Dieter Deike: „Entwicklung ist irreparabel“ / Stadtvertreter entscheiden über dm-Ansiedlung

Verlässt Stolz die Innenstadt?

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Platz für ein drittes Firmenlogo? Darüber scheiden sich die Geister. Das Thema Drogeriemarktansiedlung im Gewerbegebiet Burg-West wird wohl in der morgigen Stadtvertretersitzung in der Sache entschieden werden.

FEHMARN – Von Manuel Büchner Drogeriemarkt oder nicht Drogeriemarkt – das ist die Frage, die Fehmarn zurzeit diskutiert. In der Sache soll nun am morgigen Donnerstag (21. Februar) in der Stadtvertretung entschieden werden. Vorneweg die Vorhabenträger, die die dm-Ansiedlung bereits im Bauleitplanverfahren haben, und auf der anderen Seite die Ansiedlungsgegner, vor allem die Gewerbetreibenden in der Burger Altstadt.

Dazu gehört auch das Kaufhaus Stolz. Dieter Deike, Prokurist und Marketing-Chef beim Fehmaraner Traditionskaufhaus, spricht von einem „extremen Interesse“, das sein Unternehmen mit dreistelliger Mitarbeiterzahl und Stammhaus in der Innenstadt sowie Logistik und Firmenzentrale auf der Insel, an den jetzigen Entwicklungen hat.

So sei das Innenstadtleben für die Gewerbetreibenden in den letzten Jahren deutlich schwieriger geworden – ein Phänomen, das bundesweit zu beobachten sei, so Deike, der die Entwicklung eng mit dem Onlinehandel verknüpft sieht, der weiterhin rasant Marktanteile gewinne. „Das ist eine gigantische Entwicklung. Das müssen auch die Parteien erkennen und entsprechend die Innenstadt unterstützen. Wenn sie den Charme der Burger Altstadt erhalten wollen, müssen die Gewerbetreibenden eine Chance haben.“

Von den Äußerungen des CDU-Ortsvorsitzenden Raphael Ackermann (FT am 19. Februar 2019) ist Deike entsetzt. Dabei gehe es nicht nur um das Kaufhaus Stolz, sondern auch um jeden kleinen Händler. „Das ist kurzfristig gedacht und fällt der CDU mittelfristig auf die Füße. Hier wird eine Entwicklung vorangetrieben, die irreparabel ist“, betont Deike deutlich.

An der Ansiedlung von dm auf der grünen Wiese lässt Deike daher kein gutes Haar. „Damit wird der Innenstadthandel extrem geschwächt. Ein dm gehört in die Innenstadt. Wir haben eine Fläche im Kaufhaus angeboten. Das Angebot besteht weiterhin. Sogar auf das dm-Sortiment würden wir verzichten“, erklärt der Prokurist. Eine ernsthafte Antwort habe es seitens des Unternehmens bisher nicht gegeben. „Das kann ich verstehen. Sie wissen, wo das Geld leichter zu verdienen ist. Aber das wollen wir auch.“ Deike bezieht klare Kante: „Sollte die Ansiedlung erfolgen, wollen wir unser Haus in der Innenstadt kurz- oder mittelfristig aufgeben, um einen gleichwertigen Standort am Eingang von Burg zu haben.“

FFBQ: Klage gegen Feststellungsbeschluss?

Ein weiteres Thema wird morgen wieder die Feste Fehmarnbeltquerung (FFBQ) sein. Grundsätzlich beraten wird, ob die Stadt Fehmarn im Zuge der Auslegung der Unterlagen des Planfeststellungsbeschlusses für die FFBQ im März klagen wird. Da innerhalb der Frist zur Klageeinreichung keine Sitzung der Stadtvertretung stattfinden wird, soll dies bereits morgen beraten werden. Zudem wird Regionalmanager Jürgen Zuch seinen gewohnten Bericht zum Sachstand FFBQ und Hinterlandanbindung vortragen und für Fragen zur Verfügung stehen.

Die öffentliche Sitzung der Stadtvertretung startet um 19 Uhr im Senator-Thomsen-Haus mit der obligatorischen Einwohnerfragestunde.

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