Trio um Jens Reise tritt aus Großenbroder CDU aus / Zusammenarbeit nachhaltig gestört

„Unüberwindbare Differenzen“

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Die siebenköpfige CDU-Fraktion (v.l.): Hans-Heinrich Schröder, Christel Georgi, Jens Reise, Birgit Wigger, Hans Sehmel, Peer Knöfler und Jörn Koch. Schröder, Georgi und Reise haben ihren Austritt erklärt.

Großenbrode – ra – Großenbrode ist seit Jahrzehnten eine CDU-Hochburg. Erst bei der vergangenen Kommunalwahl haben die Christdemokraten ihre Vormachtstellung eindrucksvoll unter Beweis gestellt und die absolute Mehrheit geholt: Sieben der 13 Sitze in der Gemeindevertretung gehören seit 2018 der CDU. Doch hinter den Kulissen hat es in den vergangenen Wochen und Monaten gebrodelt. Bürgermeister Jens Reise sowie die Gemeindevertreter Hans-Heinrich Schröder und Christel Georgi haben geschlossen ihren Austritt aus dem CDU-Ortsverband Großenbrode erklärt und die Fraktion verlassen. Reise hat in diesem Zusammenhang auch sein Amt als 1. Vorsitzender des Verbands niedergelegt.

„Nach reiflicher und monatelanger Überlegung haben wir uns dazu entschieden, unsere Mitgliedschaft im Ortsverband Großenbrode mit sofortiger Wirkung zu kündigen. Nach jahrzehntelanger Arbeit in Vorstand und Fraktion ist uns diese Entscheidung nicht leichtgefallen“, heißt es in einer gemeinsamen Pressemitteilung von Reise, Schröder und Georgi. „Aus unserer langjährigen intensiven Erfahrung wissen wir, dass es stets gilt, auch bei Uneinigkeiten einen gemeinsamen Konsens zu erarbeiten und mit Kompromissen Einigkeit zu erzielen. Seit Monaten ist die Zusammenarbeit innerhalb der Fraktion aber nachhaltig gestört. Unüberwindbare Differenzen, fehlendes Vertrauen, mangelnder respektvoller Umgang und nicht zu akzeptierende Vorwürfe machen eine vernünftige Zusammenarbeit innerhalb der Fraktion unmöglich“, finden die Ausgetretenen deutliche Worte, ohne aber ins Detail zu gehen.

Reise, Schröder und Georgi, die allesamt weiterhin dem CDU-Kreisverband angehören, bekräftigen unterdessen, ihre politische Arbeit für die Gemeinde Großenbrode fortzusetzen. „Das Vertrauen der Bürger, die uns ihre Stimme geschenkt haben, und der daraus resultierende Auftrag wird von uns seit Jahren ernst genommen und liegt uns sehr am Herzen.“ Die gewohnte zielorientierte Zusammenarbeit, auch über Parteigrenzen hinaus, sollte zukünftig wieder im Vordergrund stehen, lautet der Appell des Trios.

Peer Knöfler, der als bisheriger stellvertretender Vorsitzender den CDU-Ortsverband kommissarisch führt, sagte gestern auf Nachfrage: „Ich sehe nicht, dass es sich um unüberbrückbare Differenzen gehandelt hat. Es handelt sich dabei um Dinge, die eigentlich nichts mit der CDU zu tun haben. Konkreter kann ich zum jetzigen Zeitpunkt nicht werden, eine öffentliche Schlammschlacht möchte ich vermeiden.“ Knöfler hat sich in einem persönlichen Schreiben an die Mitglieder der CDU Großenbrode gewandt, möchte über den Inhalt aber nicht sprechen.

Wie Jens Reise dem FT auf Nachfrage sagte, würden er, Christel Georgi und Hans-Heinrich Schröder nun eine gemeinsame Fraktion in der Großenbroder Gemeindevertretung bilden. Wie diese heißen werde, sei noch unklar, sagte Reise auf Nachfrage. „Ich werde das Amt des Bürgermeisters auch weiterhin mit dem selben Herzblut und großer Leidenschaft ausüben. Für die Bürgerinnen und Bürger ändert sich nichts. Dennoch sind Dinge innerhalb der CDU vorgefallen, die Konsequenzen erforderten. Ich wurde aufgefordert, Dinge zu tun, die ich nicht verantworten konnte“, so Reise gestern abschließend.

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