Ferienstätte Meeschendorf soll an die Jufa-Gruppe verpachtet werden

Verpachtung beschlossen

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Die Ferienstätte des Landkreises Hersfeld-Rotenburg in Meeschendorf soll an die österreichische Hotelkette Jufa verpachtet werden.

Fehmarn – Die Zukunft der Ferienstätte des Landkreises Hersfeld-Rotenburg in Meeschendorf ist gesichert. Am Montag stimmte der dortige Kreistag einer Verpachtung an den österreichischen Hotelbetreiber Jufa mit großer Mehrheit zu. Dies berichtet die Hersfelder Zeitung (HZ).

Der Beschluss, der sechs Gegenstimmen bekam, sieht vor, das kreiseigene Grundstück für 75 Jahre zu verpachten, sodass der Kreis Hersfeld-Rotenburg Grundstückseigentümer bleibt. Der Hauptanteilseigner der Jufa-Gruppe ist eine gemeinnützige Privatstiftung aus Graz, die Erfahrung mit dem Betreiben von Jugend- und Freizeiteinrichtungen hat. Im Juni 2018 hatte der Kreistag Hersfeld-Rotenburg einem möglichen Verkauf eine Absage erteilt. Die Betriebskommission der Jugend- und Freizeiteinrichtungen wurde beauftragt, mögliche Optionen zu prüfen. Für den jährlichen Pachtzins von rund 70000 Euro darf die Jufa-Gruppe nun in Meeschendorf bauen und sanieren. Geplant hat der Investor ein Familienhotel bis 2023. Hier drängt ein wenig die Zeit, da bekanntlich ab 2021 die gesetzliche Veränderungssperre in Kraft tritt. Dann ist die Bebauung auf einem 150 breiten Küstenschutzstreifen untersagt. Ein Gutachten der Firma Horwath HTL Germany hatte die Verpachtung empfohlen. Horwarth riet von einer Sanierung durch den Kreis Hersfeld-Rotenburg (für rund drei Millionen Euro) oder einem Abriss und Neubau (rund zehn Millionen Euro) ab. Mit dem derzeitigen Verpächter, dem Schülerfreizeitzentrum (SFZ) Ilmenau habe es Gespräche gegeben, jedoch sehe hier der Landkreis „keine wesentlichen Potenziale“.

Auslastung war zu gering

Die Auslastung der Ferienstätte war viel zu gering, sodass in den letzten elf Jahren zu einem Defizit von fast 700000 Euro gekommen ist. Rund 15000 Übernachtungen gibt es in der Saison, die von Ostern bis Herbst geht. Der Landkreis muss jedoch die Personalkosten für das Hausmeisterehepaar das ganze Jahr zahlen.

Landrat Dr. Michael Koch zeigte sich zufrieden, dass die zum Teil hochemotional geführte Debatte über die Zukunft des Grundstücks zu einem guten Ende gebracht werden konnte: „Meeschendorf braucht ein zukunftsfähiges Konzept. Die Anlage soll ein Ort sein und bleiben, an dem Menschen auch aus unserem Landkreis gerne und auch bezahlbar Urlaub machen.“

Auch der neue Pächter ist zufrieden. Gerhard Wendl, Erfinder der Jufa-Hotel-Idee und Vorstandsvorsitzender der Gruppe: „Wir freuen uns, dass wir die Einrichtung des Landkreises Hersfeld-Rotenburg auf der Insel Fehmarn in die Zukunft führen können und werden das Angebot sowohl für die Gäste des Landkreises als auch für die Gäste und Einwohner der Insel Fehmarn behutsam attraktiveren und modernisieren.“ Er betont: „Die langjährige Verbundenheit vieler Besucher aus dem Landkreis soll die Basis für den Ausbau und die Entwicklung des Standortes sein.“ Die Vereinbarungen zwischen Landkreis und Pächter sehen vor, dass auf Fehmarn eigens Kontingente für Gäste, Gruppen, Schulen und Vereine aus dem Landkreis Hersfeld-Rotenburg vorgehalten werden. Sonderkonditionen für Landkreisbewohner sind nicht vorgesehen. Zudem ist angedacht, dass die Gelder aus den Pachteinnahmen über einen Fonds Bürgern des Kreises zugutekommen. Die Betriebskommission beziehungsweise der Kreisausschuss werden dem Kreistag zu gegebener Zeit einen Vorschlag zur Förderung Bedürftiger aus den erzielten Einnahmen unterbreiten

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