Einschneidende Maßnahmen im Segel-Verein Lemkenhafen

Vorstand macht SVLF fit für Zukunft

Uwe Koch, 1. Vorsitzender des Segel-Vereins Lemkenhafen (hier mit Hafenmeisterin Esther Klein): „Ich glaube nicht, dass wir schon die letzten Weisheiten beschlossen haben. Die Arbeit geht weiter.“

LEMKENHAFEN (pl) • Um dem Mitgliederschwund und den gestiegenen finanziellen Belastungen entgegenzuwirken, beschloss jetzt der Segel-Verein Lemkenhafen Fehmarn (SVLF) eine Reihe von einschneidenden Maßnahmen, die die Zukunft der traditionsreichen Verbindung sichern soll.

So wurden die Liegeplatzpachten, die Mitgliedsbeiträge und die Hafengelder für die Bootsbesitzer merklich erhöht. „Die Mehrbelastung zum Beispiel für ein 36-Fuß-Schiff liegt – je nach individuellem Arbeitseinsatz des Bootseigners – zwischen 180 und 480 Euro, bei einem neun-Fuß-Boot zwischen 100 und 395 Euro“, rechnet 1. Vorsitzender Uwe Koch die Auswirkungen der Preiserhöhungen vor. Diese drastischen Anhebungen stießen auf einige Kritik bei den Mitgliedern, sind aus Sicht des neuen Vorstandes, der seit April im Amt ist, aber unausweichlich. „Wenn wir das Ruder jetzt nicht herumreißen, dann beginnen wir, über unsere Verhältnisse zu leben. Die operativen Jahresergebnisse müssen positiv sein. Ohne Preissteigerungen stünde der Verein selbst bei stark reduzierter Reparaturtätigkeit schon im Jahre 2010 vor ernsten finanziellen Problemen“, so Koch.

„Müssen 70 neue Mitglieder werben“

Eine weitere Herausforderung für den Vorstand ist die Altersstruktur des SVLF. Koch: „Wir müssen in den nächsten zehn Jahren rund 70 neue Bootslieger werben, um die Lebensfähigkeit des Vereins zu sichern. Seit 1998 haben wir einen Rückgang von 35 Mitgliedern, das sind 24 Prozent.“ Eine in diesem Jahr durchgeführte Werbekampagne zum 40. Jahrestag des Vereins habe bereits Erfolg gezeigt. Hierfür wurde extra ein Etat eingerichtet. Weiter wurde die finanzielle Eintrittsschwelle für Liegeplatzinteressenten drastisch gesenkt. Neupächter müssen jetzt für ein 36-Fuß-Schiff nur noch 1 238 Euro im Jahr statt wie bisher 1 850 Euro zahlen, und somit nicht mehr als die langjährigen Mitglieder.

Weiter beschloss die Mitgliederversammlung: Zum Frühjahr steht dem Verein eine W-LAN-Anlage zur Verfügung. Die Erreichbarkeit des Yachthafens von See aus soll durch neue Fahrwasserzeichen vor allem bei Nacht und bei schlechtem Wetter erleichtert werden. Außerdem soll die Fahrrinne wieder auf 2,5 Meter Tiefe ausgebaggert werden.

Bis zur nächsten Jahreshauptversammlung im April 2008 wird der Vorstand ein Marketingkonzept vorlegen, auf dessen Grundlage die Mitglieder dann entscheiden sollen, in welchem Ausmaß und in welchem Zeitraum die Steganlagen und das Liegeplatzsystem technisch erneuert und marktgerecht umgebaut werden sollen. Weiter wurde der Vorstand beauftragt zu prüfen, ob die jetzige Struktur des SVLF als gemeinnütziger Verein zukunftsfähig ist oder ob eine AG oder eine Genossenschaft sinnvoller wäre. Koch: „Ich glaube nicht, dass wir schon die letzten Weisheiten beschlossen haben. Die Arbeit geht weiter.“

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