Katrin Georgi
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Über ihre noch junge Facebookgruppe „Vegan auf Fehmarn“ erhofft sich Katrin Georgi, Gleichgesinnte auf der Insel kennenzulernen.

Katrin Georgi hat Facebookgruppe gegründet

Vegan auf Fehmarn

  • Nicole Rochell
    vonNicole Rochell
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Katrin Georgi hat die Facebookgruppe „Vegan auf Fehmarn“ gegründet. Die auf Fehmarn lebende Veganerin berichtet darüber im Gespräch mit dem Fehmarnschen Tageblatt.

  • Facebookgruppe hat bereits 16 Mitglieder.
  • Vor drei Jahren auf vegane Ernährung gestoßen.
  • 32-Jährige Veganerin muss oftmals Vorurteile ausräumen.

Fehmarn – Katrin Georgi ernährt sich vegan. Lebensmittel mit „tierischer Beteiligung“ kommen ihr nicht auf den Teller. Ihr persönliches „Drei-Stufen-Modell“ auf dem Weg zum Veganismus setzte sich aus moralisch-ethischen Bedenken, die schon früh an der heute 32-Jährigen nagten, aus gesundheitlichen Gründen und neuerdings auch aus Gründen des Klimaschutzes zusammen. 

Onlinevortrag heute Abend (15. Mai)

Katrin Georgi, die seit August 2017 auf Fehmarn lebt, startet jetzt durch. Sie hat am 8. März die noch junge Facebookgruppe „Vegan auf Fehmarn“ gegründet und möchte über die derzeit 16 Mitglieder hinaus weitere Gleichgesinnte, gern natürlich auch von Fehmarn, kennenlernen. Für alle, die vegan leben oder sich für dieses Thema interessieren, hält sie ein informatives Angebot bereit. „Um die weitreichenden negativen Auswirkungen unserer Ernährung und die mit einer Ernährungswende zu erzielenden Vorteile für Klima, Umwelt und Gesellschaft zu erläutern, veranstalte ich in Kooperation mit dem weltweit agierenden Climate Save Movement einen Onlinevortrag.“ Der Vortrag unter der Überschrift „Klimaschutz beginnt auf dem Teller!“ findet heute um 19 Uhr statt. Wer Interesse hat, wird gebeten, sich unter Katringeorgi.vaf@gmx.net anzumelden, um den Zoom-Zugangscode zu erhalten.

Es waren diese permanenten Blasenentzündungen. Hier zum Arzt, dort Tabletten ... – und nichts hatte so recht geholfen. Bis die gelernte Köchin, die eine Umschulung zur Gestalterin visuelles Marketing abschloss, über die basische Ernährung, die sie ein halbes Jahr praktizierte, vor drei Jahren auf die vegane Ernährung stieß. Bei den Gedanken an all die katastrophalen Zustände in der Massentierhaltung, an Lebensmittelskandale und Berichte über den Klimawandel, die Katrin Georgi in diesem Zusammenhang in jüngster Zeit umso intensiver verfolgt, sei es ihr nicht schwergefallen, ihr Leben ernährungstechnisch umzustellen. „Das passierte von heute auf morgen“, so Katrin Georgi, die noch viel mehr positive Effekte in der veganen Ernährungsweise sieht als die Reduzierung vielfachen Tierleids. 

Abgesehen davon, dass regelmäßiger Fleischkonsum die Hauptursache für die gängigsten Zivilisationskrankheiten wie Herz-Kreislauferkrankungen, zu hohe Cholesterinwerte, Diabetes und Übergewicht sei, so Georgi, die auch eine Zusatzqualifikation als Ernährungsberaterin erworben hat, könne mit veganer Ernährung, Stichwort Nutztierindustrie, nicht zuletzt der Wasser- und Flächenverbrauch reduziert werden. Ausgestoßene Treibhausgase, Dung, der ins Wasser gelangt, zerstörte Riffe, leer gefischte Meere, Dürren, steigender Meeresspiegel, Überschwemmungen, abgeholzte Regenwälder für Futteranbau und Weideflächen, fällt Katrin Georgi sofort an. Auch deshalb habe sie ihre Ernährung umgestellt. Mit dem, was man sich auf den Teller fülle, leiste man einen Beitrag, einen anderen Weg einzuschlagen. „Man trägt dazu bei, dass der Planet nicht noch mehr zerstört wird“, so Katrin Georgi. 

