Beraterteam glaubt an Inselschule

„Wir fördern die Schüler differenziert“

Sie glauben fest an das Gelingen der Gemeinschaftsschule Fehmarn: Rolf-Rainer Otto (l.), Gerlind Otto (2.v.r.) und Gerhard Sonntag, die Gastgeberin Michaela Schmeiser, Schulleiterin der Burger Realschule, in ihre Mitte genommen haben. In der Realschule fand die Fortbildung statt.

FEHMARN (wi) • „Das Schulklima wird sich verändern, die Kinder werden gern hingehen – und dann hat man die Eltern auf seiner Seite.“ Rolf Otto, Direktor der Offenen Schule in Kassel-Waldau, glaubt fest an das Gelingen der Gemeinschaftsschule Fehmarn.

Gemeinsam mit seiner Frau Gerlind und Gerhard Sonntag hat das Lehrertrio in einem zweitägigen Seminar 45 Lehrern der Inselschulen erläutert, wie ein Unterricht mit heterogenen Schulklassen gestaltet werden kann.

„Wir fördern die Schüler differenziert, ganz nach dem Vorbild der Schweden und Finnen, die in der Pisa-Studie oben stehen“, so Rolf Otto. Er durfte für seine Schule aus den Händen von Bundespräsident Horst Köhler im vergangenen Jahr den Deutschen Schulpreis entgegen nehmen. Vor Kurzem wurde die 1983 gegründete Versuchsschule des Landes Hessen bei einem Landeswettbewerb als Eliteschule eingestuft. Da die Schule, in einem sozial schwierigen Stadtteil liegend, mit Anfangsproblemen zu kämpfen hatte, heißt es jetzt oft im Lehrerkollegium: „Von der Asischule zur Eliteschule.“

„Die Begabungen werden durch unsere Unterrichtsform besser gefördert“, so Rolf Otto weiter. Eigentlich würde er nicht sagen wollen, das eine Schulsystem sei besser als das andere.

„Spätzünder“ und „Durchhänger“

Es komme viel auf die jeweilige Schule, auf die Leitung und die Lehrer an. Doch eine Gemeinschaftsschule gehe besser auf die individuellen Charaktere ein, berücksichtige, dass es Spätzünder gebe und Schüler mit einem Durchhänger. So könne er sich eine höhere Abiturientenquote vorstellen. Bekanntlich ist das ja eine Voraussetzung, um später eine gymnasiale Oberstufe auch wirklich einführen zu können.

Otto empfiehlt der Gemeinschaftsschule Fehmarn, Lehrerteams zu bilden, die für einen Jahrgang zuständig seien. Das stärke das Verantwortungsgefühl und die Motivation, ist das seine Erfahrung aus Kassel-Waldau. So rät er allerdings von einer Aufstockung des jetzigen Insel-Gymnasiums ab und empfiehlt eine Einteilung der Schule möglichst in kleinere Jahrgangsgebäude.

Doch mitarbeiten sollen alle an der offenen Ganztagsschule auf Fehmarn. „Es können die Vereine eingebunden werden und natürlich die Eltern“, findet Otto. Alle sind aufgefordert, das Schulniveau zu steigern. Denn natürlich arbeite die Schule leistungsorientiert und komme „ab der 7. oder 8. Klasse“ (Gerhard Sonntag) nicht um Leistungskurse in den Hauptfächern Deutsch, Mathematik und Englisch herum. Für alle Schulabschlüsse seien Zentralprüfungen abzulegen. „Außerdem wird es ab der 5. Klasse Noten geben. Das stand nie außer Frage“, sagt die Leiterin der jetzigen Realschule, Michaela Schmeiser.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Regeln fürs Kommentieren: Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.