Reaktionen zum Berliner Spitzengespräch

„Unsicherheit und Fragen an allen Enden“

FEHMARN (pl) • „Milliarden Euro sollen für ganze sieben Minuten Zeitersparnis im Fehmarnbelt versenkt werden“, reagiert die ostholsteinische Kreistagsabgeordnete und Landesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, Marlies Fritzen auf das Spitzengespräch in Berlin zum Bau einer festen Fehmarnbelt-Querung.

Der Tourismusstandort Fehmarn werde über Jahre hinaus zur „gigantischen Großbaustelle“, die sowohl den Natur- als auch den Erholungsraum Fehmarn nachhaltig beschädigen werde, mahnt Fritzen negative Auswirkungen eines Brückenschlags von Puttgarden nach Rødby an. „800 Arbeitsplätze aus dem Fährbetrieb werden verloren gehen, und die Hafenwirtschaft in Lübeck wird mit hohen wirtschaftlichen Verlusten rechnen müssen. Der Tourismuskreis Ostholstein wird zu einem Transitkreis verkommen“, befürchtet die Grünen-Politikerin. Der Kreisverband  von Bündnis 90/Die Grünen Ostholstein sieht sich in seiner ablehnenden Haltung zur Beltquerung durch die Gespräche in berlin bestätig. Dazu Silke Mählenhoff, Sprecherin des Kreisverbandes: „Nun sollen also Dänemark und Schleswig-Holstein für ein Projekt zahlen, dessen Nutzen immer noch umstritten ist. Aber woher nehmen die Befürworter das Geld? Aus dem Landeshaushalt? Oder zahlt die EU? Unsicherheit und Fragen an allen Enden.“

Nach Ansicht des SSW im Kieler Landtag ist die Finanzierung des „Luftschlosses Fehmarnbelt-Querung“ ein wirtschaftliches Vabanquespiel.

Positiv reagierte die Wirtschaft auf das Treffen: „Der Lückenschluss ist technisch machbar, verkehrlich vorteilhaft, ökologisch unbedenklich und mit den zugesicherten Staatsgarantien auch privat finanzierbar“, sagte der Hauptgeschäftsführer der Handelskammer Hamburg, Hans-Jörg Schmidt-Trenz. Schleswig-Holsteins IHK-Präsident Hans Heinrich Driftmann verlangte einen zügigen Beginn der konkreten Planungen für Bau und Finanzierung.

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