Zu wenig Platz im Feuerwehrhaus

Viel zu klein und immer mehr Mängel

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Harmut Dau (l.) erhielt das Brandschutzehrenzeichen in Gold für 40 Jahre Treue zur Feuerwehr Burg. Sönke Thomsen erhielt das Abzeichen in Siber für 25 Jahre Mitgliedschaft. 

FEHMARN – Von Nicole Rochell Platz ist in der kleinsten Hütte, eng aber gemütlich ... Papperlapapp.

Sie können‘s nicht mehr hören. Platte Redewendungen zu ihrem Raumproblem haben für die Burger Kameraden derweil allenfalls zweifelhaft Erheiterndes. Beim Thema Feuerwehrhaus bleibt neben ihrem Humor mittlerweile vor allem ihre Geduld deutlich auf der Strecke. Die wird seit nunmehr 18 Jahren auf harte Proben gestellt.

„Seit 2001 werden wir von der Verwaltung und Kommunalpolitik immer wieder vertröstet“, so Dirk Westphal in seiner Brandrede in jüngster Jahreshauptversammlung. Der Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Burg ist es leid. „Wir brauchen unverzüglich ein Feuerwehrhaus, das alle Sicherheitsvorschriften erfüllt und eine klare Schwarz-Weiß-Trennung ermöglicht. Die Arbeitssicherheit und die Gesundheit dürfen nicht länger auf der Strecke bleiben. Unsere Stadt ist in der Pflicht, dieses sicherzustellen.“ Vernahmen am Sonnabend auch einige Kommunalpolitiker, die, wie die Kameraden und andere Gäste, den Weg zur Tagungsstätte eingeschlagen hatten.

Eine Reise auf dem Zeitstrahl führte alle im bis auf den letzten Platz besetzten Saal des Schützenhofes zunächst zurück ins Jahr 2001, als die damalige Wehrführung das Thema Neubau angeschoben hatte. Es wurden Pläne entworfen, ein Model gebaut, Gespräche mit dem Bürgermeister und der Politik geführt ...

„Dann kam die Gemeindefusion und wir wurden vertröstet“, so Dirk Westphal, der noch einmal in Erinnerung rief, dass es mit der Einweihung des jetzigen Feuerwehrhauses im Jahr 1982 bis heute kein der Norm entsprechendes Gebäude gab und gibt. Es wurden verschiedene An- und Umbauten vorgenommen. „Alles, was möglich war, haben wir getan“, so Burgs Wehrführer.

„Haus ist nicht mitgewachsen“

Weitere Anläufe in Sachen Feuerwehrhaus sollten folgen. Dringenden Handlungsbedarf hatte die jetzige Wehrführung vor drei Jahren abermals angemahnt. „Seit 2016 ist unser Mitgliederbestand gestiegen, was uns alle natürlich gefreut hat, aber das Haus ist nicht mitgewachsen, und auch die Fahrzeuge passen zum Teil kaum noch in die Halle“, zeigte der Chef der Burger Wehr in seinem Jahresrückblick auf. Im vergangenen Jahr seien Politik und Verwaltung nochmals auf die „nicht mehr haltbaren Zustände“ aufmerksam gemacht worden.

Damit die im Mai gewählte neue Stadtvertretung eine Grundlage bekomme, sei die Burger Wehr gebeten worden, mögliche Grundstücke nach Ausrückezeit und anderen erforderlichen Kriterien zu bewerten. „Haben wir natürlich gemacht.“ Ziel sei es gewesen, 2018 die Grundstücksfrage zu klären. Das Ende vom Lied kann spätestens an dieser Stelle jeder mitsingen: „Wieder ist nichts daraus geworden“, obwohl man sich um Fördermittel des Landes habe bemühen wollen, so Dirk Westphal. Diesmal sei das mögliche Tunnelbauwerk bei Puttgarden Schuld der Nichtplanung. „Es werden immer neue Wenn‘s ins Spiel gebracht, die ich verstehen kann – und auch nicht“, so Burgs Wehrführer, der ein Stück weit die Wertigkeit vermisste. 1,5 Millionen für ein Verwaltungsgebäude, gut und schön, aber das nicht mal eine Summe X in den Haushalt eingestellt werde, damit die Kameraden sicher und adäquat ihre Arbeit machen könnten, das sei schon eine Ohrfeige, so Westphal und erntete Applaus von den Kameraden im Saal. „Kleinere Unfälle hat es schon gegeben, ich möchte nicht erleben, dass Kameradinnen und Kameraden durch ihr Ehrenamt ernsthaft zu Schaden kommen“, machte Dirk Westphal deutlich.

„Alles andere als zukunftsweisend“

Zum räumlichen Problem gesellten sich auch mehr und mehr bauliche Mängel hinzu. „Das Dach ist nicht mehr dicht über dem WC, bei Regen stellen wir Eimer auf, die Fenster sind zum Teil undicht oder blind, die Parkplatzsituation ist sehr schwierig ...“ Gut, jetzt könne man sagen: So oft regnet es auf Fehmarn nicht, und wenn, dann leert halt mal die Eimer. „Aber die Situation wird dadurch nicht besser.“ So wie es momentan sei, leide langfristig die Motivation der Kameraden – und das sei alles andere als zukunftsweisend. „Alle Wehren der Insel haben ihr eigenes Feuerwehrhaus. Das ist auch richtig so. Und wir brauchen auch eine eigene Unterkunft. Den Standort für hauptamtliche Kräfte sollte das Land nahe des Tunnels bauen. Das ist unsere feste Meinung“, so Westphal, der hoffte, dass alle Verantwortlichen die Wichtigkeit erkennen und das Thema in Kürze in den politischen Gremien beraten. „Zeit ist genug vergangen, die möglichen Grundstücke sind zum Teil heute schon anders bebaut.“

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