DB und LBV zum Planungsstand für die zukünftige Querung des Fehmarnsundes / Ergebnis Ende 2019

Auf dem Weg zur Vorzugslösung

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Der Korridor, für Tunnel und Brücke getrennt, gibt den Rahmen für die Querungsmöglichkeiten vor.

GROSSENBRODE -mb- „Wir bestimmen schon die Bauarten der Haltepunkte an der Hinterlandanbindung, wissen aber noch nicht, wie es über den Sund geht“, stichelte Jörn Koch (CDU) als Hausherr und in Vertretung für Bürgermeister Jens Reise bei der gestrigen Veranstaltung zum Planungsstand der Fehmarnsundquerung ein wenig. Daraufhin musste Bahnsprecher-in Ulrike Schenka den stellvertretenden Bürgermeister gleich etwas ausbremsen: „Es gibt heute kein Ergebnis, sondern wir wollen zeigen, dass es sich um kein 08/15-Projekt handelt.“ Aus den Reihen des Wirtschaftsministeriums hatte übrigens niemand den Weg nach Großenbrode gefunden

Vier Querungsvarianten (kombinierte und getrennte Brücke, sowie Absenk- und Bohrtunnel) bilden bekanntlich den Grundstein für die Suche nach der besten Verbindung zwischen Festland und Fehmarn – jede wird separat geplant als sogenanntes Planungspaket (PP 1 bis 4). Außerdem wird eine Teilweiternutzung der Sundbrücke (PP 5) untersucht. Diese Planungen sollen im kommenden Frühjahr abgeschlossen sein. Der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein (LBV) und die Deutsche Bahn Netz AG koordinieren als Team die Planung.

Während der Präsentation, die sich zunächst an Politiker von Fehmarn und aus Großenbrode sowie das Dialogforum richtete und später für alle öffentlich war, gab es verschiedene Fragen. Regionalmanager Jürgen Zuch interessierte sich für Baubelastungen durch notwendige Umbauarbeiten an den Anschlusstellen zum Querungsbauwerk. Diese konnte LBV-Projektleiterin Britta Lüth nicht ausschließen. Grundlage für die Planungen sei für die Straße der jetzt planfestgestellte B 207-Ausbau, der zeitlich vor der neuen Querung des Sundes erfolgen werde.

Gutes Stichwort, denn die Bauvorhaben der Belt- und Sundquerung nähern sich zeitlich an. „Umweltfragen werden kumuliert betrachtet, Belastungen für die Schifffahrt getrennt“, so Lüth.

In der ersten Reihe (r.) hörten Jörn Koch (v.l.), Jürgen Zuch, Jörg Weber und Hans-Heinrich Schröder genau zu. Ulrike Schenka (l.) führte durch die Veranstaltung.

Stadtvertreter Hinnerk Haltermann (CDU) wollte wissen, warum der Korridor für ein Brückenbauwerk nur westlich der jetzigen Brücke geplant werde. Jürgen Kordes von der Ingenieurgesellschaft „Obermeyer Planen + Beraten“ verwies auf die Orte Fehmarnsund und Großenbroderfähre. Haltermann: „Was ist mit Strukkamp?“, woraufhin der Planer antwortete: „Wir beachten vorhandene Siedlungsstrukturen.“

Kordes ist für das PP 6 zuständig: die Erstellung einer Bewertungsmethodik und die Durchführung der Trassenauswahl. „Es sind technisch vier deutlich unterschiedliche Grundsatzlösungen mit jeweils zahlreichen Varianten mit und ohne Berücksichtigung der bestehenden Brücke“, so Kordes. In einem ersten Schritt werden rund 200 Querungsmöglichkeiten (Linien) untersucht, die dann auf ungefähr fünf je Grundsatzlösung reduziert werden. Anschließend wird eine Vorzugsvariante pro Grundsatzlösung erarbeitet. Diese vier Varianten werden dann mit den vier Kombinationsvarianten (Brücke für Straße mit Absenktunnel für Schiene und umgekehrt sowie gleiche Varianten für Bohrtunnel) verglichen. Ende 2019 soll dann feststehen, wie der Fehmarnsund zukünftig gequert werden soll. Für Jörn Koch wird es höchste Zeit: „Wir wollen Fakten im nächsten Jahr.“

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