VdF und Förderkreis verschmelzen

Vereine sind sich einig: Fusion

Dr. Dierk Brüller.

Von Peter Löbenbrück BURG • Michaela Schmeiser sprach von einem „außergewöhnlichen Abend“. Die Leiterin der neuen Inselschule Fehmarn hatte damit die passenden Worte gefunden.

Denn in der Tat lag an diesem Montag etwas in der Luft. Der Musikraum des Schulstandortes Ost war durchdrungen von einer Aura des Bedeutungsvollen. Langjährige Traditionen gingen zu Ende, aber gleichzeitig wurde etwas Neues geschaffen: In ihren aufeinanderfolgenden Versammlungen stimmten die Mitglieder des Vereins der Freunde des Insel-Gymnasiums (VdF) und des Förderkreises der Realschule einer Verschmelzung beider Organisationen zum Verein der Freunde und Förderer der Inselschule Fehmarn zu.

„Einvernehmlich und konstruktiv“ sei man zu dieser Entscheidung gelangt, betonte Dr. Dierk Brüller, Vorsitzender des VdF. Davon war man im April vergangenen Jahres, als dieser jetzt vollzogene Schritt ins Auge gefasst wurde, allerdings noch weit entfernt.

Damals forderten einige VdF-Mitglieder, das Vereinskapital vor einer Fusion noch schnell auszugeben. Schließlich hätten die Eltern ihr Geld für das Insel-Gymnasium gegeben, und nicht für die – gerade in diesem Kreis nicht von allen gewollte – Gemeinschaftsschule. Der Beigeschmack ideologischer Grabenkämpfe, die mit der Beendigung der politischen Diskussion über die Einführung einer Gemeinschaftsschule überwunden schienen, blieb nicht aus.

Doch augenscheinlich konnte der Vorstand alle Mitglieder auf Kurs bringen – mit einer Einschränkung: Von den 8 000 Euro Kapital des VdF, die zusammen mit den 4 000 Euro des Förderkreises eine solide finanzielle Grundlage für den neuen Förderverein der Inselschule bilden werden, sind 2 800 Euro für einen Oberstufenraum reserviert. Das wollte der VdF auch in der neuen Satzung verankert wissen. Nach 42-jähriger Unterstützung des Gymnasiums – der VdF ist der älteste Förderverein der Insel – fiel die uneingeschränkte Zuwendung zur neuen Schulform nicht leicht.

Am Ende aber überwog der Wille, weiterhin Gutes für die Schulkinder der Insel zu tun. In vielen Stunden haben die Verantwortlichen zusammen mit dem Notar Helmut Marquardt die Regularien der Fusion abgearbeitet. „So etwas ist unglaublich kompliziert. Es ist formal kein großer Unterschied, ob nun E.on und RWE oder eben wir fusionieren“, beschrieb Dr. Brüller seinen gewonnen Einblick in das deutsche Vereinsrecht.

Bis zum neuen Förderverein fehlen jetzt noch zwei Schritte: die Eintragung ins Vereinsregister und die Gründungsversammlung, die noch in diesem Quartal stattfinden soll. Zwischen diesen Terminen leitet ein Übergangsvorstand die Geschicke beider Vereine. 1. Vorsitzender wird Dr. Dierk Brüller, 2. Vorsitzende Monika Rühmann, die bisherige Chefin des Förderkreises. Beisitzer werden Lars Carstensen und Ulrike Ebeling. Sie alle, schon seit Langem mit ihren jeweiligen Vorstandsposten betraut, kündigten übrigens an, im neuen Verein nicht mehr für leitende Posten zur Verfügung zu stehen.

„Ich freue mich, dass ein neuer Förderverein bald seine wichtige Arbeit aufnehmen kann und Dinge ermöglicht, die die Schule allein nicht leisten kann“, so Michaela Schmeiser. Der Förderverein der Inselschule wird 442 Mitglieder zählen.

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