PFA 6: Unterlagen liegen bis zum 30. September aus / Einwände bis 14. Oktober möglich

Verfahren startet am 31. August

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Der Planfeststellungsabschnitt 6 geht von Höhe Großenbroderfähre bis etwa höhe Bannesdorf.

Fehmarn – mb – Zu einer Informationsveranstaltung hatte die Stadt Fehmarn am Donnerstag in den Gasthof Meetz eingeladen. Thema: Beginn des öffentlichen Auslegungsverfahrens am 31. August für den Planfeststellungsabschnitt (PFA) 6 und damit den zweigleisigen Schienenausbau auf Fehmarn bis Höhe Großenbroderfähre im Rahmen der neuen Hinterlandanbindung für den geplanten Bau der Festen Fehmarnbeltquerung.

Einwendungen Betroffener sind ab diesem Tag möglich bis zum 14. Oktober. Die Unterlagen werden online abrufbar sein und sind nach Terminvergabe auch schriftlich einsehbar im Bauamt Fehmarn und beim Amt Oldenburg-Land. Es gelte, schnell einen Termin (04371506243, -238, -260) zu vereinbaren, so Bauamtsleiter Benjamin May. Zudem wird eine Mustereinwendung auf der Webseite der Stadt (stadtfehmarn.de) zur Verfügung stehen, so Regionalmanager Jürgen Zuch, die müsse aber unbedingt durch eigene Punkte ergänzt werden.

Zunächst referierte Lärm-Experte Christian Popp vom Beratungsbüro Lärmkontor, erklärte wie der Geräuschpegel dB(A) – ein gemittelter Wert – auf den Menschen wirkt, dass mehr als 65 dB(A) tagsüber am Haus nachweislich auf Dauer die Gesundheit schädigt, und dass der nächtliche Grenzwert in Mischgebieten von 54 dB(A) am Haus in etwa einer lauten Geschirrspülmaschine entspricht, wenn man am Küchentisch sitzt.

Popp äußerte auch Kritik an der Baulärmuntersuchung als Teil der Unterlagen. „Die hätte ich so nicht abgegeben.“ Einige Angaben seien teilweise bereits 2019 längst überholt gewesen, so Popp und forderte ein Monitoring, was in den Unterlagen bisher nicht vorgesehen ist, denn nur so bestehe die Möglichkeit, „eine Baustelle stillzulegen, wenn es zu laut ist“.

„Sehr mangelhaft und oberflächlich"

Die Rechtsanwältin Dr. Michéle John pflichtete bei. „Monitoring ist eigentlich Standard“, so die auf Umwelt- und Planungsrecht spezialisierte Rechtsanwältin, die die Unterlagen als „sehr mangelhaft und oberflächlich“ bezeichnete.

John bemängelte – wie zuletzt auch Regionalmanager Zuch –, dass das Amt für Planfeststellung Verkehr (APV) das Verfahren für den PFA 6 nicht ausgesetzt habe. Ob eine fehlende Einarbeitung des übergesetzlichen Lärmschutzes durch den jüngsten Bundestagsbeschluss oder auch die Schienen- und Straßenanbindung infolge des geplanten Absenktunnels durch den Sund: „Wir wissen heute schon, dass das völlig anders geplant wird“, wodurch es wieder Überplanungen geben werde, beispielsweise im Bereich Strukkamp und Großenbrode – und „damit eine Mehrbelastung für die Region“. Auch die geplante Elektrifizierung der Sundbrücke sei eine Absurdität. „Das ist eine Baumaßnahme, die kurze Zeit später nicht mehr benötigt wird.“

Zielführend wäre hingegen, die Verfahren Schiene, Straße mit Sundtunnel/Brücke sowie Belttunnel gemeinsam zu koordinieren, da sie voneinander abhängen. Stattdessen werde einzeln geplant und nachträglich korrigiert. Zudem nähern sich alle Vorhaben zeitlich an. „Zu einem bestimmten Zeitpunkt wird es so sein, dass viele Baustellen parallel laufen werden.“ John betonte deshalb: „Jeder, der sich vom Vorhaben berührt fühlt, sollte seine Kritikpunkte vorbringen. Schreiben sie lieber mehr als zu wenig.“ Und dies schriftlich, per Post, Fax oder persönliche Übergabe an den beiden Auslegungsorten – nicht per E-Mail.

Zuch, Popp und John sprachen sich klar dafür aus, dass jeder entlang der Trasse die Unterlagen prüfen möge. May reihte sich nahtlos ein. „Es lohnt sich, reinzuschauen.“ Die Unterlagen seien in allen Bereichen nicht aktuell, sondern ein Jahr alt oder älter.

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