Seit vielen Jahren: Feuerwehr Burg hofft auf Neubau / Gemeindewehrführer zuversichtlich

Das Warten auf eine Wache

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Wehrführer Dirk Westphal sitzt im Funkraum der Wache. Einst diente das Pult sogar als Nebenleitstelle. Die Alarmierung für den gesamten Kreis war von hier möglich

Fehmarn –mb– In diesem Jahr wird die Heimat der Feuerwehr Burg 40 Jahre alt. Beinahe die Hälfte der Zeit ist der Ruf nach einem Neubau zu vernehmen – mal lauter, mal leiser. Zuletzt wieder deutlicher. Dass die Wache nicht nur ein paar Macken, sondern handfeste Probleme hat, ist seit vielen Jahren bekannt. Um genau zu sein seit 2001. Eine große Begehung mit der Feuerwehr-Unfallkasse hatte das Vorhaben Neubau ins Rollen gebracht, angeschoben vom damaligen Wehrführer Claus-Michael Rathjen und seinem Stellvertreter Karl August Bahr.

So hatte der damals schon im Ruhestand befindliche Brandinspekteur Wolfhard Spieß, Berufsfeuerwehrmann im gehobenen Dienst mit 30 Jahren Erfahrung, Konzepte und ein Modell erarbeitet, das der Stadtvertretung vorgestellt wurde. 19 Jahre Stillstand folgten.

Schaut man genauer hin, sind die Probleme teilweise schon mit der Indienststellung des Gerätehauses bekannt gewesen. „So modern der Neubau 1980 auch war, ein Feuerwehrhaus nach Norm war es nie“, sagt Wehrführer Dirk Westphal. Platzprobleme habe es von Anfang an gegeben.

Wurde das Haus für 50 Aktive geplant sind es zurzeit 65 – zudem sind 30 Nachwuchskameraden in der Jugendfeuerwehr dazugekommen. „Das Haus wächst ja nicht mit. Wie man es auch dreht und wendet – es reicht nicht“, betont Westphal entschieden und ergänzt: „Wir stellen keine überzogenen Forderungen, aber bedarfsgerecht muss es sein.“

Mehr als nur lieb gewonnen hat die Burger Wehr allerdings den Standort in der Osterstraße, Ecke Sahrensdorfer Straße. „Die Lage war immer sehr gut. Daran hat sich auch heute nichts geändert“, betont Westphal, aber längst seien alle Möglichkeiten ausgeschöpft. Sind über die Jahre doch zwei Anbauten für Stellplätze in Eigenregie entstanden. Der Duschraum wurde zugunsten der Atemschutz-Werkstatt aufgegeben, in die Einliegerwohnung der Wache ist die Jugendwehr eingezogen.

Ein Schwarz-Weiß-Prinzip, also die räumliche Trennung zwischen dreckiger Arbeitsbekleidung und sauberer Privatbekleidung, oder überhaupt Umkleidekabinen hat es noch nie gegeben. „Unsere Spinde sind hinter den Fahrzeugen in der Halle“, verdeutlicht Westphal und zählt weiter auf: Die Pkw-Stellplätze für Einsatzkräfte sind nicht ausreichend, nicht alle Feuerwehrfahrzeuge haben in der Halle einen Stellplatz, zudem entsprechen die Stellplätze und Tore der Halle nicht der Norm für Großfahrzeuge, und eine Lagerfläche für Verbrauchsmaterialien gibt es auch nicht. „Das steht zwischen den Fahrzeugen.“ Und nicht zuletzt kreuzen anrückende Kräfte und bereits abfahrende Feuerwehrfahrzeuge. „Das ist gefährlich“, so Westphal mit besorgter Miene.

Passende Grundstücke werden geprüft

„Die Feuerwehrwache in Burg muss erneuert werden, sie wird erneuert werden. "Das steht außer Frage“, sagte Gemeindewehrführer Volker Delfskamp kürzlich im FT-Gespräch. Bis zuletzt wurden Grundstückssuche und Planung zurückgestellt, um zunächst Klarheit über den Standort der hauptamtlichen Wachabteilung zu haben, die auf Fehmarn für den Brandschutz des geplanten Fehmarnbelttunnels entstehen soll. „Mit dem jetzt überarbeiteten Feuerwehrbedarfsplan ist der Standort eingegrenzt – nämlich westlich der B207“, so Delfskamp. Eine Zusammenlegung mit der Burger Wehr ist damit vom Tisch. Gleichzeitig könnte somit Bewegung ins Spiel kommen. „Wir werden jetzt vorankommen“, so Delfskamp, der Verständnis zeigte für die Unzufriedenheit der Kameraden der Inselmetropole. Gleichzeitig müsse aber jedem klar sein, dass es „ein finanzieller Kraftakt ist, den die Stadt wuppen muss“. Zurzeit prüfe die Verwaltung Grundstücke.

Das bestätigt auch Westphal. „Wir wurden zudem vom Bürgermeister gebeten, Grundstücke zu prüfen anhand einer Matrix, die unter anderem Grundstücksgröße, Erweiterungsmöglichkeiten, Erreichbarkeit und Hilfsfristen berücksichtigt.“ Delfskamp: „Wichtig ist die Erreichbarkeit – gerade im Sommer.“ Die Standortwahl müsse daher mit viel Bedacht angegangen werden und vorausschauend sein mit Blick auf die zukünftige Entwicklung der Stadt, so der Gemeindewehrführer.

Über die Jahrzehnte habe sich die Stadt im Sinne des jetzigen Standortes entwickelt, so Westphal, der keinen Hehl daraus macht, dass die Wehr auf die städtische Fläche Parkplatz Osterstraße schielt, die in der direkten Nachbarschaft der jetzigen Wache liegt. Ungefähr die Hälfte der Fläche bräuchte man, so Westphals Vermutung auf Grundlage des Feuerwehrbedarfsplanes und der Feuerwehrunfallkasse.

Ob er die Fertigstellung in der Funktion als Ortswehrführer noch erlebt? Wichtig sei, das Vorhaben Neubau mit aller Kraft voranzubringen, so Westphal, der seinen ersten Auftritt im Spielmannszug zu den Feierlichkeiten der Indienststellung der jetzigen Wache hatte.

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