Kommunaler Präventionsrat Fehmarn gegründet / Projekte zur Problemlösung anschieben

Mit vereinten Kräften

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Ein erstes Kennenlernen: Rund 50 Vertreter unterschiedlicher staatlicher und nichtstaatlicher Akteure haben sich gestern Nachmittag zur Gründung des Kommunalen Präventionsrates Fehmarn zusammengefunden.

Fehmarn – Von Manuel Büchner Der erste Schritt ist getan. Zahlreiche Vertreter unterschiedlichster Organisationen wie Kinderschutzbund, Kirchen, Suchtprävention, Schulsozialarbeiter, Stadtjugendpfleger, Gleichstellungsbeauftragte, Schul- und Kitaleiter, Flüchtlingshilfe, Feuerwehr, Polizei, Kommunalpolitik, Kreisjugendamt, Seniorenbeirat, Jugendbeirat, AWO und von der Betreuungsstelle des Kreises sind am Mittwochnachmittag im Gemeindehaus der evangelischen Kirche Burg zusammengekommen, um den Kommunalen Präventionsrat (KPR) Fehmarn zu gründen.

Die Initiative geht auf Asylkoordinator Kurt-Henning Marten zurück. „Ich habe mit Blick auf die Mehrarbeit erst die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen“, erinnerte sich Bürgermeister Jörg Weber an den Moment, als Marten mit der Idee bei ihm vorstellig wurde. Der Rest ist Geschichte.

Dass es Bedarf für einen derartigen Rat gibt, wurde bereits in der Vorstellungsrunde deutlich. Die meisten Teilnehmer formulierten bereits Ideen, Erwartungshaltungen und Bedürfnisse, die auf ein breites Spektrum an Themen schließen ließen. Und trotz der teils bereits guten Vernetzung vieler Organisationen und Personen zeigte sich ebenfalls: Nicht jeder kennt jeden.

Einführend formulierte Marten seine persönlichen Gedanken, warum ein derartiges Gremium eine Bereicherung sein kann. So soll es darum gehen, „Menschen vom Rand der Gesellschaft in die Mitte zu holen und Perspektiven zu schaffen“. Dies sei ein breitgefächertes Aufgabenspektrum über die Kriminalitätsverhütung hinaus. Was mit einem gemeinsamen Kennenlernen und einem Erfahrungsaustausch beginnen könne, müsse in einem nächsten Schritt in die Formulierung gemeinsamer Ziele und die Erarbeitung von Projekten in kleinen, vernetzten Gruppen münden, so der Initiator.

Nora Wisotzki vom Landespräventionsrat (LPR), zuständig für die Unterstützung von Kommunalen Präventionsräten, fand ähnliche Worte und zeigte auf, wohin die Reise eines funktionierenden Präventionsrates auf kommunaler Ebene gehen kann. Probleme erkennen, die für die Kommune von Bedeutung sind, zur Lösungsfindung ressortübergreifend zusammenarbeiten und Projekte entwickeln, formulierte sie die Kernaufgaben.

Damit die Arbeit eines Rates gelingen könne, seien bestimmte Bausteine hilfreich, so Wisotzki und zählte unter anderem die Notwendigkeit einer Unterstützungsstruktur aus Verwaltung und Politik auf, die Bildung von Arbeitskreisen zu konkreten Themen, die Entwicklung eines Leitbildes, eine gewisse finanzielle Ausstattung, die Notwendigkeit von Öffentlichkeitsarbeit, die Einbindung der Bürger vor Ort, eine möglichst starke Netzwerkstruktur und am besten bereits in der nächsten Sitzung eine Analyse der jetzigen Problemlagen.

Eine konkrete Problemlage kristallisierte sich bereits in der Vorstellungsrunde heraus. Es fehlt an bezahlbarem Wohnraum auf Fehmarn – ein organisationsübergreifendes Problem. Asylbetreuerin Birgit Schulz: „Viele Menschen sind verzweifelt.“ Unter anderem auch für Gemeindewehrführer Volker Delfskamp ein Thema, das Kopfzerbrechen bereitet. „Finden junge Familien auf der Insel keinen Wohnraum, fehlt uns der Nachwuchs in den Wehren.“

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