Südstrand-Spielwiese kurz vor Eingang der 1 281 Unterschriften verkauft

Vertrag ist unterschrieben

Tauschen Spielwiese und Wäldchen gegen ein Hotel und Appartementhäuser: Am Donnerstag unterzeichnete Bürgermeister Otto-Uwe Schmiedt den Investorenvertrag – kurz bevor Heino Kühl und seine Mitstreiter ihre Unterschriftensammlung gegen eben diesen Verkauf im Rathaus abgaben.

FEHMARN (wi) • Das wird sicherlich heftige Diskussionen auf der ganzen Insel auslösen: Womöglich unmittelbar vor Abgabe der 1 281 Unterschriften gegen den Verkauf der Spielwiese und des Wäldchens hat Bürgermeister Otto-Uwe Schmiedt den notariellen Vertrag unterschrieben, mit dem das Areal an die HT Fehmarn Resort Südstrand GmbH & Co. KG geht.

„Der notarielle Vertrag ist am Donnerstag vollzogen worden“, erklärte Schmiedt gegenüber dem Tageblatt, „die Termine haben sich überschnitten, das war Zufall.“ Schmiedt sei von der Stadtvertretung beauftragt gewesen, den Vertrag abzuschließen. Es habe von der Entscheidung im Dezember bis jetzt noch einige Zeit in Anspruch genommen, das 47-seitige Vertragswerk wasserdicht zu machen. „Doch war ich dazu verpflichtet. Wenn ich das nicht gemacht hätte, dann hätte ich grob fahrlässig gehandelt“, so Schmiedt. Der Bürgermeister akzeptiere, dass es Unterschriften gegen den Verkauf der Spielwiese und des Wäldchens gebe, doch ein Bürgerbegehren hätten die Bürger nur vor zwei Jahren anstrengen können, als der Verkauf beschlossen worden sei.

Die Unterschriften würden jetzt weitergeleitet an die Kommunalaufsicht, die nun die Prüfung vornehmen müsse. „Ich bin sicher, wenn es doch zum Bürgerentscheid kommen würde, würden sich die Fehmaraner für das Hotel entscheiden“, so Schmiedt. Er betonte noch einmal, dass die Projekte – „ein Hotel mit 200 Zimmern, Hotel-Appartements mit 150 Zimmern und Ferienwohnungen mit 150 Zimmern“ – wirtschaftlichen Aufschwung bringen würden.

Der Initiator Heino Kühl sagte zu dem Vorgang nur: „Ich finde das nicht in Ordnung“. Er sucht jetzt nach vergleichbaren Fällen, in denen die Gerichte für einen Bürgerentscheid entschieden hätten.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Regeln fürs Kommentieren: Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.