Corona und Ausschussarbeit (1. Teil): Schwerpunkte für den Bau- und Umweltausschuss

Warten auf Wohnraumanalyse

+
Ein Bauzaun begrenzt das Areal am Südstrand, wo das Thelosen-Projekt enstehen soll.

Fehmarn – Von Andreas Höppner Seit Beginn der Corona-Pandemie konnte die kommunale Ausschussarbeit nur stark eingeschränkt durchgeführt werden. Einige Ausschüsse haben in diesem Jahr noch gar nicht getagt. Bevor diese Gremien spätestens ab September wieder öffentlich beraten, gibt das FT in loser Folge einen Überblick über die Schwerpunkte, die aus Sicht der einzelnen Ausschussvorsitzenden gesetzt werden sollten.

  • Erst zwei Sitzungen durchgeführt in diesem Jahr
  • Reisportzentrum muss auf den Weg gebracht werden
  • Ausschussvorsitzender erhofft Entscheidung Hotelbau auf der Spielwiese im Herbst
Heute starten wir mit dem Bau- und Umweltausschuss, der in diesem Jahr immerhin schon zwei Sitzungen abgehalten hat. Am 25. August folgt die dritte. 2019 hatte dieser Fachausschuss bis Ende August bereits sechs Mal getagt.

„Es wurde trotzdem gearbeitet“, macht Ausschussvorsitzender Andreas Herkommer (SPD) deutlich. Es sei auch „nichts Schwerwiegendes“ liegengeblieben, sind demnach die entscheidungsrelevanten Themen abgearbeitet worden.

Doch Herkommer sieht nun für mehrere Projekte beziehungsweise Themenfelder die Zeit gekommen, einen Gang zuzulegen. Ganz oben auf der Agenda stehe für alle Parteien die Schaffung von Wohnraum. Auf Grundlage einer Wohnraumanalyse, die im März in Auftrag gegeben worden ist, sollen dann die weiteren Schritte eingeleitet werden. Erste Ergebnisse sollen laut Herkommer zunächst intern in einer „Arbeitsgruppe Wohnraum“ diskutiert werden. Eine öffentliche Präsentation sei im Anschluss in der Sitzung des Bau- und Umweltausschusses am 17. September vorgesehen.

„Gorch-Fock-Straße ist das Wichtigste“

„Wir müssen unbedingt eine Zeitschiene haben“, hält Herkommer es für erforderlich, einen Plan zu erarbeiten, nach dem bei der Ausweisung von Baugebieten vorgegangen wird. Zentrale Bedeutung hat für ihn die 4,3 Hektar große Fläche an der

Gorch-Fock-Straße

. „Das ist das Wichtigste.“ Doch das benötigt wohl noch etwas Zeit, mit einer Befassung in seinem Ausschuss rechnet Herkommer in diesem Jahr nicht mehr.

Das Projekt, das aber unbedingt auf den Weg gebracht werden müsse, sei das Reitsportzentrum, das der Fehmarnsche Ringreiterverein errichten möchte (wir berichteten). Ziel sei es, im September den Aufstellungsbeschluss zu fassen, notfalls auch in einer Sondersitzung, unterstreicht Herkommer die Dringlichkeit. „Das sehen alle so.“

Liegen die Ergebnisse der Wohnraumanalyse vor, dürfte es möglicherweise auch in Landkirchen, wo zwei Baugebiete in der Planung sind, weitergehen. Jedes Baugebiet müsse in Zukunft eine Mindestquote von bezahlbarem Wohnraum ausweisen, so Herkommer. „Einer Quote von unter 30 Prozent stimmen wir nicht zu“, legt er die Schmerzgrenze der Sozialdemokraten fest. Als Ausschussvorsitzender wisse er aber um die Verantwortung, die ihm zukomme. „Interessenpolitik betreibe ich nicht, ich sehe mich als Moderator. Es fällt mir nicht immer leicht, aber ich gebe mir Mühe“, weiß der 50-Jährige, dass er öfter mal aneckt, wenn er sich mitunter etwas zu direkt äußert.

Bedeutsam ist für Herkommer zudem, dass es mit der baulichen Entwicklung in Burgtiefe vorangeht. Im Zuge der Städtebausanierung gehe alles seinen Gang, doch beim Hotelbau: Hier hofft er darauf, dass die Stadt Fehmarn im Herbst endlich eine Entscheidung der holländischen Investoren bezüglich der Spielwiese vorliegen hat. Doch Fehmarn hofft schon viele Jahre. Wo man es aber „selbst in der Hand hat, muss man Entscheidungen treffen“, fordert Herkommer mit Blick auf das sogenannte Familienhotel in Meeschendorf oder das bislang nicht mehrheitsfähige Projekt des Investors Tim Thelosen zwischen Strandburg und Hotel Bene, das sich zudem erweitern wolle.

Bei der vorhandenen Infrastruktur sieht der Ausschussvorsitzende die Stadt Fehmarn am Limit angekommen. „Einer großartigen Erweiterung von Ferienwohnungen bedarf es nicht“, über Qualität könne man reden, findet Herkommer. Das gelte auch für Campingplätze. Was seinem Empfinden nach auf jeden Fall fehlt, sind Stellplätze für Wohnmobile. „Wenn wir keine Wohnmobilplätze bauen, parken die irgendwo.“ Eine bittere Erfahrung aus der Corona-Pandemie, als Fehmarn unmittelbar nach dem Lockdown am verlängerten Himmelfahrtswochenende und über Pfingsten von Erholungsuchenden förmlich überrannt wurde und aus allen Nähten platzte.

Die Entscheidung der Kommunalpolitik, sich bei der Instandsetzung und Sanierung der Straßen auf das Kernwegenetz zu konzentrieren, sei genau richtig. „Man muss das große Ganze im Auge haben, lieber weniger Straßen, dafür besser“, findet der Sozialdemokrat.

Er wird sich nun auf die in sechs Tagen stattfindende Bau- und Umweltausschusssitzung vorbereiten. Mal wieder eine abendfüllende Veranstaltung, denn alleine im öffentlichen Teil sind von den Ausschussmitgliedern 23 Tagesordnungspunkte (ohne Unterpunkte) abzuarbeiten. 

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Regeln fürs Kommentieren: Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.