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Weniger Anlagen, aber dafür höher: Zwei Windparks auf Fehmarn wollen repowern

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Von: Manuel Büchner

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Repowering Windpark Fehmarn Windräder
Die Windparks Fehmarn-Mitte (Foto) und Fehmarn-Nordwest wollen repowern. © Andreas Höppner

Im Bauausschuss ist die Bauleitplanung für zwei Windparks zum Repowering angeschoben worden. Das Budget des Bauhofes Fehmarn sorgte für Diskussionen.

Fehmarn – Windkraft erhitzt die Gemüter. Bereits in der Einwohnerfragestunde des Bau- und Umweltausschusses meldeten sich eine Ostermarkerlsdorferin und ein Schlagsdorfer zu Wort. Auslöser waren die Anträge der Windparks Fehmarn-Mitte (B-Plan 55, zwischen den Ortsteilen Bisdorf, Vadersdorf, Lemkendorf und Dänschendorf) und Fehmarn-Nordwest (B-Plan 67, nördlich von Dänschendorf, südöstlich von Westermarkelsdorf und östlich vom Bürger-Windpark Westfehmarn) auf Bauleitplanung. Beide Windparks wollen repowern: Weniger Anlagen, aber dafür bis zu 200 Meter hoch, was der doppelten Höhe der jetzigen Anlagen entspricht.

Die bestehenden Anlagen sind bereits gewaltig, 200 Meter wäre mehr als dreimal so hoch wie der Kirchturm in Petersdorf.

Bürger aus Schlagsdorf

„Die bestehenden Anlagen sind bereits gewaltig, 200 Meter wäre mehr als dreimal so hoch wie der Kirchturm in Petersdorf“, so der Schlagsdorfer. Die Bewohnerin aus der Splittersiedlung Ostermarkelsdorf sprach von gesundheitlichen Bedenken und negativen Folgen für den Natur- und Landschaftsschutz. Das Vorhaben sei nicht im Interesse der Einwohner Fehmarns, diene nur der „Profitmaximierung der Windparkbetreiber“.

Anpassung an den aktuellen Stand der Regionalplanung des Landes für die Windenergie

Zunächst ging es im Ausschuss erst einmal um die Anpassung der Flächennutzungspläne und Bebauungspläne an den aktuellen Stand der Regionalplanung des Landes für die Windenergie, erklärte Bauamtsleiter Benjamin May sinngemäß. Über die Höhe der Anlagen oder andere Parameter werde im Verfahrensverlauf entschieden.

Welchen konkreten Einfluss haben wir auf die Planung?

Stadtvertreter Marco Eberle (Grüne)

Marco Eberle (Grüne): „Welchen konkreten Einfluss haben wir auf die Planung?“ Es gehe um eine Vorranggebietskulisse, in der Windkraft Vorrang vor allen anderen Vorhaben habe, so May. Hier muss der Windkraft substanziell Raum gegeben werden. Heißt: Einer gewissen Gebietsgröße muss auch eine gewisse Anzahl an Anlagen ermöglicht werden. Und es muss eine Anlagenhöhe ermöglicht werden, die einen wirtschaftlichen Betrieb zulässt. Die bisherigen B-Pläne begrenzen die Anlagenhöhe auf 100 Meter. „Wenn das heute noch kein rechtliches Problem ist, kann es zu einem späteren Zeitpunkt zu einem werden“, so May, da diese Höhenbegrenzung zunehmend nicht mehr den Marktgegebenheiten entspreche. Dennoch: Die maximale Anlagenhöhe ist nicht vom Land vorgegeben, kann von der Kommunalpolitik festgelegt werden.

Windkraft ist ein wichtiges Thema für Fehmarn.

Stadtvertreter Martin Specht (CDU)

Martin Specht: „Windkraft ist ein wichtiges Thema für Fehmarn. Heute sagen wir eigentlich nur, dass wir mit der Planung starten wollen.“ Gerade die Höhe der Anlagen werde man in der CDU noch breit diskutieren.

Das Abstimmungsergebnis war schlussendlich identisch für jeweils beide Änderungen der F- und B-Pläne: Sieben Ausschussmitglieder stimmten mit Ja, die SPD enthielt sich und Rolf Möller (FDP-WUW) sagte Nein.

Abschreibungen schlagen voll durch

Die Investitionen für den Fachbereich Bauen und Häfen wurden im November-Ausschuss auf den Weg gebracht, am Mittwochabend ging es um den Ergebnishaushalt, der eine Unterdeckung von 3,7 Millionen Euro aufweist – und somit 600000 Euro mehr als vorgesehen. Benjamin May begründete: „Der Hauptgrund sind die Abschreibungen“, die zum nächsten Jahr bereits um knapp 440000 Euro steigen würden. Zudem sollen 100000 Euro mehr in die Straßenunterhaltung fließen als 2021. Außerdem wird im Bauamt zusätzlich eine halbe Stelle für die Bauleitplanung geschaffen (maximal 40000 Euro Personalkosten).

Es ist nichts drin, was nicht wirtschaftlich ist.

Bauhofchef Timo Jädke

Der Bauhof sorgte mit seinen Zahlen für mehr Gesprächsbedarf. Nicht der Ergebnishaushalt (rund 1,98 Millionen Euro), aber die Investitionen (460000 Euro) in Ausrüstung und Fuhrpark. Martin Sprecht und Hinnerk Haltermann (CDU) reichten die mündlichen Ausführungen des Bauhofchefs Timo Jädke nicht. Er hätte sich für die Entscheidungsfindung ein Anlagenverzeichnis zu Geräten und Fahrzeugen gewünscht, so Specht. „Es ist nichts drin, was nicht wirtschaftlich ist“, beteuerte Jädke und bat um eine wenig Vertrauen vonseiten der Politik, was die notwendigen Anschaffungen betrifft. „Vertrauen ist gut, zu fragen, ist aber berechtigt“, so Haltermann.

Alternative Antriebe werden geprüft

Eberle brach eine Lanze für den Bauhofchef. „Ich kenne keinen in der Verwaltung, der jedes Jahr um jeden Euro kämpfen muss – mein Vertrauen hast du.“ Ähnliche Bekundungen kamen von Jörg Josef Wohlmann (SPD) und Dirk Frohberg (FWV), der noch alternative Antriebe ins Spiel brachte. „Vom Lkw bis zum Kleinrad prüfen wir alternative Antriebe“, so Jädke, aber im Moment sei es noch schwierig, etwas Nachhaltiges zu bekommen, da ab 3,5 Tonnen die Leistung fehle.

In der Abstimmung enthielten sich Specht und Haltermann, die anderen Mitglieder stimmten der Haushaltsplanung zu.

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