DLRG-Ortsgruppe Rotenburg/Fulda bringt eigenen Jetski mit nach Fehmarn und rettet zwei Personen

Wasserrettung mit dem Jetski 

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Heiko Schäfer aus Bebra in Nordhessen präsentiert den Jetski vorm Strand von Meeschendorf.

FEHMARN - wa - Die DLRG-Ortsgruppe Rotenburg aus dem nordhessischen Kreis Hersfeld-Rotenburg kommt, seitdem es die Erholungsstätte des Kreises in Meeschendorf gibt, jeden Sommer mit einer Abordnung von Rettungsschwimmern und Bootsführern zum Wachdienst nach Meeschendorf.

Einer, der seit vielen Jahren immer wieder dabei ist, ist Uwe Jakob aus Rotenburg an der Fulda. Mit zwölf Jahren ist er in die DLRG eingetreten. Heute ist er stellvertretender Kreisverbandsleiter und Lehrscheinausbilder im Landesverband. Außerdem kommt er seit 1980 regelmäßig für zwei bis drei Wochen als Rettungsschwimmer und Wachleiter nach Meeschendorf.

„Vor zwei Jahren hat die DLRG-Ortsgruppe Rotenburg einen 14000 Euro teuren Jetski anschaffen können“, freut sich Jakob. „Finanziert wurde er zu 70 Prozent aus unseren Schwimmkursen und Spenden.“ 30 Prozent hätten die Stadt Rotenburg und der Kreis übernommen.

Jakob erzählt von den vielen Vorteilen, die der Jetski gegenüber dem Rettungsboot hat. So sei er nicht nur sehr schnell, sondern man könne ihn auch in extrem flachen Gewässern einsetzen, beispielsweise bei Überflutungen. „Diese Eigenschaft ist auch hier an der Ostsee praktisch, weil man im Notfall bis zum Strand fahren kann.“ Die Ortsgruppe habe den Jetski für zwei Wochen mit an den Meeschendorfer Strand gebracht, um die Rettung mit diesem Hilfsmittel intern zu üben. Fahren darf ihn jeder, der einen Bootsführerschein hat.

Und es wurde nicht nur geprobt, sondern es gab auch gleich zwei Einsätze vor Ort für das schicke Hilfsmittel. Am vorletzten Donnerstag konnte eine ältere Frau, die ihre Kräfte überschätzt hatte, per Jetski aus dem Wasser geholt werden. Am vergangenen Dienstag ging es noch etwas dramatischer zu, als ein Boot etwa 1000 Meter vor der Küste kenterte und eine Person über Bord ging. Schnell war der Jetski auch hier zur Stelle und konnte Mann, im Meer schwimmenden Benzinkanister und Boot bergen.

„Da der Jetski keine Schraube hat, ist es auch unbedenklich, ihn in der Badezone zu nutzen“, erläutert Heiko Schäfer, der den Jetski in diesen Tagen fährt. „Zum Glück passiert nicht jeden Tag so etwas Dramatisches“, ergänzt er.

Es sei ein weiterer Vorteil, dass die gesetzlichen Vorgaben für die Rettung mit einer Person erfüllt seien, nicht wie bei der Nutzung des Rettungsbootes, für die zwei Personen benötigt würden. Darüber hinaus sei der Jetski mit einer Geschwindigkeit von bis zu 80 km/h wesentlich schneller als das Boot. Zum Jetski gehört die übliche Seenotausstattung sowie für den Fahrer eine Rettungsweste mit Funkgerät und weiteren Hilfsmitteln. Zudem hat die DLRG Helme mit wasserdichter Funkverbindung. Das heißt, dass der Fahrer des Jetskis bis zu einer Entfernung von zwei Kilometern mit dem Team am Strand kommunizieren kann.

„Mit dem Jetski kann man natürlich auch bei Großveranstaltungen schnell und flexibel auf Notfälle reagieren“, erklärt Jakob. „Vielleicht ergibt es sich ja auch mal, dass wir dann Dienst am Strand übernehmen und so die Finanzen der DLRG aufbessern können.“ Auf jeden Fall ist der Nordhesse froh und dankbar, dass die Stadt Fehmarn zum einen das Rettungsboot für Meeschendorf zur Verfügung gestellt und zum anderen die Wachstation vor Kurzem komplett renoviert hat, sodass der jeweilige Wachleiter hier mit kleiner Wohnküche, Bad und einem Zimmer während seines ehrenamtlichen Dienstes eine schöne Unterkunft hat.

Froh sind Jakob und Schäfer auch darüber, dass sich der Kreis Hersfeld-Rotenburg in einer emotionalen Kreistagssitzung für die Aussetzung des Verkaufs der Erholungsstätte ausgesprochen hat. Das Gebäude inklusive Grundstück sollte ursprünglich für 2,2 Millionen Euro verkauft werden. Nun will der Kreis Gelder für die Sanierung bereitstellen. So können dann hoffentlich auch zukünftige Generationen aus Nordhessen hier ihre Ferien verbringen.

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