Die DGzRS übernimmt / Rolle Feuerwehr und DLRG wird mit Vereinbarung konkretisiert

Wasserrettung im Übergang

Fehmarn –mb– Anfang Juni hatte das Innenministerium eine Lösung für das langjährige Problem der Wasserrettung an Schleswig-Holsteins Küsten verkündet (wir berichteten). Die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) soll übernehmen. Für Innenministerin Sabine Sütterlin-Waak (CDU) sind damit die „offenen Fragen“ beantwortet. Sie sieht eine „pragmatische Lösung“ und auch Landesbrandmeister Frank Homrich begrüßt die Lösung mit den gleichen Worten.

  • Feuerwehren und die DRLG sollen mit ins Boot geholt werden
  • Wasserrettung gehört nicht zu den gesetzlichen Aufgaben der Feuerwehr
  • Qualifizierung und ein ostseetaugliches Rettungsboot notwendig 
Denn die Feuerwehren, ebenso wie die DRLG, sollen mit ins Boot geholt werden, nämlich wenn die Seenotretter nicht am schnellsten vor Ort sein können. Andere Organisationen sollen dann einspringen. DGzRS-Geschäftsführer Udo Helge Fox: „Sollten kurzfristig keine DGzRS-Boote in der Nähe oder andere Einheiten schneller vor Ort sein“, werde die Seenotleitung im Rahmen der Amtshilfe andere Organisationen beauftragen und diese über die zuständigen Landrettungsleitstellen organisieren. Für Fehmarn nicht unwahrscheinlich mit einer 75 Kilometer langen Küste.

Vereinbarung wird momentan erarbeitet

Als noch nicht ausgegoren, unpraktikabel und zu langwierig kritisierten Fehmarns Bürgermeister Jörg Weber und Gemeindewehrführer Volker Delfskamp das Prozedere zuletzt. Der Pressesprecher des Innenministeriums, Dirk Hundertmark, widerspricht. „Amtshilfeersuchen sind in solchen Fällen nicht zeitaufwendig, weil sie unmittelbar über die Leitstelle erteilt werden.“ Die Rettungsleitstelle kläre zudem, welche Einheit welcher Organisation am schnellsten vor Ort sein könne. Zurzeit werde eine Vereinbarung mit der DGzRS erarbeitet, so Hundertmark, darin werde die Amtshilfe zu konkretisieren sein.

Bis dahin gilt eine Übergangsfrist: „Die Feuerwehren des Kreises Ostholstein, sofern diese dazu in der Lage sind, werden durch das Land um Amtshilfe gebeten.“ Innerhalb ihres Gemeindegebietes dürfen die Wehren nur aktiv werden, wenn „die Gemeindevertretung sie damit beauftragt hat“. Das trifft für Fehmarn nach aktueller Beschlusslage nicht zu.

Die Wasserrettung gehört nicht zu den gesetzlichen Aufgaben der Feuerwehr. Sie darf diese erst wahrnehmen, wenn ihr diese freiwillige Aufgabe von der Gemeindevertretung übertragen wurde. Anders sieht es aus bei Einsätzen außerhalb des Gemeindegebiets. Dann braucht es keine Beauftragung durch die Kommunalpolitik.

Amtshilfe durch Wehren, die dazu in der Lage sind

Was es allerdings braucht, sind eine entsprechende Qualifizierung der Kameraden und die dazugehörige Materialausstattung, um auf der Ostsee aktiv werden zu können – nicht zuletzt ein ostseetaugliches Rettungsboot, ein sogenanntes RTB-2. Weder Fehmarn noch Großenbrode oder Heiligenhafen besitzen ein Boot dieses Typs. Übertrage die Gemeinde die Aufgabe der Wasserrettung auf ihre Wehr, müsse die Gemeinde ihre Feuerwehr auch entsprechend befähigen, so Hundertmark. Heißt: Die Wahrnehmung der Aufgabe erfordert zunächst geschultes Personal und die entsprechende Ausstattung.

Alle Fragen scheinen also noch nicht beantwortet zu sein und auch bei der Pragmatik des Vorschlags ist noch Luft nach oben. An der Stelle lässt sich wohl auch Dirk Hundertmarks abschließendes Statement verorten: „Im Rahmen des runden Tisches Wasserrettung wird mit den an der Wasserrettung beteiligten Organisationen an der weiteren Optimierung der Wasserrettung im Land gearbeitet.“

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