eine zusätzliche Gefahr. Harländer: „Ich bin froh, dass die Entscheidung gefallen ist, die Bäume ‘runterzunehmen.“

Der Kreistagsabgeordnete und Stadtvertreter Hartmut Specht (fraktionslos): „Realistisch gesehen sind 70 Jahre alte Pappeln nicht mehr stabil.“ Man könne nicht bei jedem Sturm die Straße sperren, „heute früh‘ war wieder der Hubwagen da.“ Man könne sich den Komfort leisten, später die Bäume hinter dem Graben neu anzupflanzen. Der Kreis Ostholstein habe bereits grünes Licht für die Abholzung gegeben.

Der Vorschlag, aus der Blieschendorfer Allee einfach einen Wanderweg zu machen, den Viola Schmidt selbst etwas „utopisch“ genannt hatte, wurde nicht aufgenommen. „Sie wissen, welche wirtschaftlichen Betriebe dran hängen an der Straße – und es ist auch eine Kreisstraße“, entgegnete Manfred Harländer.

„Wenn die Straße ausgebaut wird, müssen die Bäume sowieso weg“, meinte Hanno Bruhn (CDU). Es gehe um eine „vernünftige zweite Anbindung“ Burgs.

Manfred Harländer erläuterte, das Projekt habe erste Priorität, doch weil es keine Kreisumlagenerhöhung gegeben habe, sehe der Kreis die Finanzierung nun wieder als schwierig.

Es kamen auch noch die echten Naturschützer zu Wort. Martin Altemüller konnte nicht nachvollziehen, dass es immer noch keine Entscheidung darüber gebe, wo die vorgeschriebene Neuanpflanzung für die gefällten Bäume erfolgen solle.

„Wir müssen schleunigst eine neue Allee pflanzen“, räumte Hartmut Specht ein. Jürgen Boos nannte die Bäume im Gegenteil „sehr stabil“. Erhaltungsmaßnahmen gehörten nun einmal zu einer die Landschaft prägende Allee. Er bestand darauf, dass die gesamte Thematik auf die Tagesordnung der nächsten Umweltrat-Sitzung kommt. Dem wurde nicht widersprochen.

Jedes Jahr würden auf Fehmarn systematisch große Bäume abgeschlagen, die gar nicht fällig seien, so Boos. Sein Standpunkt: „Für Fehmarn ist jeder Baum wichtig.“

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