Im Katastrophenfall ist die Einbindung des THW gewährleistet / Kreis in Vorreiterrolle

THW bei Wasserrettung im Boot

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Landrat Reinhard Sager (l.) und Dierk Hansen besiegeln mit ihren Unterschriften die Einbindung des THW in die Wasserrettung im Katastrophenfall.

Ostholstein – Von Andreas Höppner – Im Jahr seines 50-jährigen Bestehens nimmt der Kreis Ostholstein landesweit eine Vorreiterrolle ein, wenn es um die Wasserrettung im Katas- trophenfall geht. Landrat Reinhard Sager (CDU) und Dierk Hansen, Landesbeauftragter des Technischen Hilfswerks (THW) für Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern, unterzeichneten gestern im Kreishaus eine Vereinbarung, die im Katastrophenfall eine enge Einbindung des THW ermöglicht.

„Wir haben 185 Kilometer Ostseeküste und zahlreiche Binnengewässer, es ist für mich eine große Freude, dass wir diesen Step machen können“, verdeutlichte Sager unmittelbar vor der Vertragsunterzeichnung. Denn, so der Landrat überzeugt, die Bedeutung der Wasserrettung nehme zu, in besonderem Maße auch in Ostholstein.

Die Aufgaben der Wasserrettung im Katastrophenschutz umfassen unter anderem die Menschen- und Tierrettung aus Wassergefahren, die Sachgüterbergung aus Wassergefahren, die Erkundung auf dem Wasser, die Evakuierung in Überflutungsgebieten und die Wassertransportunterstützung für andere eingesetzte Kräfte.

Die letzten Einsätze im Kreis Ostholstein im Rahmen des Katastrophenschutzes liegen zeitlich schon etwas zurück. Sager nannte das Starkregenereignis im August 2007, als der Bereich Dahme und Grube Land unter meldete, aber auch den Großbrand auf einem Schrottplatz in Lensahn im August 2018, der dazu führte, dass die über den Recyc- linghof entlangführende 110-kV-Leitung abgeschaltet und die Stromversorgung in einigen Ostseebädern mithilfe des THW sichergestellt werden musste.

Die Insel Fehmarn war im August 2007 ebenfalls von einem Starkregenereignis und Überschwemmungen betroffen. Zudem bergen Sturmfluten gerade auf der Insel ein Gefahrenpotenzial in sich. Die Erinnerungen an den knapp verhinderten Deichdurchbruch in Wallnau im Januar 2017 sind noch recht frisch.

„Ich freue mich, dass man auch in Ostholstein der Empfehlung der Landesarbeitsgemeinschaft Wasserrettung folgt und organisationsübergreifend die Fähigkeiten und Ressourcen bündelt und auch das THW systematisch einbindet“, machte Dierk Hansen deutlich. 

Im Rahmen einer Analyse zur Ermittlung des regionalen Bedarfs an Wasserrettungseinheiten für den Katastrophenschutz im Kreis Ostholstein wurde ein Bedarf von insgesamt zwei Wasserrettungsgruppen festgestellt. Der THW stellt nun die erste Wasserrettungsgruppe zur Verfügung, deren Leitung Reinhard Jagusch, Ortsbeauftragter des THW Plön, innehat. Die Einrichtung einer zweiten Wasserrettungsgruppe ist für 2021 vorgesehen. Nach Angaben des Fachdienstleiters Ordnung und Sicherheit, Detlef Wohlert, befindet sich der Kreis Ostholstein noch in Abstimmung mit der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG). Eine Förderung des Landes sei angekündigt, für die Vorhaltung der ersten Wasserrettungsgruppe „entstehen dem Kreis Ostholstein keine zusätzlichen Kosten“, heißt es vonseiten des Kreises.

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