Die Folgen der drohenden Klima- und Umweltkatastrophe wie steigende Meeresspiegel, globale Erhitzung, Extremwetter, Artensterben und vieles mehr, bedrohten Fehmarn und die ganze Welt. Das wird im Vortrag heute Abend auch Thema sein.

Als Teil der Weltgemeinschaft habe Fehmarn mit dem Klimaschutzkonzept den Grundstein gelegt, seinen Beitrag zu leisten. Die im hiesigen Klimaschutzkonzept festgeschriebene Verkehrs- und Energiewende allein werden aber nicht ausreichen, um die auf der Pariser Klimakonferenz 2015 gesteckten Klimaziele zu erreichen. 

Nicht immer nur Torfu. Die vegane Küche ist vielfältig und hat einiges zu bieten.

Einer aktuellen Studie aus 2020 zufolge reichten die Treibhausgas-Emissionen aus dem globalen Ernährungssystem allein aus, um die 1,5 Grad und wahrscheinlich auch die 2-Grad-Marke zu überschreiten, wird im Onlinevortrag thematisiert. „Unsere Ernährung ist darüber hinaus die Hauptursache für die Überschreitung fast sämtlicher planetarer Belastungsgrenzen. Ein ganzheitliches Klimaschutzkonzept muss daher auch eine Ernährungswende anstreben“, wird der Referent von Climate Save Movement vortragen.

Erhobener Zeigefinger findet nicht statt

Katrin Georgi geht ihren Weg. Der erhobene Zeigefinger findet bei ihr nicht statt. „Ich möchte informieren, aber nicht missionieren“, so Georgi, die es schade findet, sich leider oftmals immer noch rechtfertigen und Vorurteile im Zusammenhang mit Veganismus widerlegen zu müssen. Von ihrer noch recht jungen Facebookgruppe verspricht sie sich einiges. Sie möchte nicht nur Veganer von Fehmarn kennenlernen, die Lust haben, auch aktiv zu werden, sie möchte auch Menschen, die sich für das Thema Veganismus interessieren, dort abholen, wo sie stehen. Am Anfang seien noch Rezepte gepostet worden, was gerne wieder aufgenommen werden dürfe, wünscht sich Katrin Georgi ein wenig Dynamik innerhalb der Gruppe. An Ideen mangelt es ihr nicht: Themenschwerpunkte könnte man setzen mit „Wie ersetze ich Ei“ oder „Mythos Mangelernährung“. 

Zwei Gruppentreffen habe es bisher gegeben. Um sich besser kennenzulernen, würde Katrin Georgi gern mal ein veganes Grillen veranstalten. Zunächst einmal in der Gruppe, später dann auch öffentlich, an dem dann gern Interessierte teilnehmen und auch probieren könnten – wenn Corona endlich mal die Spaßbremse löst. 

Ich bin stolz darauf, Veganer zu sein.

Katrin Georgi

Schön wäre auch eine Internetseite, schwebt Katrin Georgi vor, die auch rund zehn Gastronomen, die in ihren Restaurants auch vegane Speisen anbieten, zum Onlinevortrag heute Abend eingeladen hat. Denn auch das könnte künftig ein Thema für Katrin Georgi und ihre Mitstreiter sein: eine Übersicht über alle Restaurants auf Fehmarn und in der Umgebung, die vegane Gerichte auf der Speisekarte haben, auch ein Einkaufsguide schwebt Katrin Georgi vor, die sich wünscht, dass das Thema vegane Ernährung und Lebensweise mehr Aufmerksamkeit in der öffentlichen Wahrnehmung bekomme. Im Radio, auf Plakaten, in Zeitungen – selten finde das Thema genügend Beachtung, so Katrin Georgi, die sich auch vorstellen könnte, entsprechend Straßenarbeit zu leisten, um die Menschen zu informieren. „Ich bin stolz darauf, Veganer zu sein“, sagt Katrin Georgi.. Ach ja – eine Blasenentzündung hatte sie seit ihrer Ernährungsumstellung übrigens nicht mehr. 

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