Aktionsbündnis lässt im Kampf gegen den Belttunnel auch nach 25 Jahren nicht locker

Widerstand ist ungebrochen

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Das Aktionsbündnis gegen eine Feste Fehmarnbeltquerung besteht seit 25 Jahren. Für Karl und Christine Albert, Hendrik Kerlen, Malte Siegert, Bernd Friedrichs und Uwe Gebbert (v.l.) eine Erfolgsgeschichte.

Fehmarn – Von Andreas Höppner Das Aktionsbündnis gegen eine Feste Fehmarnbeltquerung besteht in diesem Jahr bereits 25 Jahre. Anlässlich seines Jubiläums zog der Verein auf dem Fährschiff „Deutschland“ ein kleines Fazit seines umfangreichen Schaffens. Mit Karl Albert, Bernd Friedrichs und Kapitän Uwe Gebbert waren sogar drei Gründungsmitglieder dabei, die die aktuelle Vorstandsspitze um Hendrik Kerlen und Christine Albert auf dem Fährschiff begrüßen konnte.

Nicht fehlen durfte natürlich Malte Siegert. Der Experte für Umweltpolitik beim NABU Hamburg war Vorgänger Hendrik Kerlens und hat immer noch einen kurzen Draht zum Aktionsbündnis, in dem der NABU eins von 430 Mitgliedern ist.

Hendrick Kerlen erinnerte noch einmal an die Ursprünge der Bündnisgründung, die am 22. Februar 1994 erfolgte, zunächst einmal als Bürgerinitiative. Auslöser sei der Besuch einiger Fehmaraner auf der Großbaustelle der Große-Belt-Querung zwischen Seeland und Fünen gewesen, so Kerlen.

Die Bürgerinitiative war nach ihrer Gründung permanent aktiv mit Infoständen, Unterschriftensammlungen, Umfragen oder Demos, an denen oftmals Hunderte Personen teilnahmen, denn schon seit Ende der 1980er-Jahre hatte es Überlegungen gegeben, eine Beltquerung zu errichten.

Untrennbar verbunden sind diese Aktionen mit Jürgen Boos. Der Mitbegründer des Aktionsbündnisses etablierte die BI als unerschrockene Protestbewegung, die sogar dafür sorgte, dass der ehemalige Ministerpräsident Peter Harry Carstensen lieber den Hintereingang benutzte, als sich den Bürgern zu stellen.

Den Wandel zum Verein habe Boos aber nicht mitgemacht, sodass Malte Siegert das Amt des Bündnissprechers übernommen habe, erinnerte Kerlen. Für den 80-Jährigen ist dies aber der entscheidende Schritt gewesen, das Aktionsbündnis schlagkräftiger aufzustellen. Denn mit der 2014 erfolgten Anerkennung als Umwelt- und Naturschutzvereinigung sei das Aktionsbündnis klageberechtigt, was es zuletzt am 26. April mit der Klageeinreichung gegen den Planfeststellungsbeschluss zum Fehmarnbelttunnel getan habe. Bereits 2015 hatte das Aktionsbündnis Klage gegen den Planfeststellungsbeschluss für die B207 eingereicht.

Doch auch nach 25 Jahren will das Aktionsbündnis in seinen Bestrebungen, den Fehmarnbelttunnel zu verhindern, keinen Deut nachlassen. Und: „Wir bleiben immer sachlich und informieren wahrheitsgemäß“, so Hendrik Kerlen zum Grundsatz des Bündnisses.

Siegert: Viel überflüssiger als noch vor zehn Jahren

Für den NABU-Experten Malte Siegert gehört es schließlich zur Wahrheit, dass das Verkehrsprojekt „viel überflüssiger ist als noch vor zehn Jahren“. Siegert erinnerte an die Folgen der Digitalisierung, die veränderte Verkehrsströme produziere. „Wir sind an einer Zeitenwende.“ Deshalb nehme grundsätzlich auch die Bedeutung zu, sich gegen solche großen Infrastrukturprojekte zu wenden, ist der NABU-Experte überzeugt. Und die Frage der Finanzierung der Querung bleibe virulent, so Siegert, der an den rasanten Kostenanstieg für die Hinterlandanbindung erinnert: „Ursprünglich waren es einmal 860 Millionen Euro, jetzt geht der Bundesrechnungshof von vier Milliarden Euro plus 500 Millionen Euro für zusätzlichen Lärmschutz aus.“

Sein originäres Ziel, den Fehmarnbelttunnel zu verhindern, hat das Aktionsbündnis noch nicht erreicht, trotzdem bewertet der Vorstand das bislang Erreichte als großen Erfolg. So sei es unter anderem gelungen, immer mehr Bürgermeister und Kommunen für die Projektfolgen zu sensibilisieren, mittlerweile auch im Kreis Stormarn und sogar in Hamburg, ließ Siegert wissen.

Der Tatendrang Hendrick Kerlens und der seiner Mitstreiter ist auf jeden Fall ungebrochen. „Die Feste Fehmarnbeltquerung wird uns sicherlich noch viele, viele, viele Jahre beschäftigen“, lautet die deutliche Ansage des 1. Vorsitzenden.

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