Bauausschuss berät Stellungnahme zum Regionalplan / Acht 150-Meter-Anlagen geplant

Windkraft vor dem Durchbruch?

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Vier am Westrand des Windparks Presen gelegene Windkraftanlagen müssen für die Feste Fehmarnbeltquerung weichen.

Fehmarn – Von Andreas Höppner Der Wind bläst reichlich in diesen Tagen, sehr zur Freude der Windmüller. Auf einem anderen Blatt Papier steht jedoch, dass das Land mit der Neuaufstellung der Regionalpläne nur schleppend vorankommt, die Entwicklung der Windenergie seit Jahren stockt. Der jetzt vom Land vorgelegte dritte Planentwurf soll der letzte sein. Das Beteiligungsverfahren läuft, die Stellungnahme der Stadt Fehmarn ist ausgearbeitet und wird in der Sitzung des Bau- und Umweltausschusses am Donnerstag (20. Februar) um 18 Uhr im Senator-Thomsen-Haus zur Diskussion gestellt.

Das Beteiligungsverfahren hat auch dafür gesorgt, dass die Sitzung des Bauausschusses von Ende Januar auf Donnerstag verschoben und eine zusätzliche Sitzung der Stadtvertretung am 3. März stattfinden muss. Gegenüber den ersten Entwürfen habe sich die Kulisse der Vorrangfläche nun noch einmal verringert, berichtet Benjamin May, Fachbereichsleiter Bauen und Häfen.

Demnach gibt es nur noch drei Vorranggebiete auf Fehmarn. Diese auch noch ein wenig zurechtgestutzt im Vergleich zu den vorherigen Entwürfen. Im Inselwesten ist es die Fläche mit dem Bürgerwindpark Westfehmarn plus Windpark Nordwest, der Windpark Fehmarn Mitte sowie ein Gebiet für den noch in der Planung befindlichen Windpark an der B207 zwischen Ostermarkelsdorf, Hinrichsdorf und Niendorf.

Für diesen zukünftigen Windpark, dessen ausgewiesene Fläche nach Auffassung von Benjamin May ziemlich sicher sein dürfte, hat die Stadt Fehmarn mit der Investorenseite bereits einen städtebaulichen Vertrag abgeschlossen. Danach könnten dort acht Windkraftanlagen (WKA) bis zu einer Höhe von 150 Metern errichtet werden. Auf Fehmarn sind sämtliche WKA bislang nicht höher als 100 Meter. Laut May würden die acht WKA den Abstand von 1000 Metern zu den Ortsteilen Ostermarkelsdorf, Niendorf, Hinrichsdorf und Bannesdorf einhalten, nicht jedoch zur Siedlung Ostermarkelsdorf. Doch auch hier läge man mit rund 600 Metern über dem im Planentwurf für Splittersiedlungen vorgesehenen Mindestabstand von 400 Metern.

Vertraglich festgelegt worden sei zudem eine Kennzeichnung der Anlagen, die eine geringe Beeinträchtigung der Umgebung verursachen soll. Nachts soll das mit einer parallel geschalteten WKA-Befeuerung geschehen, die nur anspringt, wenn sich ein Flugzeug nähert. Im städtebaulichen Vertrag festgehalten sei zudem eine Bürgerbeteiligung am wirtschaftlichen Erfolg des Windparks. In welcher Form diese Beteiligung erfolgt, steht noch nicht fest, darüber habe der Finanzausschuss noch zu beraten, so May.

Ersetzen soll der neue Windpark an der B207 einmal die neun Anlagen aus dem Windpark Burgstaaken sowie vier Windräder des Windparks Presen, die im Zuge der Errichtung der Festen Fehmarnbeltquerung wegfallen.

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