WUW regt an, auf einigen Geh- und Radwegen Botschaften zu platzieren

Unsichtbar – bis es regnet

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Nur bei Regen sichtbar: Kunstwerke, Botschaften und Zitate könnten auf Anregung der WUW künftig einige Geh- und Radwege auf Fehmarn zieren.

Fehmarn – Von Nicole Rochell Es ist unsichtbar. Bis eine Wasserbombe draufklatscht, jemand einen Eimer Wasser darauf entleert, mit der Gießkanne kommt – oder es regnet. Rainworks heißt ein transparenter und unsichtbarer Sprühlack, der Kunstwerke und Botschaften, auf Geh- oder Radwegen platziert, erst bei Regen sichtbar macht. Keine Hexerei. Vielmehr hat die Sprühfarbe Imprägnierspray-Charakter. Man kann die Schrift lesen, weil auf der besprühten Fläche das Wasser abperlt, sie bleibt auch bei Regen trocken.

Der Antrag kam von der WUW. Schon zuletzt im Tourismusausschuss stand die Idee, auf noch festzulegenden Fußgänger- beziehungsweise Fahrradwegen der Insel Zitate und/oder Malereien aufzutragen, die nur bei Nässe sichtbar werden, auf der Tagesordnung. Da seinerzeit zu dem angedachten Projekt keiner etwas sagen konnte, nahm Bürgermeister Jörg Weber den Antrag mit in den Ausschuss für Kultur, Schule, Sport und Soziales. Dort erklärte Hilke Hahn-Wolff (WUW), die das Thema bereits auf der Veranstaltung „Kunst & Kultur – wo will Fehmarn hin?“ vorgeschlagen hatte, was es mit diesem Projekt auf sich hat.

Die WUW sehe darin eine „tolle Werbemaßnahme für Fehmarn“, die kostengünstig und schnell umzusetzen sei „und einen weitreichenden Werbeeffekt“ haben dürfte, so Hilke Hahn-Wolff, die von einer „echten Attraktion“ bei regnerischem Wetter sprach, an der sich Einheimische und Touristen gleichermaßen erfreuen könnten.

Die WUW schlug vor, diese Aktion ausschließlich auf Gehwegen in einigen Dörfern und ausdrücklich nicht in Burg und am Südstrand durchzuführen, „damit auch den Dörfern mal etwas zugute kommt“.

Was die Sprüche anbelangt, schwebt der WUW vor, auf Zitate von Menschen zurückzugreifen, die auf Fehmarn gelebt oder gewirkt haben. Klaus Groth und Charlotte Niese fielen der WUW sofort ein, aber auch Jimi Hendrix, der im September 1970 beim Love-and-Peace-Festival in Flügge seinen letzten Festivalauftritt hatte, bevor er wenige Tage später in London nach dem Konsum von Schlaftabletten und Alkohol verstarb. So könnte beispielsweise in Flügge ein Zitat von Jimi Hendrix gewählt werden, in Landkirchen eines von Klaus Groth, hieß es vonseiten der WUW.

„Erklärungstafeln sind nicht zwingend notwendig. Ein kleines Schild würde reichen. Das könnte mit Einverständnis des jeweiligen Eigentümers an einer Hauswand angebracht werden oder auf einem kleinen Holzpfosten am Wegesrand stehen“, stellte die WUW ihr Projekt weiter vor.

Auch Zitate von Lord Yehudi Menuhin, der große Dirigent, der 1998 mit einem Konzert, auf Tour mit seiner Sinfonia Varsovia, auf Fehmarn letzte Akzente im Norden setzte und gemeinsam mit Justus Frantz im Sportpark rund 2000 Klassik-Fans begeisterte, könnten bei Regen sichtbar werden. Alvin Lee und Mungo Jerry spielten wie Hendrix auf Fehmarn, die Schriftsteller Janosch und Arno Surminski waren des Öfteren auf der Insel. An Zitaten und Sinnsprüchen würde es also nicht mangeln.

Aber auch aufmunternde Sprichwörter zur Wetterlage wie „Auf Regen folgt Sonnenschein“ oder „Ein heftiger Regen ist bald vorüber“ könnten wie „Schietwetter“ schon bald einige Geh- und Radwege zieren.

Kosten werde das Projekt nicht viel. Lediglich das unsichtbare Spray, eventuell Pappe und ein Bastelmesser, um Schablonen auszuschneiden für Kunst oder Sinnsprüche, müssten her. Eventuell könnten Schüler der Inselschule oder Ehrenamtliche die Sprüche auftragen, regte die WUW an und ließ die Ausschussmitglieder wissen, dass die Aktivregion Wagrien-Fehmarn das Projekt unterstützen würde. 

Für Bürgermeister Jörg Weber (SPD) ist zunächst einmal wichtig, inwieweit sich der Belag durch das Auftragen des Sprays eventuell verändert. Wird das Spray rutschig, wenn es nass ist? Wie lange hält es? Die Verkehrssicherheit werde zunächst auf jeden Fall geprüft, so Jörg Weber im Sozialausschuss.

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